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[Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

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[Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am So Aug 06, 2017 10:32 am

Die Reise über das bergige Land war weniger holprig als gedacht. Die Träger der Sänfte wußten, was sie taten.
Sarutobi Ringo war immer gern auf den Markt gegangen. Ihre Heimat Kyobakumachi galt unter den Händlern des Reiches als Schmuckkästchen, welches ganz besonders mit seinen Waren aus Glas und geschliffenem Kristall aufwarten konnte. Ein ganzes Stadtviertel bestand aus scheunengroßen Brennöfen, deren Glut die Nächte erhellte. Aus den Bäuchen dieser Öfen kamen Gläser und Vasen und Schalen und Flaschen, Figuren von Tieren und Monstern und Menschen.
Nun aber, fern der Heimat, fühlte sich Ringo selbst wie eine Vase.
Immerhin war der Vogel schön. Damit sie sich die Zeit vertreiben konnte, hatte ihr Vater Ringo nicht nur mit massig Lesestoff versorgt, sondern auch einen Käfig mit einem Basabasa darin in die Sänfte gestellt. Der Basabasa hatte starke Ähnlichkeit mit einem Hahn, doch er fraß Kohlen und atmete warme, rötliche Flämmchen aus.
Ringo wollte ihn gerade füttern und langte nach einem Stück Kohle, da ergriff ihre Leibwächterin das Wort.
Nicht mit den Fingern.
Das Füttern hatte das Potenzial, Ringos himmelblauen Kimono zu ruinieren, auf dem weiße Kraniche gestickt waren. Sie tat, als hätte sie dies vergessen, und benutzte Stäbchen, um die Kohle hochzuheben und in den Käfig zu werfen. Hoppla. Mein Fehler.
Oder deine Absicht? Yamanaka Akane trug einen blättergrünen Kimono mit gelben Zikaden- und Schwalbenmotiven. In ihrer Armbeuge lagen zwei Katana: Eins der Schwerter gehörte ihr selbst, das andere gehörte Ringo. Sie würde es heute wohl nicht selbst tragen können.
Akane lächelte verstehend. Du glaubst doch nicht, dass ein verrußter Auftritt irgendetwas ändern wird? Du gehst zu den Hokusai, und die Hokusai lieben die Schmiede, das Feuer und den Stahl. Ein frischer Hauch von Asche macht dich vielleicht nur interessanter.
Ringo schnaubte, was wenig damenhaft war.
Wie wäre es, wenn ich die Vorhänge ein wenig öffne?
Lass sie zu.
Magst du keinen Blick auf die Stadt -
Lass sie zu. Mit einer unwirschen Handbewegung schnitt Ringo das Gespräch ab. Ob sie inzwischen schon da waren?
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am So Aug 06, 2017 2:41 pm

Das Dorf des Metall-Clans war einst auf dem Lande gewesen. Einst als sie noch unbedeutend waren und nur eine Schmiede besaßen. Der Umzug in die Berge war eine Entscheidung gewesen, die dringend getroffen werden musste. Noch im Krieg entschloss sich der damalige Clanführer Hokusai Matsu das erlangte Geld schnell zu investieren und den Clanstandort so schnell wie möglich verlegen zu wollen. Dafür waren die Berge ein guter Ort gewesen. Allerdings wurde nur das große Clangebäude direkt in Steingehauen. Es war ein so massives Gebäude, dass der Metallclan die Arroganz besaß, dass der Eingang zum Dorf sich unterhalb des Gebäudes befand. Eine massive Steinpassage führte direkt in die Stadt dort hinter. Ungesichert war die Stadt aber dennoch nicht. Hoch oben in der Passage, befanden sich Späher auf Steinpodium. Sie konnten ohne Probleme hinab sehen und waren außerhalb von jeglicher Bogenreichweite. Wenn es hart auf hart kam, schütteten sie flüssiges Metall direkt hinab auf ihre Gegner. Um die Steinpodien zu erreichen, musste man zuerst in die Stadt und von dort in einen speziellen Gang hinein. Allerdings waren die Gänge derartig verworren, dass sich jeder Angreifer verlaufen würde. Da es schon oft vorkam das sich die eigenen Männer dort verliefen, wurde ein Lied geschrieben, dass den mystischen Weg nach draußen beschrieb.
Nach der langen Passage - von dem vereinzelt Wasser plätscherte, kamen massive Metalltore, die offen standen. Dort konnte man bereits das rhytmische Klopfen der Schmieden hören - obwohl sie nicht ersichtlich waren. Ein gewisser Aschegeruch lag in der Luft. Hoch oben in den Bergen sah man große Türme aus dem dunkler Qualm stieg, wie bei kleinen Minivulkanen. Die Schmiede wurden nicht mit Feuer betrieben. Sie wurden mit der Macht des Lavas erhitzt, die sich tief unten in der Erde befand. Die aufsteigende Hitze, war trotz der Höhenlage, hier zu spüren. Es war mollig warm. Obwohl es vor den Türen der Stadt, kalt war und schneite. Die Hügel um die Stadt herum waren jedoch nicht von Schnee bedeckt, sondern vereinzelt sogar etwas grün. Damit die Hitze reduziert werden konnte, floß überall Wasser entlang. Jeden Morgen ging eine Metallanlage los, die Wasser über das Dorf hinweg schoß und somit einen kurzen Regenschauer simulierte, damit Häuserdächer nicht leicht entzündlich waren. Je tiefer man in die Stadt gehen würde, umso stärker wäre der Aschegeruch. Die Leute, die in den Schmieden arbeiteten, waren in der Nähe von diesen ansiedelt. Die Frauen trugen - meist bei Schwangerschaft - einen Mundschutz. Obwohl die Stadt in mitten eines Bergtales lag, fehlte ihr nicht an Platz oder Etablisment. Es gab viele Tavernen und heiße Quellen. Die meisten Restraunts versprachen kühle Getränke. An manchen Tagen sah man dort auch den Clanführer des Metallclans, der normalerweise in dem prachtvollen Gebäude wohnte. Er hatte jedoch auch ein Haus weit oben in den Bergen, dass nicht nur frischen Wind versprach, sondern Ruhe vor dem Klopfen der Schmieden, die einfach nicht erstarben. Gäste empfing er jedoch nicht in diesem. Stattdessen musste man sich am Dorftor anmelden und wurde dann eine massive Treppe hinaufgeführt, die mehr Stufen besaß als man dachte. Sobald man diese Stufen überwunden hatte, kam man auf einen breiten Balkon, der eine Sicht auf die gesamte Stadt erlaubte. Ein Eingang führte dann ins innere des Gebäudes und somit in eine Halle. In dieser wurden von mehreren Frauen zuerst einmal die Schuhe geputzt, bevor man weiter gehen durfte. Denn die Asche färbte die meisten Schuhe rußig. Auch feuchte Tüchter für das Gesicht und die Hände wurden zuerst einmal angeboten, bevor man weitergehen durfte. Bereits in der Halle würde klar werden, dass hier verdammt viele Räume exestierten. Mehr als der Clanführer - Tatsuhi - benötigte. Er war Single. Im vielen Munde wurde darüber gesprochen, dass er äußerst wählerisch bei Frauen war. Er war inzwischen über 30 Jahre und besaß noch immer keine Kinder. Einige seiner Berater versuchten verzweifelt ihn dazu zudrängen. Denn würde er ableben, wäre das finden eines Nachfolgers noch viel schwerer gewesen, aber er ließ sich Zeit. Zudem empfing er auch nicht jeden Gast, der in seiner Halle stand. Stattdessen wurden die Leute von einem Laufburschen angekündigt, der vielleicht gerade 8 Jahre alt war. Seine Samuraiuniform war mindest 3 Nummern zu groß. Wenn er seinen Gürtel nicht hochzog, schleifte sein Schwert knirschend über den Boden. Aber er war ein treuer Diener mit viel Respekt, der seinen Herren niemals hinterfragen würde. Denn Kinder waren im Munde von Tatsuhi die wohl besten Diener. Sie waren nicht ganz so verkorkst wie erwachsene und stellten auch nicht so viele Anforderungen.

Der Clanführer des Metallclans befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem großen Raum. An einem langen Tisch saßen Abgeordnete des Eisclans.
"Eure ausgestoßene Asche fliegt bei schlechter Windlage bis in unsere Dörfer", erwähnte eine Frau, die mit zusammengepressten Zähnen auf dem Stuhl saß und ein kleines Taschentuch hervor holte. Sie klappte es auf und präsentierte Tatsuhi schwarze Asche. Er beugte sich vor und musterte das kleine Häufchen Asche näher. Dann lehnte er sich wieder zurück und streifte über seinen roten Kimone hinweg. Hinter ihm prangte ein großes Symbol einer Kirschblüte, die auch auf seinen Kimone gestickt war.
"Wer sagt mir, dass es nicht eingesammelte Asche der Umgebung ist?", stellte er als Gegenfrage und zog sich mit Sicherheit nicht den Schuh an, dass er verantwortlich für Asche in ihren Dörfern war. Er wusste durchaus das der Eisclan von allen Clans am nähesten war. Aber es waren mehrere Tage Reise durch die Berge. Die Vorstellung das sein Dorf für diese Asche verantwortlich war, schien ihm also absurd vorzukommen.
Die Eisclanführerin beugte sich vor.
"Wir verlangen, dass die Eisenschmiede von Euch nicht mehr wöchentlich durcharbeitet, sondern Pausen vornimmt. Damit der Ascheausstoß verringert wird."
Tatsuhi sah zu der Clanführerin. Dann lachte er. Er lachte verdammt laut und richtete sich langsam zu seiner vollen größe auf. Allgemein war bekannt, dass Metallclan angehörige sehr groß waren. Er gehörte dazu. 2 m und ein breites Kreuz. Seine Hände hätten das ganze Gesicht der Frau bedeckt, wenn er ihr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen hätte.
"Das ist absurd." Er hatte aufgehört zu Lachen, stützte sich aber auf den Tisch und sah einmal durch die Reihe. "Diese Unterredung ist beendet. Pavlo führt Euch hinaus." Die Abgeordneten waren gefühlte 4 Minuten gerade erst in dem Raum und wurden gleich daraufhin schon raus geworfen. Offensichtlich ließ Tatsuhi nicht mit sich verhandeln. Pavlo - der 8 Jährige Samuraijunge - kam angelaufen. Er verbeugte sich kurz und zeigte stumm an, wo es hinausging. Obwohl er hörte, wie sich die Eisfrauen darüber aufbürsteten, verschwand er aus dem Raum und zog sich zunächst in dem Raum zurück in dem er arbeitete. Ein großer Raum mit Blick auf den Wasserfall. Von den Fenstern aus konnte er alles überblicken und sah sehr deutlich, dass sich dort etwas näherte. Vermutlich eine Handelskolone? Er wandte seine Augen ab und ließ sich auf seinen Stuhl fallen. Als er seine Füße unter den Tisch schob, hörte er ein Fauchen. Er zuckte erschrocken zusammen und zog die Beine wieder ein. Dann warf er einen Blick unter den Tisch und erkannte sein weißes katzenähnliches Tier. Das Tier hatte sich unter den Tisch gequetscht. Sie war so groß wie ein männlicher Tiger und besaß fleckenartige Verzierung. Ihr Fell war so flauschig wie von einem Wolf. Ihre Zähne waren so groß wie von einem Walross und mussten deswegen immer wieder auf eine etwas humanere größe abgeschliffen werden. Ihr buschiger Schwanz zuckte unruhig. Tatsuhi tätschelte der Katze den Kopf und legte dann seine Füße auf den Tisch, da es dort drunter keinen Platz derzeit gab.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mo Aug 07, 2017 12:08 pm

Akane hatte recht gehabt: In der Stadt des Metallclans gab es mehr als genug Asche. Verrußt zu sein, war vermutlich absolut alltäglich. Ringo bemerkte dies, als ihr Wunsch letztlich unerfüllt blieb: Ein Vorhang der Sänfte wurde geöffnet. Ihr Vater blickte hinein.
Ich hatte versäumt, dass wir mit einer Sänfte nicht bis ganz nach oben gelangen, erklärte er, während ein Wächter des Metallclans an ihm vorbei schaute und sich versicherte, dass nicht ein Haufen feindlicher Soldaten eingeschmuggelt werden sollte. Akane winkte ihm zu, woraufhin er sich wieder wegduckte.
Daizen warf seiner Tochter etwas zu. Hier, zieh dies an. Wir werden dich auch ohne Sänfte ansprechend präsentieren.

Vor rund einem Monat, in der Heimstatt des Lichtclans, hatte Daizen darüber gegrübelt, wie er die Beziehungen des Lichts mit den Metallern verbessern konnte. An diesem Clan war er besonders interessiert - und er wußte, dass dies auch für andere Familien galt. Er musste daher einen guten Zug machen, nicht bloß etwas Halbherziges wie einen Handelsvertrag mit vergünstigtem Wegezoll oder so etwas.
Ringo hatte ihm gegenüber gesessen, ein hölzernes Übungsschwert in der Hand, und zeigte damit auf eine Landkarte. Warum bietest du ihm nicht eine der neu erschlossenen Erz-Adern an? Der Metall-Clan liebt Erz.
Daizen hatte aufgeblickt, doch hatte er nicht die Karte angesehen, sondern seine Tochter.
Ja?
Keine Erzmine.
Nein?
Nein.
So wars gekommen.

Und so wurde die Delegation des Lichtclans von einem achtjährigen Samurai hereingeführt: Daizen als Oberhaupt, Akane als Leibwächterin, mehrere Diener trugen Geschenke - darunter den Käfig mit dem Basabasa -... und Ringo, verhüllt wie ein Bettelmönch.
Hokusai-san, grüßte Daizen und verneigte sich so tief, wie es seinem Rang gebührte. Ringo, die den Kopf auf ihrem Kopf dabei festhielt, verbeugte sich etwas tiefer, während Akane und die Diener gänzlich auf die Knie gingen. Wir sahen schon, Ihr seid wohl sehr beschäftigt. Eine Gruppe frostiger Damen kam uns bereits entgegen. Ich hoffe, Ihr seid noch in der Stimmung zu Gesprächen?
Es klang durch, dass auch Daizen gewisse Erfahrungen mit dem Eisclan hatte.

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Out: Ringos Verkleidung.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Mi Aug 09, 2017 8:07 am

"Herr, der Lichtclan fragt ob ihr sie empfangt", kündigte der junge Samurai an und zog seinen Gürtel höher, damit sein Schwert nicht über den Boden schleifte. Tatsuhi blickte von einem Stück Papier auf. Die Baupläne über Musketen. Er hatte sie entworfen. Mehr oder weniger. Es gab noch ein kleiner Kreis aus dem Metallclan, die ebenfalls mitgewirkt hatten.
"Sie bitten darum? Wundert mich, dass sie nicht einfach rein gekommen sind", säuselte er sarkastisch. Dann hob er seine Hand und winkte.
"Ich hoffe sie kommen nicht wegen der Asche. Lass sie rein." Der Junge verbeugte sich und verschwand. Tatsuhi stand derweilen auf und griff unter den Tisch an den Nacken des großen Säbelzahnleopard. Er zerrte am Kragen. Wollte er die anwesenden doch nicht gleich verschrecken und zu gleich wusste er nicht wie das Tier auf fremde reagierte. Umständlich zerrte er Akina zur Tür des neben Raums. Allerdings bekam er sie nicht durch. Sie drückte sich störisch dagegen. Er stieß die Luft hervor und deutete in die Ecke auf eine Decke.
Sie verstand den Wink nicht. Tatsuhi schloss die Tür wieder und stieg über den Panther. Dann blieb er hinter seinem Schreibtisch stehen und tat so als würde er nach draußen sehen. Als es klopfte, bat er die anderen rein. Dennoch drehte er sich nicht. Jemand mit dem Rücken zu begrüßen, war mit Sicherheit respektlos. Dennoch zeigte es auch arroganz. Arroganz das er sie nicht als Gefahr einschätzte. Erst nachdem Daizen anfing zu sprechen, regte sich auch Tatsuhi. Er wandte sich herum und musterte die anwesenden flüchtig. Was wollten sie hoer? Er ließ Daizen sprechen.
"Daizen-san", erwiederte der Samurai ruhig und deutete ebenfalls eine Verbeugung an. Allerdings glich es eher ein Kopfnicken. Dann trat er näher an den Tisch. Akina hob den Kopf und schnupperte. Sie roch den Vogel.
"Die Damen des Eisclans erfreuen mich öfters mit ihrer frostigen Stimmung. Es ist nicht der Rede Wert", erklärte er knapp und war mehr daran interessiert was der Lichtclan hier wollte. Zumal sein Augenmerk ebenfalls auf den Lumpen des einen Kerls lag.
"Was macht mir die Ehre? Es ist ein langer Weg von Euch bis zu mir für ein bisschen Smalltalk." Er hatte es direkt auf den Punkt gebracht. Misstraute er doch die Anwesenheit des Lichtclans. Kein Clan war wirklich gut gestimmt gegenüber des Metallclan. Sie konnten nicht mit ihnen aber auch nicht ohne sie.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mi Aug 09, 2017 5:19 pm

Ringo bewunderte ihren Vater dafür, dass er sich höchstselbst diesem Prozedere unterwarf. An seiner Stelle hätte sie einen Botschafter geschickt, denn was sie hier vorfanden, war zwar respektlos über alle Maßen, aber nicht unerwartet. Man benötigte schließlich keine echten Spione, um von dem sonderbaren Verhalten Hokusai Tatsuhis zu wissen. Vielleicht wurde man so, wenn man in den Bergen lebte.
Mit dem Rücken begrüßt zu werden, war für manche Würdenträger schon ein halber Grund zum Duell. Die andere Hälfte mochte das Kopfnicken übernehmen. Daizen jedoch tat, als liefe alles ganz wie gewohnt ab, wie daheim im Saal der Schwalben, einem Raum voller Wandgemälde, auf denen die namensgebenden Tiere durch die Luft flogen, im Osten vor einem Morgenhimmel, im Süden zur Mittagszeit, im Westen am Abend. Auf der Nordseite schliefen die Vögel in ihren Nestern.
Ringo vermisste das alles schon jetzt. Unter der Mönchskleidung und dem Korb aus Flechtwerk blieb sie unbeachtet und konnte durch die Sehschlitze nur das Oberhaupt des Metallclans sehen, welches ihr wie ein ungehobelter Klotz erschien.
Manche Männer sind einfach unbearbeitetes Erz, hatte ihre Mutter zu sagen gepflegt. Es braucht ein paar tüchtige Hammerschläge, um sie in Form zu bringen.
War Ringo bei diesem Gleichnis der Hammer? Eine wenig einladende Vorstellung, und auch irgendwie schweißtreibend. Sollte ihr Dasein wirklich darauf hinauslaufen, einen granteligen Ehemann zurecht zu stutzen?
Halb hoffte sie, diese Verhandlung würde scheitern. Ein anderer Teil von ihr aber wußte natürlich, was von diesem Spiel abhing.
Tatsuhi kam direkt zum Kern, als wäre er den Besuch schon jetzt leid.
Zunächst einmal überbringen wir Geschenke. Daizen tat einen Wink, und die Diener brachten die Päckchen nach vorn, reihten sie auf dem Boden auf und öffneten sie, sodass ein kleiner Schatz offen lag: Glaswaren und geschliffene Kristalle in einem Dutzend Farbtönen, von zitronengelb über grasgrün bis hin zu tintenschwarz, aber auch einige hochwertig hergestellte Flaschen Pflaumenwein. Natürlich kam auch der Basabasa in seinem Käfig dazu.
In der Sprache der Diplomatie sagte dieses Geschenk: Hör mir jetzt zu, diese Angelegenheit ist wichtig! Im Grunde erkaufte man sich auf diese Weise Gehör. Gleichsam war es natürlich auch eine Machtdemonstration: Wer reichlich verschenken konnte, war umso mächtiger. Ressourcen waren schließlich alles.
Darüber hinaus wünsche ich als Oberhaupt des Clans Sarutobi, mit dem Clan Hokusai in Verhandlungen zu treten. Verhandlungen um Partnerschaft und Schulterschluss. Damit kam er wirklich schnell zum Punkt.
Seine Trumpfkarte behielt er weiterhin im Ärmel. Ringo wartete noch auf das Stichwort.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Mi Aug 09, 2017 9:29 pm

Der Samurai blickte seinem Besuch mit einer kühlen Mimik entgegen. Er wusste durchaus was Höflichkeit bedeutete und wie man es richtig schrieb. Allerdings wollte er rein aus der geschichtlichen Historie nicht den Anschein von Stiefelleckerei erbringen. Nur weil der Metallclan von seinem Ansehen her nicht besonders gut stand, musste es nicht heißen, dass er jeden nett begrüßte. Zumindest sah es Tatsuhi so. Generell war der Mann nicht sicher, ob diese Ansicht wirklich unterstützt wurde. Sein Vater und seine Mutter waren früh gestorben.  Er hatte mit 8 Jahren die Clanführung bekommen und keine Ahnung gehabt, was richtig oder falsch war. Tatsuhi hätte ein Vater gutgetan, der ihm hin und wieder auf den Kopf schlug und sagte, dass man Gästse nicht mit dem Rücken begrüßte - egal wie man zu ihnen stand. Denn immerhin sollte man eine gewisse Ehre besitzen.
Diese Ehre strahlte Daizen durchaus aus. Während sich der Samurai eher frostig benahm, bemühte sich der andere Clanführer um diplomatische Stimmung. Es kam sehr überraschend. Vor allem hinsichtlich der Geschenke, die ihm gemacht wurden. Selbst ein unerzogener Samurai wie er konnte erkennen, dass es etwas größeres zu bedeuten haben musste. Keiner machte Geschenke der Art. Für Sekunden betrachtete er die Gläsernekunst mit einem gewissen Respekt. Er hatte sich manchmal vorgestellt, wie seine Steinburg ein gläserner Palast wäre. Es würde eleganter und beeindruckender wirken als ein großes Stück Stein, dass ein Gebäude darstellte. Auch den Vogel betrachtete er mit neugierde. Er hatte von solchen Tieren gehört, allerdings waren sie selten, sodass er sie noch nicht zu Gesicht bekam.
Tatsuhi sah sich kurz nach seinem Samuraijungen um. Er erkannte ihn in der Ecke bei der Großkatze. Pavlo kraulte dieser freudig hinter dem Ohr. Ein Zeichen das er wohl doch nur ein Junge von vielen war.
"Pavlo", raunte Tatsuhi.
Der Junge zuckte zusammen und stand augenblicklich stramm.
"Ja Herr?"
Kurz schwieg Tatsuhi, ließ die Situation wirken und machte dann eine einladene Gestik zu seinen Gästen.
"Sag in der Küche bescheid, dass wir Gäste haben. Sie sollen nicht sparen beim Essen und trinken", erklärte er und warf einen Blick auf seine Gäste. Dann deutete er auf die zwei großen Türen rechts von ihm. Sie waren geschlossen. Auf ihn prankten zwei große Kirschblütenblätter aus Gold.
"Wir sollten uns setzen und während wir auf das Essen warten, könnt ihr Euch weiter mitteilen." Tatsuhi trat an die Türen heran und drückte sie auf. Dort hinter befand sich ein größerer Raum. Es war deutlich, dass er privater war als die große Halle in dem er normalerweise Diplomaten empfing. Hier gab es einen etwas schmaleren Tisch. Einen der dazu einlud sich zu unterhalten. Am Kopfende des Tisches gab es ein großes Fenster. Wenn man dort raus sah, erkannte man das strömende Wasser das dort von oben herunter plätscherte. An den Wänden hingen Bilder von Vorfahren und besondere Waffen.
Der Mann geleitete sein Besuch an den Tisch und setzte sich diesmal nicht zuerst hin, sondern wartete. Er hoffte das man ihn nicht solange auf die Folter spannte. Erneut lief dabei sein Blick auf den Lumpenhaufen und er fragte sich zum Teufel was dort drunter steckte. Eine hässliche Person? Ein Leibwächter? Ein Assasine? Was hatte der Lichtclan zu verbergen?
"Ihr könnt Euch ruhig entkleiden. Fühlt Euch wie zu Hause." Ein Wink mit dem Zaunpfahl, wobei er Ringo nicht direkt ansprach, sondern die Masse.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Do Aug 10, 2017 10:46 am

Spannung lag im Raum. Nahm das Oberhaupt des Metallclans an, war der Schritt über die Schwelle getan. Tat er es nicht, würde frostiger Nordwind die Tür vor den Nasen aller zuschlagen.
Die Geschichte kannte Fehden, die generationenlang fortgeführt worden waren und allein in solchen, klein wirkenden Diplomatie-Ausfällen wurzelten. Ringo hatte historische Schriften gelesen, aus deren Pergamenten das Blut triefte, bloß weil sich ein Gesandter im falschen Moment hatte gehen lassen. Die wahre Vergangenheit in den Chroniken war teils wilder als das schönste Helden-Epos.
Und... die Tür blieb auf. Tatsuhi erkannte das Geschenk als Zeichen und nahm an. Ringo konnte wegen der beengten Sicht in ihrer Verkleidung nicht beobachten, ob ihr Vater körperliche Anzeichen von Erleichterung gab. Zumindest hätte sie dafür den Kopf drehen müssen, und das ließ sie bleiben. Stattdessen verfolgte sie, wie ihr potenzieller zukünftiger Ehemann - ein schwaches Zittern ging durch ihren Brustkorb - zu dem Jungen und einer großen Katze ging und Anweisungen gab.
Was war mit dem Jungen? Er war ihr natürlich schon aufgefallen, ein Diener in Rüstung? Ein kleiner Junge in zu großer Rüstung dazu. Zunächst hatte sie geglaubt, er wäre zur Belustigung der Gäste gedacht, wie ein Hofnarr. Nun aber sah sie Tatsuhi dem Kind eine Order geben, und er behandelte ihn ganz ernst.
... Was habe ich noch gleich über ihn gelesen?
Tatsuhi war mit acht Jahren an die Macht gekommen. War dieser Junge wohl eine Art... Nachfolger? Womöglich ein uneheliches Kind von ihm?
Gute Frage, gute Frage... Wäre der Bengel also meinen Söh-... Der Gedankenfaden verlor sich im Nichts. Ringo schnitt ihn selbst ab. Worüber denkst du nach!, schalt sie sich, konnte jedoch auch nicht verneinen, dass es hier ein paar interessante Dinge gab, die man untersuchen konnte.

Dann ging es in den nächsten Raum. Die exotische Säbelzahnkatze hatte Ringo nur mäßig interessiert betrachtet - ein ungewöhnliches Haustier hielten sich viele wichtige Leute. Was sie viel mehr interessierte, war der neue Raum. Strömendes Wasser, das gefiel ihr sofort. Zuhause ergänzte der Lichtclan derlei Dekorationen noch mit sogenannten Sonnensteinen - gläsernen Behältern, welche mit einer leuchtenden Flüssigkeit gefüllt waren. Die würde ich hier auch anbringen...
Und sonst? Gemälde von Menschen, vermutlich der Familie, und Waffen. Darauf war der Metallclan stolz, also kein Wunder. Immerhin, dieser Raum gab etwas her.
Die Delegation suchte sich Plätze am Tisch. Ringo blieb bei ihrem Vater, Akane wiederum blieb bei ihr, und die Diener richteten sich nach Akane.
"Ihr könnt Euch ruhig entkleiden. Fühlt Euch wie zu Hause."
Alle außer Ringo legten ihre Reisekleidung ab.
Der Lumpenhaufen wandte den Kopf gut sichtbar in Richtung Daizen.
Daizen atmete tief durch. Jeder Clan muss die Zeichen der Zeit erkennen, sprach er, wobei er dem Lumpenhaufen einen Wink gab. Die Antwort war ein hörbares Luftholen, als wolle man sich im nächsten Moment in eisiges Wasser stürzen. Diese Zeichen stehen auf Zusammenhalt. Niemand kann so recht allein stehen. Nicht mehr nach dem, was geschehen ist. Zusammen sind wir stark.
Daizen spielte natürlich auf die jüngere Vergangenheit an, die Epoche um den Schattenclan... und den Aufstieg des Lichtclans. Gerade er konnte von Zusammenarbeit sprechen und das Gegenüber spürte, dass Gewicht dahinter lag.
Der Lumpenhaufen raschelte, während unter dem Stoff Knoten gelöst wurden.
Und stark sollte auch ein Bündnis sein. Stärker als die Tinte von Verträgen. Und stärker als Tinte ist nur Blut. Aus diesem Grunde sind wir heute hier.
Der Flechtkorb fiel zu Boden, die Lumpenkleidung ebenfalls. Ringo trat einen Schritt rückwärts, um aus dem Kleiderhaufen zu kommen, und wandte sich Tatsuhi zu.
Wenn er dich zum ersten Mal sieht, dann schau wie ein Reh. Das hatte Akane vorhin noch gesagt. Nicht wie ein Schaf, nicht wie eine Kuh! Du schaust ihn an wie ein Reh. Du bist scheu und hast ein bisschen Angst, aber du bist auch selbstbewusst und weißt, dass er dich nicht fangen kann, wenn du nicht willst!
Ringo hatte nicht gewusst, dass Rehe so schauten. Sie gab sich jedoch echte Mühe und blickte Tatsuhi aufmerksam und offen ins Gesicht, während ihr Vater die bedeutungsvollen Worte sprach.
Ich biete die Hand meiner Tochter Ringo, um ein deutliches Zeichen der Partnerschaft zwischen Metall und Licht zu geben.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Do Aug 10, 2017 8:23 pm

Der Clanführer beäugte den Lumpenhaufen weiterhin argwöhnisch. Trotz seiner Aufforderung zog die Person sich nicht aus. Was zum Teufel verbarg der Lichtclan? Plötzlich kam es ihn vollkommen suspekt vor, dass sie hier waren. All die Geschenke mussten ein Hintergrund haben. Sein Blick lief zurück zu Daizen, der gerade über das Zeichen der Zeit sprach. Tatsuhi stellte sich an das Kopfende des Tisches und blickte abwartend zu ihm, ohne sich zu setzen. Bei dem Wink mit der Hand zu dem Lumpenhaufen folgte er seiner Gestik mit den Augen und zeigte nicht deutlich das er gerade verwirrt war. Die Worte des Lichtclananführers klingelten in seinem Kopf nach. Niemand konnte alleine stehen? Er wiederholte immer wieder diese Worte im Kopf und fragte sich, ob er meinte, dass der Metallclan ohne sie aufgeschmissen wäre? Tatsuhi brannten schon die verärgerten und arroganten Worte auf der Zunge um Daizen zu sagen, welche Frechheit er sich herausnahm in den Wänden zu behaupten, dass der Metallclan abhängig von jemand wäre. Er öffnete den Mund… und dann kam die junge Frau zum Vorschein. Die Augen des Mannes richteten sich auf diese. Daraufhin schloss er den Mund wieder und er musterte sie kurz. Es kam überraschend, dass der Lichtclananführer seine Tochter anbot. Gleichsamt klangen auch die Worte der Berater in seinem Kopf, die von Nachfahren ständig sprachen. Davon besaß er nämlich noch keine. Was sollte er darauf erwidern? Er kannte die junge Frau doch gar nicht? Tatsuhi runzelte die Stirn. Offensichtlich ratterten in seinem Kopf ein paar Zahnräder. Als niemand was sagte, sprach er dann etwas.
„Ihr meint das also ernst?“, stellte er fest und blickte dann noch einmal zu Ringo. „Eure Tochter ist durchaus… ansehnlich.“ Es klang ein wenig als ob sie über Vieh verhandelten. Vieh über das er ein Kompliment aussprachen. Vermeiden konnte er diesen Klang jedoch nicht. Immerhin bot Daizen ihm seine Tochter an – als wäre sie ein Handelsgut.
„Dennoch ersehe ich noch nicht die Hintergründe einer solcher Handlung. Wir stehen weder im Krieg, noch sehe ich das der Lichtclan wirklich Abhängigkeit vom Metallclan benötigte? Also sagt mir, was ist der Grund dieses Bündnis? Hier geht es nicht nur um die Hand einer Frau“, eröffnete er. Das er bei Frauen immer schon wählerisch war, stand außer Frage. Aber generell neigte er auch nicht seine Handlung zu überstürzen, auch wenn der Reiz groß war einfach einzuwilligen. Tatsuhi deutete nun an den Tisch und setzte sich langsam hin. Dennoch lag sein Augenmerk immer wieder auf Ringo. Er erforschte sie bereits jetzt mit dem Blick, suchte nach weiblichen Rundungen. Abgeneigt war er nicht, aber gleichzeitig auch nicht kopflos.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr Aug 11, 2017 4:01 pm

Ringo sah den Mund des Clanoberhaupts sich öffnen. Ringo sah den Mund des Clanoberhaupts sich schließen. Durch ihren Kopf ging die Frage: War ich das?
Immerhin schien der diplomatische Tiefschlag wirklich gelungen zu sein - Tatsuhi war ohne Zweifel überrascht. Ringo fühlte sich seltsam, gemustert zu werden wie ein Pferd, welches man auf dem Markt genauer ansah und dann dem Züchter ein Lob für glänzendes Fell aussprach. Doch sie hatte sich ja auch noch nie so präsentieren müssen. Bisherige Anwärter waren stets zu ihnen gekommen, und Daizen hatte teils abgelehnt, ohne dass es überhaupt zu Begegnungen gekommen war. Manchmal aus eigener Entscheidung, manchmal auf ihren Wunsch hin. Daizen liebte seine Tochter, und er hatte sie länger um sich gehalten, als es gemeinhin üblich war. Manche Familien verheirateten ihre Töchter so rasch wie möglich, nur um ein Maul weniger stopfen zu müssen.
Darum hatte Ringo letztlich auch zugestimmt, ihrem Vater in dieser Angelegenheit zu helfen. Es hätte sie schlimmer treffen können.
Tatsuhi reagierte immerhin vielversprechend; natürlich forderte er mehr Erklärungen, doch sprachen seine Blicke immerhin deutliche Worte.
Daizen nahm sich einen Moment Zeit, ehe er antwortete. Mein Vater, sprach er, pflegte stets zu sagen, dass es besser sei, ein Krieger in einem Garten zu sein, anstatt ein Gärtner auf einem Schlachtfeld. Er ließ den Blick kurz über die Gemälde an den Wänden schweifen. Ich wünsche Stärke für mein Haus, denn aus Stärke erwächst Sicherheit. Er wandte sich wieder Tatsuhi zu. Kein Clan ist vom anderen abhängig. Doch wären beide Clans stärker zusammen. Und die Stärke des Metalls ist legendär, darüber muss man kein weiteres Wort verlieren. Er war natürlich so taktvoll, nicht über den eigenen, legendären Ruf zu sprechen, welchen der Lichtclan noch immer aus dem Schattenkrieg mitgenommen hatte.
Metall und Licht, beide hätten einander viel zu geben.
Gleichsam höflich war es von Daizen, nicht auf die offenkundigen Vorteile hinzuweisen - es hätte bedeutet, Tatsuhi vorzuhalten, was er momentan nicht genießen konnte. Die vergünstigten Zölle in der Großen Stadt, die engen Handelsbeziehungen und die sich daraus ergebenden Reichtümer, welche den kleinen Schatz im Nebenraum winzig aussehen lassen konnten.
Außerdem, ergriff Ringo nun erstmals das Wort, braucht Ihr ohnehin eine Ehefrau, um Eure Kinder zur Welt zu bringen. Sie legte eine Hand auf ihre Brust. Sie hatte Sorge, ihr Herz könne ihr gleich durch die Rippen platzen, so schnell schlug es. Sie schaffte es dennoch, ruhig zu sprechen. Es wäre mir eine Ehre, Tatsuhi-san. Sie hatte sich gerade noch das leicht freche Warum nicht ich? verkniffen.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Fr Aug 11, 2017 10:25 pm

Das Lichtclanoberhaupt sprach in mystischen Regeln. Ein Gärtner im Schlachtfeld. Ein solches synonym hätte man ebenfalls durch einen Schmied oder Töpfer ersetzen können. Die Mimik von Tatsuhi blieb ernst. Mit den Wort „Vater“ konnte er nicht viel anfangen. Er hatte nie einen gehabt, wodurch ihn viele Züge im Leben erspart blieben. Weisheiten oder kluge Sprüche. Dafür war Tatsuhi hart im Nehmen. Sein Charakter formte sich daraus, dass er sich selbst versorgen musste und frühzeitig Entscheidungen traf. Tatsuhi entschloss sich nicht weiter darüber nachzudenken, was Daizen eben meinte und wollte die Gedanken um Väter verdrängen. Stattdessen schien der Klang des Lobes in seinen Ohren wieder zu hallen. Er hörte gerne, dass jemand die Stärke des Clans als legendär empfand und diese auch ansah. Dennoch ließ sich der Samurai kein Honig um den Mund schmierten. Stattdessen verschränkte er seine Arme vor der Brust und dachte nach. Er dachte darüber nach, ob sein Clan von der Stärke eines anderen Clans profitieren konnte. Sein innerer Samurai schrie förmlich, dass sie den Lichtclan nicht brauchten. Seine Vernunft jedoch appellierte darauf, dass ihnen ein Bündnis gut tun würde. Zumal sie derzeit starke Ressourcenprobleme besaßen… und… . Die Tochter von Daizen brachte es auf den Punkt. Er hatte keine Kinder. Nicht das so etwas ganz oben auf seiner To-Do-Liste stand. Aber den Gedanken hegte er im stillen schon länger. Kinder waren wichtig. Nicht nur weil sie seine Gene in sich trugen. Ein Teil von ihm wünschte sich eine Familie. Kindern denen er beibringen konnte, wie man ein Katana hielt oder kämpfte. Seine Augen liefen kurz auf Pavlo, der noch immer in der Ecke stand. Der Junge war ein Waisenkind gewesen und er hatte ihn aufgenommen. Als Lehrmeister. Er blickte wieder zu Ringo zurück, die erklärt hatte das es ihr eine große Ehre, wenn sie seine Kinder bekommen würde. Etwas merkwürdig klang die Formulierung schon.
„Eure Worte sind von Größe“, sprach Tatsuhi und senkte langsam seine Arme. Er straffte die Schultern. „Euer Angebot von wertvoller Natur.“ Seine Augen wanderten zu Ringo und er blickte ihr wieder entgegen. „Allerdings ist es nicht so wie bei einem Kauf von einem Pferd. Die Entscheidung muss wohl überlegt sein und ich will niemand hier haben, der nicht hier sein möchte.“ Seine Augen wanderten rüber zu Daizen. „Bevor ich eine Entscheidung treffe, stelle ich die Anforderung, dass Eure Tochter für 30 Tage hier bleibt. Angefangen von heute.“ Er verschränkte die Arme diesmal hinter dem Rücken. „Ich werde ihr die Umgebung zeigen und sie auf diese Weise kennenlernen. Nach den 30 Tagen werde ich Euch die Nachricht zu kommen lassen, wie ich mit entschieden habe. Sollte dort gleichzeitig feststehen, dass Eure Tochter hier bleiben will und meine Frau wird, wird das Hochzeitsritual gleichzeitig der Tag an dem unser Bündnis besiegelt wird.“ Ihm war es wichtig zu sehen, ob der Lichtclan bereit war auch für diese „Bündnis“ zu arbeiten. Sei es das die Tochter hier bleiben sollte und ihn erstmal kennenlernen musste, bevor etwas feststand. In der Zeit konnte heraus finden, ob der Lichtclan etwas im Schilde führte.

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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Aug 12, 2017 11:38 am

„Die Entscheidung muss wohl überlegt sein und ich will niemand hier haben, der nicht hier sein möchte.“
Beide Sarutobi horchten auf. Vater und Tochter warfen einander einen Blick voller Erstaunen zu. Dass Tatsuhi Bedenkzeit wünschte, kam nicht überraschend. Was sie nicht erwartet hatten, war, dass er die Entscheidung scheinbar an Ringos Wollen und Nichtwollen knüpfte. Zumindest formulierte er es so.
"Nach den 30 Tagen werde ich Euch die Nachricht zu kommen lassen, wie ich mit entschieden habe. Sollte dort gleichzeitig feststehen, dass Eure Tochter hier bleiben will und meine Frau wird, wird das Hochzeitsritual gleichzeitig der Tag an dem unser Bündnis besiegelt wird.“
Nochmaliger Blickwechsel. Daizens Blick sagte Dann hängt es nun wohl von dir ab, Tochter.
Ringo nickte kaum merklich. Schaffe ich. Dies war, wenn man so wollte, ihre Mission für den Clan. Zunächst hatten sie nur angenommen, sie seie lediglich ein Bindeglied im Großen Ganzen. Nun aber war sie wohl das Bindeglied. Auch das kann ich schultern.
Einverstanden, erklärte Daizen sodann schlicht.
Ringo kaute auf der Unterlippe. Und entschied sich, ebenfalls, etwas zu sagen. Ein leichtes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Dann hoffe ich... Ihr zeigt mir auch wirklich ein paar Sachen, die ich mögen kann. Und nicht nur Asche, um mich einfach zu verjagen.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Sa Aug 12, 2017 4:27 pm

Trotz der Tatsache, dass Tatsuhi Nachkommen brauchte und auch wollte, war er niemand der eine Frau bei sich haben wollte mit der er nur einmal im Jahr ins Bett sprang. Den rest des Jahres lag sie ihm dann in den Ohren, wie mies sie sich hier fühlte. Er fürchtete sich geradezu davor eine Frau an der Backe zu haben, die ihn auf die Nerven ging. Daizen schien einverstanden mit seinem Vorschlag und auch Ringo stimmte diesem zu.
"Keine Sorge. Es wird Euch hier gefallen", erklärte Tatsuhi und rückte neben sich den Stuhl für sie zurecht. "Das erste was Euch gefallen wird, ist das Essen hier." Gleichzeitig deutete er auch Daizen einladend an, dass er sich setzen durfte. Entgegen der Erwartung, setzte sich Tatsuhi jedoch nicht an den Kopf des Tisches, wie es ein Oberhaupt tun sollte, sondern er setzte sich neben Ringo. Daizen konnte sich aussuchen, wo er sich hin setzen wollte. Aber die Gestik zeigte, wohl das er eine Art Gleichstellung für Daizen und ihn haben wollte.

Lange dauerte es tatsächlich nicht mehr bis das Essen kam. Die Küche hatte nicht ganz gespart. Es gab Fleisch von Bergziegen, Desserts, Fisch und viel mehr als man eigentlich Essen konnte. Pavlo bekam davon auch etwas ab, auch wenn er sehr still neben Akane saß und immer wieder verlegen in ihre Richtung starrte. Mit großen Augen. Wahrscheinlich hatte er einen Narren an sie gefressen.
Nachdem sie sehr lange noch sprachen und Tatsuhi ein paar Dinge über die Geschichte des Metallclans erklärte, kam es zum Abschluss des Gesprächs. Er bot Daizen eine Unterkunft im Gebäude an, falls es ihnen zu weit wurde zu reisen. Ob er sie annahm lag in seiner Hand.

Tatsuhi hingegen wandte sich nun auch Ringo zu. "Ich zeige Dir deine Unterkunft", erklärte er ruhig. "Es wird dir gefallen." Statt sich in den Gang zu drehen in den die Schlafgemächer sonst lagen, wandte er sich zu einem anderen Gang herum. Er winkte sie mit. Der Gang würde zu einem Tor führen, dass seitlich auf ein Wall führte. Eine hohe Mauer auf den Männern mit Schusswaffen standen und in beide Richtung sowohl auf Stadt und Umgebung blicken konnten. Als sie Tatsuhi sahen nahmen sie Haltung an. Der Samurai deutete auf seine Männer und blickte zu Ringo rüber.
„Aufgrund des starken Windes, sind Bogenwaffen hier oben nicht besonders präzise. Wir vertrauen deswegen auf Schusswaffen.“ Es waren noch nicht die neueren Modelle, die noch in Planung waren. Diese, die Scharfschützenartig Kugeln verschossen. Gemächlich schritt er den Wall weiter entlang auf einen Torbogen zu. Dieser war ein direkter Zugang in das innere des Berges. Tatsuhi ließ sich eine Fackel am Eingang geben und ging langsam von dort aus weiter. Der Gang war verdammt riesig und erstreckte sich bis tief in das innere. In der Ferne konnte man eine monströse Metalltür sehen, wovor Wachen mit Fackeln standen. Und nicht nur das. Diese Wachen hatten spezielle Wärmeschutzkleidung aus festen Leder an. Hinter der großen Tür rumorte es. Es klang gefährlich. Ein dunkles Grollen als würde die Seele des Berges dort hinter lauern und hervor brechen wollen. Die Metall Scharniere pochten laut gegen die Tür. Tatsuhi ließ sich davon nicht beirren. Gleichsam erklärte er nicht, was sich hinter dieser Tür wirklich verbarg, sondern steuerte weiter durch den Berg hindurch. Sie mussten tatsächlich einige Stufen nehmen. Kamen an einigen Abzweigungen von Gängen vorbei bis sie schlussendlich durch eine Tür auf einen Abhang traten. An der Tür stand ein Mann und musterte sie kurz. Als er Tatsuhi erkannte, blickte er jedoch wieder gerade aus. Der Clanführer – der sich wohl eher wie ein großer Stadtverwalter fühlte – lief an der Seite des Abhangs entlang, der gleichzeitig auch eine Absicherung besaß damit man nicht runterfiel. Sie traten an eine weitere Treppe und gingen diese gemächlich hoch. Oben erkannte man bereits ein Haus. Schwarze Spitzendächer, weißes Mamor und die typischen Fenster, die es hier gab. Sie kamen auf eine Veranda, die direkt zum Eingang des Hauses führte. Tatsuhi zog ein Schlüsselbund hervor. An dem nicht nur Schlüssel aus Metall hingegen, sondern verschiedene kleine Steinförmchen an Metallketten. Er legte einen dieser Steinformen direkt in die passende Halterung und drückte ihn rein. Ein winziges Licht umspielte den Schlüssel. Ein mystischer Schein bis dann das Schloss leise klickte. Es gab hier offensichtlich keinen normalen Türschlösser, sondern eine merkwürdige Technik. Aber auch wieder unterließ Tatsuhi eine Erklärung. Stattdessen führte er Ringo in das Innere des Hauses, dass eine warme Atmosphäre versprach. Denn auf den Berghängen war es tatsächlich ziemlich kühl. Direkt im Eingangsbereich gab es eine große Metallschüssel in dem Kohlen unter einem Metallgitter glühten.
Tatsuhi drehte sich zu Ringo herum. Sein Blick wirkte forschend. Fast wie ein Berglöwe der mit seinem Essen gespielt hatte und jetzt erst über dieses herfallen wollte.
„Was sind deine Hintergründe hier zu sein?“, fragte er. „Ist es dir egal zwangsverheiratet zu werden für das Wohl des Clanes und mit einen Mann ins Bett zu steigen, den du vielleicht gar nicht magst?“ Tatsuhi hing sein Schlüssel an seinen Gürtel zurück und ließ ihn wieder im Stoff verschwinden. Er zog derweilen seine Schuhe aus und stellte sie ordentlich hin. Der Freundlichkeit wegen legte er ihr ein paar Hausschuhe hin, schlüpfte selbst in welche. Abwartend blickte er sie an.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Aug 12, 2017 7:36 pm

Akane hatte Ringo im Vorfeld darauf vorbereitet, ignoriert zu werden.
Mach dir draus, wenn alles wirklich läuft, wie ihr es geplant habt, und er dich trotzdem für den Rest des Tages nicht mehr anschaut.
Werde ich nicht.
Männer sind bei so etwas sehr geschäftsmäßig.
Es ist ja auch ein Geschäft.

Stattdessen wurde sie hofiert. Während des Essens, und auch noch danach. Ihr Vater hatte sich Tatsuhi gegenüber gesetzt, und sie hatten angemessene Konversation betrieben. Daizen hatte sich für die Möglichkeit bedankt, am Platze zu nächtigen.
Wenn ich nun noch aufbreche, bringe ich die Nacht auf der Straße zu. Nein, es gibt wirklich bessere Orte, an denen ich schlafen möchte.
Akane, so wurde Tatsuhi erklärt, würde überhaupt nicht abreisen, sondern als Leibwächterin und Vertraute an Ringos Seite bleiben.
Jemand muss ja auch ihr Schwert tragen.
Sie würde Ringo allerdings nicht auf Schritt und Tritt folgen; ihr Quartier würde sie dort beziehen, wo auch die Diener schliefen.

Später waren sie nur noch zu zweit. Ringo schritt achtsam und hellhörig neben dem Clanoberhaupt einher, blickte in jeden Winkel und lauschte auf jedes Geräusch.
"Ich zeige dir deine Unterkunft. Es wird dir gefallen."
Ja. Ringo war wohlgelaunt und ließ sich einfach treiben. Sie staunte allerdings nicht schlecht, als sie über ein Tor einen Seitengang hoch und auf eine Mauer geführt wurde.
Männer standen hier, mit Waffen, welche sie schon einmal gesehen hatte. Auf dem Schwarzmarkt. Sie verbarg das Wiedererkennen hinter blauen Rehaugen und einem neugierigen Blick auf die ungewöhnliche Ausrüstung. Als Tatsuhi einige Erklärungen fallen ließ, nickte sie.
Interessant.
Tatsuhi führte sie weiter, bis zu einem Tor, welches offenbar direkt... in den Berg führte. Ringo blieb kurz davor stehen und blickte die Felswand empor, während sich Tatsuhi eine Fackel geben ließ. Sie betrachtete die Fackel mit gerunzelter Stirn.
Werde ich in einer Mine schlafen?, fragte sie scherzhaft und lächelte, bekam allerdings noch keine Antwort. Stattdessen folgte sie ihm hinein in diesen mächtigen Gang, stieß kurz darauf auf ein monströses Tor und hörte das Grollen dahinter.
Neuerlich blieb sie stehen, unschlüssig, und musterte die Wachen, ehe sie sich zu Tatsuhi umwandte. Fragend blickte sie ihn an. Bekam neuerlich keine Antwort. Weiter ging es auf einem langen Weg, bei dem Ringo sich noch eine Weile lang nach hinten in Richtung des grollenden Tores umblickte. Etwas Unbekanntes, Knurrendes im Rücken. Ihr Wohlgefühl wurde etwas gedämpft. Und der lange Weg verunsicherte sie. Wohin ging es hier? Sollte sie vielleicht die Orientierung verlieren?
Schließlich aber erreichten sie das Ziel, ein Haus aus weißem Marmor und mit schwarzem Dach, welches auf ungewöhnliche Weise geöffnet wurde. Ringo schaute aufmerksam zu, inzwischen schon nicht mehr fragend, sondern bloß noch betrachtend.
Als sie eintraten, empfing sie zuerst ein Kohlebecken. Ringo trat sofort darauf zu und streckte die Hände der Wärme entgegen.
Durch Höhlen und über Berghänge... Mir wurde langsam kühl. Sie blickte Tatsuhi an, der sie ihrerseits forschend betrachtete. Umso eindringlicher wurde sie sich bewusst, dass sie nun mit ihm allein war, soweit sie sehen konnte. Gab es Diener hier oben? Bestimmt. Tatsuhi lebte hier oben doch nicht allein?
Schließlich brach er das Schweigen. Die Frage war nicht unerwartet, und Ringo entspannte sich wieder etwas.
Ihr lasst es hart klingen. Sie war noch beim distanziert-höflichen Sie; dass er bereits beim Du war, erschien seltsam passend. Er machte die Dinge ein wenig anders als sie. Ringo störte sich nicht daran. Eine Heirat ist die Art meines Geschlechts, Politik zu machen. Ich kann teilhaben an diesem Männerspiel... ohne zum Eisclan überlaufen zu müssen. Letzteres fügte sie nur scherzeshalber an, schlüpfte in die Hausschuhe und blickte sich um.
Lebt Ihr so weit weg von allem?
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Sa Aug 12, 2017 8:01 pm

Manchmal fehlte es Tatsuhi an Humor. Auf die Frage, ob sie in einer Mine schlief, antwortete er nicht. Auch bei den weiteren fragenden Blicken, blieb er einfach still. Er würde sie irgendwann beantworten, wenn er ihr vertrauen konnte. Bis dato ließ er es aber durchblicken, dass der Metallclan einfach ein paar geheimnisse hatte. Geheimnisse, die vermutlich viel größer waren als man dachte. Nachdem sie gemeinsam durch die Gänge liefen – er würde Ringo später erklären, woran man den Weg erkannte – blieben sie gemeinsam in der Eingangshalle des Hauses stehen. Die blonde Frau trat sofort an die Metallschüssel heran und wärmte ihre Hände. Tatsuhi trat näher an einen Kleiderschrank an der Tür, der gleichzeitig für die Gadrobe geeignet war. Da er hier selten Gäste empfing, konnte auch niemand seine Jacke hier hinhängen. Er hingegen zog einen Mantel hervor. Die Art von Mantel, die man sich morgens drüberzog, wenn jemand an der Tür klingelte und man nackte Tatsachen verstecken musste. Natürlich war er frisch gewaschen und roch etwas blumig. Er stellte sich kurzer Hand hinter sie und legte ihr den Mantel um die Schultern. Auch wenn diese Gestik zum ersten Mal etwas unbeholfen wirkte. Die Gestik wirkte fast so als würde er einem Pferd eine Decke über den Rücken werfen. Gleich danach umrundete er die Feuerschale, fast so als wollte er besser etwas Abstand zwischen sie beide bringen. Er räusperte sich leise, fasste sich und stellte eine Frage. Sie stellte fest, dass es hart klang.
„Ich hätte keine Lust mich als Objekt weiter reichen zu lassen“, stellte er fest und rieb sich kurzer Hand über den Nacken. Dann zuckte er die Schultern und verschränkte seine Arme vor der Brust. Die Frage von Ringo war merkwürdig intim. In diesem Haus kam sonst niemand her.
„Nun, manchmal braucht man seine Ruhe, um ein so großen Clan zu führen“, stellte er fest und deutete ihr an mit zu kommen. Über den Witz mit dem Eisclan lachte er nicht. Die Frauen stieß ihn noch immer sauer auf. „Zudem ist der Aschegeruch weit entfernt.“ Tatsuhi blieb an einer Tür stehen, die Hände beide auf die Flügel gelegt. Er warf einen Blick über die Schulter. „Du dachtest immerhin ich würde dich damit vertreiben wollen. Jetzt gibt es dafür keine Sorge mehr.“ Als er seinen Kopf wieder nach vorne drehte, konnte man ein Zucken seiner Lippen sehen. War das ein Lächeln? Ja tatsächlich lächelte Tatsuhi, aber es war so kurz gewesen, dass man glauben konnte es wäre eine Halluzination gewesen. Gleich danach drückte er die Türen auf, die sich geschmeidig öffneten. Hinter der Tür kam ein großer Raum zum Vorschein. In einer Ecke stand eine kleine Küchenzeile. Es gab einen Tisch an dem man sich zu Boden setzen konnte. Allerdings wurde deutlich, dass er hier keinen Besuch empfing. Der Tisch war vielleicht für vier Personen ausgelegt. Die Fenster zeigten den Ausblick auf die Stadt zur Nordseite. Zur Ostseite sah man sämtliche Schornsteine der Schmiede empor ragen. Es waren an die 20 in der Zahl. Kleine und Große. Jeder von ihn stieß dunkler Rauch aus. Dort hinter ergoss sich der Ascheregen.
„Hier gibt es Essen. Allerdings befindet sich verderbliches draußen vor der Tür in einer Truhe, um frisch gehalten zu werden.“ Er nickte zur Küche. „Du wirst hier oben keine Diener finden. Solltest du das Essen nicht mögen, kann ich dir welches aus der Küche ordern. Das dauert nur etwas.“ Dann deutete er auf die Couch. Von dort aus konnte man einen Balkon sehen. Auf diesem befand sich eine tief eingelassene Mamorwanne. Platz genug für vier Leute. Tatsuhi deutete auf die Couch und zündete ein paar Kerzen auf dem Tisch an. Dann setzte er sich hin und legte lässig seinen Arm über die Lehne. Sein Blick lag weiterhin auf Ringo. Forschend und fragend. Immer wieder sah man wie er sie musterte. Überlegend. Überlegend wie sie aussah. Gleichzeitig stellte sich eine Frage.
„Ich bin der erste Mann für dich oder?“ Ohne Frage war eine Hochzeit kein Muss und in der heutigen Zeit kam es selten vor, dass Frauen solange enthaltsam lebten. Nur die wirklich traditionell angehauchten Clans waren davon betroffen. Tatsuhi hingegen war nicht ganz so enthaltsam gewesen. Er hatte sich mal mit einer Frau vom Eisclan angelegt. Seitdem war seine Beziehung zu den Damen etwas frostig. Eine abgesagte Vermählung und eine Frau, die er vorher schon angefasst hatte. War vielleicht nicht die beste Idee von ihm gewesen.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am So Aug 13, 2017 10:20 am

„Ich hätte keine Lust mich als Objekt weiter reichen zu lassen.“
Ringo lächelte leicht, zog den Mantel etwas ordentlicher um sich. Ihr seid auch ein Mann. So einfach war das. Sie erwartete nicht, dass er es verstand. Er musste auch nicht.
Tatsuhi führte ihr die Vorzüge der Behausung vor Augen. Drei Dinge machten ein Heim wertvoll: Lage, Lage, außerdem Lage. Er hob hervor, dass auch die Asche weit fort war. „Du dachtest immerhin ich würde dich damit vertreiben wollen. Jetzt gibt es dafür keine Sorge mehr.“
Es war offenkundig ein Scherz, doch dem Hokusai fehlte die passende Mimik dazu, wie es Ringo schien. Tatsuhi lächelte nicht; man musste schon gut aufpassen, um zu erkennen, was er ernst meinte und was nicht.
Ein wahres Steingesicht. Darauf würde sie achten müssen.
Ringo wurde in den nächsten Raum geführt und über die Situation hinsichtlich Dienerschaft aufgeklärt. Sie waren also wirklich nur zu zweit hier. Es gab allerdings Essen, und einen Platz zum Zubereiten von Speisen. Die junge Frau musterte die Küche einen Moment länger. War Tatsuhi ein begeisterter Selbstversorger? Ungewöhnlich erschien ihr das für ein Clanoberhaupt, welches schließlich jede andere denkbare Möglichkeit zur Verfügung hatte.
Auf die Anmerkung, dass sie auch Essen aus der Dienerküche ordern könne, winkte sie schnell ab. Hmmm, nein. Es ist in Ordnung. Ich möchte ja sehen, was es zum Frühstück geben wird, und wer es machen wird.
Bislang hatte sie wirklich viel Ablenkung genießen dürfen. Auch jetzt noch, mit dem ungewöhnlichen Ausblick auf die Stadt und die qualmenden Schornsteine der Schmieden. Doch langsam dämmerte ihr, dass es natürlich keinen unendlichen Nachschub an Dingen gab, die man anschauen und kommentieren konnte. Sie würde sich mit ihrem möglichen Ehemann unterhalten müssen, und als Tatsuhi sich auf die Couch setzte, den Arm lässig über der Lehne, wurde ihr bewusst, dass dieser Moment gekommen war. Am liebsten wäre sie auf den Balkon gegangen, bloß um sich weiter umschauen zu können. Doch wenn er hier sitzen wollte, blieb ihr wenig anderes übrig, und so ließ sie sich ebenfalls nieder, eine Armlänge von ihm entfernt.
Ob er der erste Mann für sie sei. Diese Frage brachte sie überraschenderweise zum Grinsen. Ja, erwiderte sie, und leichte Röte färbte ihr Gesicht. Aber ich habe alles darüber gelesen. Sie ließ die Hausschuhe von den Füßen fallen, die in weißen Socken steckten, und drehte sich Tatsuhi zu. Dabei setzte sie sich im Schneidersitz hin. Für Euch bin ich jedoch sicher nicht die Erste, nicht? Um ehrlich zu sein, fragte ich mich schon bei meinem Eintreffen, ob ihr nichtmals mehr kinderlos seid. Rasch führte sie ihren Verdacht weiter aus. Der Junge in der Samurai-Rüstung... ist er... vielleicht...? Sie lächelte verlegen und führte den Satz nicht weiter aus. Ja, sie verdächtigte Pablo, ein unehelicher Sohn Tatsuhis zu sein.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am So Aug 13, 2017 2:35 pm

Verstehen tat Tatsuhi noch immer nicht. Vielleicht hatte Ringo recht und er konnte als Mann so etwas nicht verstehen. Er entschloss sich, dass sich nicht weiter den Kopf darüber zerbrach. Sie schien sich damit immerhin zu arrangieren, auch wenn es nur eine Fassade sein konnte. Zugegeben kannte Tatsuhi sie nicht gut genug um so etwas einschätzen zu können. Statt weiter an den Haaren herbei zu ziehen, dass Ringo womöglich etwas gegen eine Hochzeit hatte, beließ er es bleiben. Er setzte sich auf die Couch und legte seinen Arm lässig über die Lehne hinweg. Der Blick fokussierte sich wieder auf Ringo, die sich eine Armlänge von ihm entfernt setzte. Natürlich fragte er sofort nach, ob er der erste Mann war. In der heutigen Zeit wusste er darüber Bescheid, dass Frauen nicht mehr ganz so traditionell dachten. Allerdings bevorzugte er traditionell denkende Frauen. Sie waren leichter zufriedenzustellen und nicht ganz so sprunghaft. Umso mehr ehrte es sein ego, wenn er hörte, dass eine Frau noch keinerlei Erfahrungen hatte. Für ihn hatte es immer einen Touch von Besonderheit, wenn eine Frau noch keinen anderen Mann hatte. Seine Mimik wirkte plötzlich etwas aufgeweckter und interessierter.
„Gelesen?“, harkte er nach. „Über Sex?“ Langsam blinzelte er, bevor er sich leicht nach vorne beugte.
„Ich hoffe es waren keine Bücher in dem es nur um die Reproduktion von Menschen ging.“ Tatsuhi lehnte sich langsam wieder zurück. „Sex hat eine entspannende Wirkung. Es sollte nicht nur auf der reinen Reproduktionsebene betrachtet werden. Allerdings findest du sowas nicht in Büchern.“
Um nicht in der ersten Unterhaltung mit seiner zukünftigen Frau in Sex zu verweilen – er befürchtete nämlich das er sonst auf dumme Gedanken kam – beließ er es dabeibleiben. Ringo schien jedoch ebenfalls wissen zu wollen, ob er schon eine Frau hatte. Wenn sie wüsste, wie viele er schon unglücklich gemacht hatte, würde sie vielleicht schon freiwillig verschwinden.
Tatsuhi zeigte jedoch keine Verlegenheit. Er hörte nur der Frage der Blonden zu und musste sich ein Grinsen verkneifen. Man sah das seine Mundwinkel leicht zuckten. Er räusperte sich, um das Lachen zu verbergen.
„Ja, tatsächlich bist du nicht die Erste. Sollte es zu dieser Hochzeit kommen, solltest du wohl den Eisclan meiden. Die Frauen dort boten mir vor einigen Monaten ein Bündnis mit einer Hochzeit an. Deswegen bin ich überrascht, dass der Lichtclan nun vor der Tür steht.“ Er wog den Kopf nachdenklich zu Seite. Er hätte noch sagen können, dass er dem Lichtclan auch ohne Hochzeit hätte zugestimmt. Zumal er die 30 Tage nur verhängte, um auszutesten was Ringo für ein Mensch war. Nach den 30 Tagen würde er dem Bündnis zustimmen. Wenn Ringo bis dahin durchhielt, wurde sie seine Frau. Wenn nicht… dann war es nicht so.
„Der Junge in Samurairüstung heißt Pavlo. Er ist nicht mein Sohn. Allerdings starben seine Eltern in den Schmieden bei einer Explosion vor einigen Jahren. Ich habe ihn darauf aufgenommen.“ Es klang fast so als wäre er ein Ersatzvater. Allerdings ließ er Pavlo nicht hier oben schlafen. Vermutlich hätte es ein Ersatzvater machen müssen, aber Tatsuhi war mit 8 Jahren auch Vaterlos gewesen. Er sah es nicht als Notwendigkeit an für ein Kind die Nähe einer „Vaterfigur“ genießen zu dürfen. Stattdessen schlief Pavlo unten in der Festung und blieb in der Nähe des Säbelzahntigers, um den er sich kümmern musste. Tatsuhi zuckte die Schultern.
„Ansonsten hat sich noch keine Frau bei mir bzgl. Eines Kindes gemeldet“, säuselte er. Kurz herrschte Stille und Tatsuhi blicke Ringo einfach nur an. Es war ein Moment in dem er überlegte, was er in den nächsten Tagen mit ihr machen würde. Er erhob sich von seinem Platz und ging zu einem Glasschrank herüber. In diesem standen mehrere Flaschen drinnen. Alkohol aus jeder Region. Der eine stammte vom Eisclan. Trank man von diesem, blies man einen kalten Atem aus. Er griff nach einem kleinen Krug und holte zwei Schälchen aus dem Schrank.
„Ich habe hier im übrigen kein wirkliches Gästezimmer. Es gibt mehrere Räume oben, die sind jedoch vollgestellt. Solltest du also einen privaten Raum wünschen, werde ich Dir einen der Räume freiräumen.“ Merkwürdigerweise schien Tatsuhi nicht davon zu sprechen, dass er einen Diener kommen ließ, der hier arbeitete. Er sprach nicht von einem Koch der kam, einem Hausmädchen oder gar einer Dame, die aufräumen würde. Dafür gab es auch Gründe. In diesem Haus gab es Aufzeichnungen, die zu wertvoll waren. Aufzeichnungen und gefundene Artefakte. Er besaß sogar ein Zimmer in dem er „Konzepte“ für neue Waffen hatte. Jeder dieser Räume war jedoch verschlossen. Ein weiterer größerer Raum war ein Trainingsbereich. Im Keller gab es unterirdisch eine heiße Quelle.
„Ein Bett habe ich allerdings für dich. Auch getrennt von meinem.“ Eigentlich meinte er damit nur eine Matratze. Tatsuhi stellte Ringo ein Schälchen hin und goss ihr etwas von dem Alkohol ein. Natürlich nicht ganz so viel. Abfüllen wollte er sie nicht. Es war jedoch manchmal kühl hier oben. Auch wenn Tatsuhi das nicht mitbekam. Er hob das Schälchen in ihre Richtung und trank davon ein Schluck.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mi Aug 16, 2017 5:53 pm

Wenn es etwas gab, was Ringo eisern verteidigen würde, dann war es das Wissen aus Büchern. Egal, um welches Thema es ging.
"Allerdings findest du sowas nicht in Büchern.“
Es war wie eine Aufforderung zum Duell. Es blitzte in ihren Augen auf, wenn auch auf belustigte Weise. Sie hob einen Zeigefinger.
Oh, ich habe die sieben Schriften Temmo Daimarus gelesen, und sogar eine Abschrift der unvollständigen Achten. Sie hielt kurz inne, fügte dann bescheiden hinzu: Zumindest drei Kapitel davon.
Temmo Daimaru war ein berühmt-berüchtiger Samurai und Schriftsteller einer höchst beliebten Reihe von Erotik-Romanen, welche leider nie zu einem Ende gekommen war. Nach sieben Bänden hatte sich Daimaru wegen einer Affäre in ein Duell begeben und den Kürzeren gezogen. Und etliche Diebe und Spione wurden auf das Erbe des Schriftstellers angesetzt, um Notizen und dergleichen abzugreifen.

Dass der Eisclan vor dem Lichtclan vorbeigeschaut hatte, amüsierte Ringo ebenfalls. Faszinierend... Im Geiste überschlug sie den zeitlichen Ablauf der Planungen. Nein, das Eis hatte wohl nur zufällig den gleichen Einfall gehabt. Doch es zeigte zumindest die Absicht, nach mehr Stärke zu streben.
Darauf werden wir ein Auge haben müssen. Ja, den Eisclan zu meiden, klang sehr wahrscheinlich. Er würde nicht gut auf Ringo zu sprechen sein, oder auf das Licht generell.
Offenbar gab es weder andere Frauen noch uneheliche Kinder. Auch der vermeintliche Hofnarr war nicht Tatsuhis Lenden entsprungen, was eine Erleichterung für Ringo darstellte. Solche Situationen konnten aus dem Ruder laufen, wenn es um Erbfolgen ging. Woher sie das wußte? Aus Büchern! Und zwar historischen Schriften, leider leider.
Das Schicksal von Pablos Eltern ließ Ringos Lächeln etwas verschwinden. Das ist schlimm, murmelte sie, ließ das Thema damit aber auch unangetastet. Dass sich Tatsuhi gönnerhaft gegenüber dem Jungen benahm, sprach für ein gutes Herz. Und Pablo war damit einfach nur ein heranwachsender Gefolgsmann.
Still beobachtete sie, wie Tatsuhi für Erfrischungen sorgte. Interessiert musterte sie den Krug, aus dem Tatsuhi gleich einschenken sollte. Gleichzeitig lauschte sie natürlich auch seinen Worten und blickte nachdenklich auf. Ja, sie hatte es vernommen: Tatsuhi würde ihr ein Zimmer freiräumen, wenn sie wollte. Er würde es nicht freiräumen lassen.
Ihr legt wohl gern selbst Hand an, bemerkte sie lächelnd. Am Ende stelle ich noch fest, dass Ihr in den Schmieden arbeitet. Tagtäglich Brandwunden riskierend und nach abgesengten Haaren riechend... Gut gelaunt nahm sie das gefüllte Schälchen. Räumt heute nach nichts mehr um; ein getrenntes Bett wird mir genügen. Sie erwiderte den Gruß mit gehobenem Schälchen und trank gleichfalls einen Schluck, verzog das Gesicht und keuchte auf. Es schüttelte sie sichtlich durch, und etwas wie Eisnebel kroch aus ihrem Munde.
Hoh! Kalt! Kalt! Sie kniff die Augen zusammen... und streckte trotzdem das Schälchen in Richtung des Kruges aus, womit sie um einen weiteren Schluck bat. Wein aus der Kellerei des Eisclans. Den gerade heute abend zu trinken, werte ich als Sieg für mich. Ihr Blick hatte etwas sanft Glasiges an sich, als sie die Augen wieder aufschlug. Ein leichtes Grinsen erschien auf ihren Gesichtszügen. Deren Heiratsangebot nahmt Ihr also nicht an. Wie habt Ihr da entschieden? Auch erst nach dreißig Tagen? Wenn ja, wie lang hielt sie durch?
Sie ließ es klingen, als frage wie Wie lang muss ich durchhalten, um das Eismädchen zu schlagen?
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Do Aug 17, 2017 6:04 am

Der Samurai musterte die Frau interessiert, während sie erklärte das sie Bücher von Temmo Daimaru gelesen hatte. Er hatte von dem Schriftsteller gehört. Ein Autor, der Erotik-Romane verfasste, die wohl besonders beliebt bei Frauen waren. Trotzdem schien Tatsuhi nicht davon überzeugt zu sein, dass die Blonde dadurch über Erfahrung sprechen konnte. Er hob die Augenbraue und grinste hämisch. „Verstehe. Eine sehr interessante Vorstellung“, stellte er fest und blickte ihr dabei in die Augen. „Du beim Lesen eines Erotikromans.“ Ein dunkler Unterton schwang in seiner Stimme. Offensichtlich malte er sich das Bild gerade im Kopf aus. Allerdings wollte er nicht weiter auf dem Thema rumhacken. Klang seine Stimme gerade noch leicht verrucht, konnte sie doch schnell ins süffisant übergehen. Ein Buch zu lesen, war immerhin nicht vergleichbar mit Sex. Zumal Tatsuhi in den ersten 10 Minuten nicht gleich, wie ein verhungerter Wolf wirken wollte, der sich auf das Lamm stürzte. Sie konnten durchaus ein paar „flachere“ Themen angehen. Der Eisclan stand zuerst auf der Liste. Obwohl er öfters über diesen spottete. Er hielt nicht sehr viel davon, dass dieser „Frauenclan“ sich derartig aufspielte. Es störte ihn geradewegs, wenn eine Frau sich ihm gegenüber auflehnte und versuchte ihn zu untergraben. Vermutlich lag es aber auch daran, dass er es gewöhnt war an der Macht zu sein. An manchen Tagen empfand er dieses Schicksal jedoch als Last. Ein Grund warum er hin und wieder etwas weniger abgehoben wirkte. Die Entscheidung Pavlo aufzunehmen, war eine dieser Entscheidungen, die es nur deutlich machte.
Tatsuhi stand in dem Gespräch auf und fing an ihnen Drinks einzuschenken, während Ringo feststellte das er wohl gerne selbst Hand anlegte. Diese Aussage hätte man auch doppeldeutig aufnehmen können. Der Samurai stellte der Frau ein Schälchen hin und setzte sich wieder.
„Hin und wieder bin ich in den Schmieden. Früher habe ich dort ein paar Waffen hergestellt und mich mit den Materialen vertraut gemacht. Eine Erfahrung die beim Konzipieren von Waffen sehr nützlich sein kann.“ Gedanklich fügte er noch hinzu, dass es auch für sein Training gut war, zu erkennen was er mit Metall anstellen konnte.
„Aber ihr werdet feststellen, dass ich sehr wohl gerne selbst… Hand anlege“, brachte er noch einmal deutlich hervor und ließ seinen Unterton extra doppeldeutig anklingen. Er prostete ihr zu und ließ unter den Tisch fallen, dass er nur selbst Hand anlegen, weil in den Räumlichkeiten Geheimnisse waren. Immerhin war Ringo erst einen halben Tag hier. Sie gleich mit allen Metallclanzeug zu überschütten, lag nicht in seinem Interesse.

Gefolgt von dem Schluck Alkohol, stieß er ebenfalls einen kleinen Eisnebel hervor. Kurz durchzog ihm eine fröstelnde Kälte und gleich daraufhin folgte eine angenehme Hitze.
„Ich werde es genießen, eine Frau wieder in meiner Nähe schlafen zu haben“, stellte er fest als sie meinte das er zunächst den Raum nicht frei räumen musste. Lange war es her gewesen. Fast 1 Monat. In seinen Augen zu lange. Er goss ihnen beiden noch nach und nippte diesmal nur am Schälchen, während Ringo über den Eisclan sprach. Tatsuhi lehnte sich seitlich an der Couchlehne heran, wodurch er die blonde Frau besser ansehen konnte.
„Ich hatte etwas von 2 Monaten gesagt. Bei uns herrscht der Glaube, dass es Unglück bringt im ersten Monat des Neujahres zu heiraten“, erklärte er. Der erste Monat des Neujahres war vor einigen Jahren der Monat in dem der Metallclan Waffen an den Schattenclan verkaufte. Würde man in diesem Monat heiraten, war es fast so als würde man seine Seele verkaufen.
„Allerdings habe ich nach den zwei Monaten dann abgelehnt.“ Er hatte die Monate vollständig ausgekostet. Eigentlich wusste er nach drei Wochen schon, dass es eine schlechte Idee gewesen wäre. „Das hat mir der Clan wohl übel genommen. Seitdem steht ständig irgendeine Delegation vor der Tür, die sich über irgendetwas beschwert. Ich vermute sie wollen Druckmittel gewinnen, um die Hochzeit doch noch zu bekommen. Allerdings ist der Metallclan nicht von ihnen abhängig und wird auch auf ihre Forderungen nicht eingehen.“
Tatsuhi trank noch einen großen Schluck von seinem Schälchen und beugte sich dann zu Ringo.
„Zugegeben war die Frau des Eisclans nicht ganz so attraktiv, wie du. Die Frauen des Eisclans sind aufgrund der Kälte immer etwas … beleibter und kräftiger.“ Seine Augen fuhren über sie hinweg. „Nichts, was ich gerne im Bett sehe.“ Auch wenn Ringo ein wahrer Blickfang war, so war der Aspekt für ihn auch der wichtigste. Was im Bett lief. Als damals der Eisclan vor der Tür stand und ihre Braut präsentierte, war ihm eigentlich sofort klar gewesen, dass er damit nichts anfangen konnte. Es hatte sehr lange gebraucht bis er die Dame anrühren wollte – genau 3 Wochen – was bei einem Mann generell kein gutes Zeichen war.
„Aber es wundert mich“, kam es etwas zusammenhanglos von Tatsuhi, nachdem er Ringo lange genug angesehen hatte. „Das die Tochter des Lichtclanoberhauptes noch nicht verheiratet ist. Der Lichtclan genießt normalerweise einen guten Ruf. Ein Bündnis mit diesem wäre generell ein Gewinn.“ Sein Blick wanderte durch den Raum und blieb dann wieder auf Ringo hängen. Noch immer war er etwas misstrauisch ihr gegenüber, etwas das ihm nicht aus dem Kopf gehen wollte. Warum war sie hier? Was verfolgte der Lichtclan wirklich? Es würde wohl Ringo sein, die dieses Misstrauen zerstreuen musste. Auch wenn ein Bündnis mit dem Lichtclan mit Sicherheit nur Vorteile haben würde – auch ohne Hochzeit. Die Hochzeit war nur das Sahnehäufchen auf der Torte, der dazu führte das er schneller zustimmte als bei dem Eisclan. Auch wenn Tatsuhi in der Beziehung wohl wirklich oberflächlich war und sich schnell von weiblichen Vorzügen einnehmen ließ. Es würde ihn zumindest nicht wundern, wenn Ringo auf diese Weise sein gesamtes Misstrauen direkt über Bord werfen würde.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr Aug 18, 2017 4:05 pm

Dass Tatsuhi die Temmo-Schriften nicht allzu ernst nahm, war für Ringo nicht überraschend. Genauso wenig störte es sie. Stattdessen bedachte sie das hämische Grinsen mit wissendem Lächeln.
Dass es das Oberhaupt des Metallclans wirklich in die Schmieden zog, überraschte sie schon mehr. Nun, vielleicht handhabt man es hier so. Möglicherweise ist es ja auch Teil ihrer Ki-Übungen.

Schon ein einziges Schälchen von dem Eisgebräu, und sie war beschwippst. Ihre Augen schienen ein klein wenig größer als vorher, während sie zuhörte, was aus der Heiratsanwärterin aus dem Eisclan geworden war.
„Zugegeben war die Frau des Eisclans nicht ganz so attraktiv, wie du. Die Frauen des Eisclans sind aufgrund der Kälte immer etwas … beleibter und kräftiger.“
Als er sich vorlehnte, lehnte sie sich ebenfalls vor.
„Nichts, was ich gerne im Bett sehe.“
Sie hob eine schmale Augenbraue. Ihr seht also lieber jemanden... dem Ihr einen Mantel umlegen könnt, schlussfolgerte sie und zupfte an dem Umhang, in den sie sich gehüllt hatte. Na, dafür friere ich doch gern.
Ihr Kopf fühlte sich leicht an.
Als sich das Gespräch vom Eis zum Licht hindrehte, blinzelte sie ein wenig verdutzt. Seine Feststellung erwischte sie auf dem Falschen Fuße, weshalb sie zunächst nach Worten suchen musste. Und ihrer ernsteren, festeren Stimme.
Einige Angebote gab es durchaus, ja, bestätigte sie. Doch man kann ja bekanntlich nur einmal heiraten, und letztlich will mein Vater nur das Beste für mich... und meinen Clan. Sie blickte Tatsuhi ernst ins Gesicht. Seiner Einschätzung nach seid das wohl Ihr. Darum bin ich hier, nicht beim Feuer und nicht beim Wind. Und momentan finde ich auch alles recht... spannend.
Ihre Ernsthaftigkeit war vom starken Wein bereits unterhöhlt. Ihre Fassade bröckelte, denn im nächsten Moment lächelte sie wieder schief und lehnte den Kopf gegen das Polster der Couch, als wäre er plötzlich zu schwer für ihren schmalen Hals.
Hmmm... Ich würde gern auf den Balkon gehen, aber wir sind so weit oben und ich habe Angst, irgendwo herunter zu fallen...
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Fr Aug 18, 2017 8:58 pm

Tatsächlich konnte Tatsuhi nicht sagen, wie hoch der Alkoholgehalt des Getränks war, aber es schien auszureichen, dass die junge Frau davon eingenommen wurde. Der Samurai beobachtete sie ganz genau. Er konnte sehen, wie ihr Blick etwas glasig war. Vermutlich trank sie nicht oft Alkohol. Etwas das er jedoch schätzte. Trinkfeste Frauen waren knall hart.
Langsam beugte er sich ihr entgegen und erklärte, was er gerne im Bett zu sehen bekam, wodurch sich auch Ringo ihm nährte. Das erste Mal konnte er ihre Augenfarbe studieren. Ein interessantes und anziehendes Blau. Unwillkürlich musste er an Kinder denken. Wenn sie diese Art von blau hätten, wären es mit Sicherheit wahre Engel. Bereits jetzt versuchte sein Gehirn akribisch Ringo in sein Leben zu quetschen, um herauszufinden ob sie wirklich zu ihm passte. Würde sie gut aussehen neben ihm? Würde sie vornehmen sein? Würden ihre Kinder gut aussehen? Würden ihre Lippen gut schmecken? Der Blick des Samurai wanderten kurz hinab auf die roten Lippen, während sie sich langsam für eine Antwort bewegten. Sie erklärte das sie gerne frieren würde, wenn er darauf stand ihr einen Mantel umzulegen. Tatsuhi Augen lagen auf ihren Händen, die an dem Mantel herum zupfte, bevor er sich zurücklehnte.
„Du hast gefroren. Es schien mir angemessen zu sein dir ein Mantel umzulegen“, stellte er fest. Tatsächlich empfand er eine solche Gestik jedoch angenehmer als eine Frau, die ihm gegenüber hammerhart war. Vermutlich weil er zu die Sorte Mann gehörte, die das Gefühl benötigten das seine Frau an seiner Seite sie brauchte und etwas schutzlos war. Es schmeichelte wohl mehr seinem Ego.
Von seiner Sorte gab es mit Sicherheit noch mehr. Ebenso war er sich sicher, dass einige dieser Männer auf Ringo gestanden hätten. Sie war nicht auf den Kopf gefallen, drückte sich gut aus und hatte durchaus auch was zu bieten. Die Frage war wohl deswegen nicht ganz unberechtigt die er stellte. Warum war sie nicht schon verheiratet? Ihre Erklärung klang irgendwie plausibel, aber auch nur irgendwie. Tatsuhi sah sie erforschend an, um zu erkennen, was sie wohl gerade wirklich dachte. Als sie lächelte, entspannte er sich wieder etwas. Erst als Ringo den Balkon ansprach, regte sich der Samurai wieder. Er blickte zu dem Balkon. Dann erhob er sich langsam und fing dabei an zu sprechen: „Der Metallclan besitzt keinen besonders guten Ruf. Es ist eher ungewöhnlich, dass dein Vater deswegen uns für seine Tochter auswählt.“ Langsam reichte er ihr die Hand: „Außerdem gelten wir als ungehobelt, unfreundlich und stinkend.“ Es waren nur drei von vielen Gerüchten um seinen Clan, die ihn jedoch nicht schärten. Er konnte dennoch Ringo mit diesem Ruf ruhig konfrontieren. Immerhin musste sie die ganze Wahrheit darüber wissen. Statt jedoch weiter pessimistische Worte zu schwingen, versuchte er etwas freundlicher dreinzublicken. Der Alkohol lockerte auch ihn auf, auch wenn nicht so sehr wie vermutlich Ringo.
„Komm, ich pass schon auf das du nicht runterfällst.“

Nachdem Ringo seine Hand ergriff führte er sie bis zu der Balkontür, die er aufschob. Vorsichtig half er der Frau hinaus. Dann ging er gemächlich mit ihr bis zu der niedrigen Brüstung und blieb stehen. Dort ließ er ihre Hand los und stellte sich dann langsam hinter sie. Dadurch das sie doch deutlich kleiner war, konnte er ohne Probleme über sie hinwegsehen. Seine Hände – die ziemlich groß waren – legten sich an ihre Hüften und hielten sie fest. Und während er dort stand und ihre Hüfte festhielt, fragte er sich wirklich, warum er sich zurücknahm. Warum drehte er ihr nur eine Matratze an? Was war schon dabei? Tatsuhi atmete leise aus.
„Du solltest bei mir im Bett schlafen. Heute Nacht“, stellte er fest. Er zog sie an der Hüfte noch etwas näher zu sich, sodass ihr Rücken sich an ihn heran drücken musste. „Es wäre Schwachsinn in einem Raum zu liegen, weit entfernt.“
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am So Aug 20, 2017 10:33 am

„Außerdem gelten wir als ungehobelt, unfreundlich und stinkend.“
Wenn er es selbst schon so sagte, warum nicht die Lehren der Hohen Diplomatie kurz vergessen? Ringo griente wie eine Katze, die mit dem Näschen voran in die Sahne gefallen war.
Zwei von drei Eindrücken hatte ich bei Eurem ersten Anblick auch, stellte sie fröhlich fest. Sie ergriff die dargebotene Hand. Ihr müsst selbst erraten, welche.
Frische Luft klärte Ringos Kopf wieder ein wenig auf. Sie atmete befreit ein und aus, blickte über die Brüstung hinweg und genoss die Aussicht. Ihren potenziellen Zukünftigen spürte sie deutlich im Rücken... und an den Hüften. Sie legte den Kopf in den Nacken, betrachtete einen Moment lang schweigend die Sterne. Dann lehnte sie sich ein wenig zurück und blickte Tatsuhi von unten herauf an.
Da ist jemand wankelmütig, merkte sie freundlich an. Eben noch hättet Ihr mir ein ganzes, eigenes Zimmer gegeben. Nun gönnt ihr mir nichtmals mehr eine eigene Matratze.
Innerlich wappnete sie sich. Tatsuhi war ihr fremd; sie konnte nicht wissen, wie das Clanoberhaupt auf Widerworte reagieren mochte, und stellte sich auf das Schlimmste ein. Auch wenn sich dies nicht auf ihrem Gesicht niederschlug. Lediglich ihre Körperspannung erhöhte sich ein wenig.
Ich bin erschöpft vom Tage... Die Reise und all die neuen Eindrücke... Wäre das gleiche Bett vielleicht eine Verhandlungsbasis für den nächsten Tag? Sie ließ es anklingen, als wäre es ein Spiel. Für Ringo war es gleichsam ein Test, wie viel Bewegungsfreiheit sie haben konnte.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am So Aug 20, 2017 4:12 pm

Die Augen von Tatsuhi blieben kurz auf der Blonden hängen, die bestätigte das sie den Eindruck ebenfalls hatte, was andere über den Metallclan dachten. Dafür kassierte Ringo zumindest einen ziemlich finsteren Blick. Er wusste, wie sein Clan war, dennoch hörte man diese Worte nicht gerne aus dem Munde anderer. Ringo bewegte sich damit zumindest auf sehr dünnen Eis. Viel konnte er darauf jedoch nicht erwidern. Immerhin hatte er dieses Thema angeschnitten und sie nur in Ehrlichkeit ein paar Worte erwidert. Der Samurai ließ sich jedoch nichts anmerken, auch wenn er kurzweilig mit seinem Stolz kämpfte. Sie tragen zunächst einmal auf den Balkon. Die kühle Brise dämpfte sein hitziges Gemüt und entspannte ihn. Wie versprochen passte er auf Ringo „auf“. Er legte seine Hände an ihre Hüfte und blickte über die Berge hinweg. Tatsuhi sagte etwas, danach schwieg er. Der Gedanke, dass sie in seinem Bett schlafen sollte, hatte nur einen Hintergedanken: er hätte geschaut, wie weit er gehen konnte. Seine Augen blickten wieder über die Berge bis Ringo das Wort ergriff. Langsam sah er hinab zu ihr und zog die Augenbrauen tief zusammen. Wieder eine solche Behauptung. Wankelmütig? Er war also nicht nur ungehobelt und unfreundlich, sondern auch wankelmütig. Die Gedanken von Tatsuhi schweiften von der Überlegung der Verführung Ringos ab und kamen zurück in die frostige Realität.
„Ich werde ein Bett vorbereiten…“, erwiderte er ruhig. Seine Mimik wirkte frostig, auch wenn der Ausdruck öfters in seinem Gesicht hing und schwer zu deuten war. Er dachte bereits darüber nach, ob er die Blonde nicht einfach in einen Abstellraum voller Spinnenweben und Getier einquartieren sollte. Dort konnte sie dann darüber nachdenken, wie unfreundlich, ungehobelt und wankelmütig er wirklich war.
„... in einem Zimmer.“ Die letzten Worte kamen erst nach seinen Gedanken hervor. „Dann kannst du dich von dem Tag ausruhen.“ Der Samurai ließ die blonde Frau langsam los und wandte sich dann herum. Man sah ihm nicht an, was in seinem Kopf ablief, aber er strafte andere gerne mit Undurchsichtigkeit und Starrsinnigkeit. Vor dem Verlassen des Balkons, sagte er nur noch einmal „Warte im Wohnzimmer.“

Es vermochte ein wenig kleinlich sein, dass sich Tatsuhi nun die Mühe machte – wegen ein paar kritischen Worten – die sogar teilweise freundlich klangen – ein Zimmer frei zu räumen. Aber vielleicht machte es deutlich, was er von solchen Worten hielt?
Der Samurai öffnete in der ersten Etage eine abgeschlossene Tür. Diesmal verwendete er einen Schlüssel dafür. Das Zimmer befand sich ganz in der Ecke des Flures. So musste Ringo immer an seinem Zimmer vorbei, wenn sie z. B. die Toilette aufsuchte, in die Küche ging oder aber in einigen anderen Räumen. Dadurch wusste er, ob sie hier herumschnüffelte oder nicht.
Der Raum, den er für Ringo vorsah, war tatsächlich keine Abstellkammer. Es war ein normales Zimmer in dem einige Kartons drinnen standen. Sie waren beschriftet mit „Büchern“. In dem Karton waren Bücher aus der ganzen Welt drinnen. Er hatte sie sich zuliefern lassen für die Waffenkonstruktionen, Sprengstoffmischung und Materialverwendung. An den Wänden standen weitere Bücherregale, die vollgestopft waren mit Lesestoff. Ein paar Bücher handelten über Drachen, Oni und Versiegelung von Oni in Gegenständen. Ein besonders altes Buch befasstes ich ebenfalls mit der Versiegelung von Oni oder auch Onryo in menschlichen Körpern. Tatsuhi räumte ein paar der Bücher nur beiseite und schob die Karton zusammen. Dann holte er eine Matratze und legte sie auf mehrere Kartons drauf. Eine Decke und ein Kissen schliffen dieses Bild noch weiter ab. Um die Spinnen in dem Raum kümmerte er sich nicht. Ein paar hatte er gesehen, wie sie scheu hinter das Bücherregal verschwanden. Tatsuhi war sich jedoch sicher, dass Ringo das auch ganz alleine gut hinbekam.

Nach fast 30 Minuten war das Zimmer dann soweit wohnfähig und Tatsuhi ging gemächlich wieder zurück ins Wohnzimmer. Statt sich auf die Couch zu setzen, blieb er in der Tür des Raumes stehen, lehnte sich in den Rahmen und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ich hab‘ dir ein Zimmer etwas freigeräumt. Du kannst jetzt mit kommen, dann zeige ich es Dir“, erklärte er ruhig und wartete ab, dass sie zu ihm kam, damit sie gemeinsam in das Zimmer gehen konnten.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr Aug 25, 2017 5:14 pm

Manchmal war Diplomatie wie ein Drahtseilakt. Und manchmal auch nicht. Bei einem Drahtseilakt spürte man sofort, wenn man abgestürzt war. In diesem Moment aber wußte Ringo nicht, ob sie abrutschte und dem Boden entgegen fiel. Sie hatte nur diese bohrende Ahnung, das Gefühl kalten Fallwindes.
Möglicherweise war dies nun etwas taktlos. Sie hielt tapfer eine unbefangene Mimik aufrecht, um auf unschuldig zu machen. Innerlich aber bereute es sie, derartig locker und flockig auf Tatsuhis Geplänkel eingegangen zu sein. Nun wollte er sie nichtmals mehr im gleichen Raum?
„Warte im Wohnzimmer.“
... Ja, erwiderte sie mit belegter Stimme und schaute ihm nach, die Stirn in leichte Falten gelegt. Artig begab sie sich dorthin und verweilte mit im Schoß gefalteten Händen und zusammengepressten Lippen. Aaach... wie hab ich das jetzt nur gemacht? Erstklassige Arbeit, dachte sie bei sich und hätte sich am liebsten selbst getreten.
Andererseits... war sie auch erleichtert, denn insgeheim war sie auch schrecklich nervös geworden bei der Vorstellung, mit Tatsuhi das Bett zu teilen. Nun hatte sich dies wohl vorläufig erledigt.
Tatsuhi ließ sie lang allein, und als er wiederkam, wollte er sie wohl auch sogleich loswerden. Jedenfalls kam er nicht aufs Sofa zurück, sondern forderte sie dazu auf, mit ihm zu kommen und das Zimmer anzuschauen.
Gern. Sie erhob sich sogleich, durch pure Willenskraft wieder nüchtern, und folgte Tatsuhi zum Zimmer. Aufmerksam musterte sie die Kisten, welche im Raum standen und zum Teil auch ihr Bettgestell bildeten. Sie trat nach kurzem Zögern ein.
Ist es... in Ordnung, wenn ich in diese Kisten schaue? Sie stellte die Frage fast schon schüchtern.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Hokusai Tatsuhi am Sa Aug 26, 2017 9:40 pm

Die Blonde hatte auf der Couch gewartet. So wie es Tatsuhi sagte oder besser befahl. Sie wirkte nicht mehr ganz so locker, wie vorhin. Auf dem Weg zurück in das Zimmer, dass er für sie eingerichtet hatte, dachte er darüber nach, wie einfach sie ihn um den Finger wickelte. Sie musste nicht viel dazu beitragen. Es war einfach nur ihre Art gewesen, die ihn schnell weichklopfte. Vermutlich musste er höllisch aufpassen, dass er nicht ihrer Schönheit sofort zum Opfer wurde. Er hatte solange keine Frau hier gehabt, dass er Gefahr lief überstürzt zu handeln. Es war vielleicht besser, dass sie zuerst einmal in einem abgetrennten Raum schlief. Dann war die Versuchung kleiner, dass er versuchte mehr von ihr zu wollen.
Nachdem Tatsuhi die Frau in das Zimmer brachte, sah sie sich vorsichtig um. Es tat ihn fast ein wenig Leid, dass er sie in einer so unangemessen Unterkunft nächtigen ließ. Aber eben auch nur fast. Im Hinterkopf schwirrte noch immer die Tatsache, dass sie ihn für ungehobelt und unhöflich empfand. Vermutlich war dieses Zimmer das perfekte Bild von diesem Eindruck. Gerade als er bereits zu der Tür gehen wollte, um zu gehen, hörte er ihre Frage.
Tatsuhi blieb an der Tür stehen und drehte sich zu ihr. Dann ließ er langsam seinen Blick über die Kartons mit Büchern schweifen. Ihm fiel ein, dass Ringo das Erotikbuch erwähnte und er nickte langsam. Das hieß vermutlich das sie gerne las.
„Tu dir keinen Zwang an. Les ruhig“, sagte er in einer fast schon netten Stimme. Relativ schnell bemerkte er aber diesen Tonfall und räusperte sich.
„Wir sehen uns morgen früh. Gute Nacht.“ Mit diesen Worten wandte er sich herum und verließ den Raum. Die Tür wurde zugeschoben.

Der Samurai war froh als er die Tür verschloss. Zugegeben hatte er stetig abwegige Gedanken in der Gegenwart von Ringo. Es verging nicht eine Sekunde, wo er sich nicht vorstellte, wie sie ohne Kleidung aussehen würde. Er schob es auf den Alkohol, der seine Gedanken lockerte. Oder war es einfach nur der Abend? Der Mann entschloss sich, dass er nicht länger darüber nachdenken sollte und verschwand ins Bett.

Der nächste Morgen kam für Tatsuhi wie immer früh. Noch bevor die Sonne aufging war er wach. Die Uhrzeit las er dabei von einer Kerze ab, die über Nacht abgebrannt war. Es musste um die 4 Uhr morgens sein. Er erhob sich von seinem Bett und fing an sich seine Trainingskleidung aus dem Schrank zu ziehen. Die Müdigkeit hing noch deutlich in seinen Knochen und seine Gedanken erreichten noch nicht den Moment, wo er mitbekam das Ringo eigentlich hier war. An seinen Gast dachte er nämlich gerade nicht. Nachdem Tatsuhi auch sein Schwert noch die nötige Ehre entgegen brachte, ging er langsam nach draußen. Er trug nichts warmes. Es reichte gerade so, dass er nicht fror. Dann begab er sich auf den kleinen Trainingsplatz hinter dem Haus.
Die ersten Übungen bestanden aus einzelnen Aufwärmübungen. Er schnitt die Luft mit seinem Katana, wodurch ein deutliches Geräusch zu hören war, wie die Klinge feinsäuberlich durch die Luft glitt. Nachdem er das Gefühl hatte das sein Körper aufgewärmt war, stellte er sich in eine etwas breitbeinige Stellung. Er atmete tief durch und schloss die Augen. Dann fing er an Ki in seinem Körper zu sammeln. Das Katana hing dabei wieder am Gürtel. Für Sekunden wirkte es einfach so als würde er nur dastehen. Aber in Wahrheit durchzog sein Körper das Metallki. Er fokussierte es in seinen Arm. Dann bewegte er sich langsam zu dem großen Stapel Holz. Auf diesen lagen Holzscheitel, die zu groß für einen Ofen waren. Er legte es auf einem Stein ab. Zuerst sah es so aus als wollte er mit seinem Katana schneiden, aber tatsächlich hob er seinen Arm. Ein lautes Knacken war zu hören als Tatsuhi den ersten Holzscheitel in zwei Hälften teilte. Gerade durchgeschnitten. Allein nur mit seiner Hand. Er wiederholte die Prozedur.
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Re: [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mo Aug 28, 2017 10:26 am

Schwer zu lesen. Hokusai Tatsuhi war ein undurchsichtiger Mann, der wohl auch genau so erscheinen wollte. Er ließ sich nicht in die Karten schauen.
Gute Nacht.
Nachdem die Tür geschlossen war, atmete Ringo geräuschvoll aus. Als Läge eine bleischwere Last auf ihren Schultern, ließ sie sich zuallererst aufs Bett fallen und starrte an die Decke, eine ganze Weile lang. Nun hatte sie also wirklich eine gewisse Auszeit, um das Geschehen des Tages zu verarbeiten und einzuordnen. Wars gut gelaufen? Schlecht? So mittel?
Ich sollte schlafen. Diese Idee rutschte ungebeten in ihre Gedankengänge hinein, ließ sich jedoch nicht abschütteln. Vielleicht erst ein wenig dösen... dann kann ich noch immer nachdenken. Nur nicht zu lang ruhen, dann...
Nur kurz darauf fielen ihr die Augen zu.

Am nächsten Morgen erwachte Ringo in einem Zustand der Orientierungslosigkeit. Unbekannte Gerüche, unbekannte Geräusche, unbekannter Winkel des morgentlichen Lichtes, welches ins Zimmer fiel. Eine Sekunde lang quoll Panik in ihr hoch und beschleunigte den Herzschlag. Dann floss die Erinnerung hinzu, und sie beruhigte sich wieder. Auf ihrer Zunge schien ein pelziger Belag zu sein, und ihr Kopf war wie in Watte gehüllt.
Ich habe getrunken.
Sie zwang sich hoch und schritt zum Fenster, öffnete es weit und atmete die kalte Luft ein. Gleichsam nahm sie das Morgenlicht in sich auf. Beides wirkte belebend und kräftigend. Schwindel und Unwohlsein verzogen sich in eine dunkle Höhle.
Und jetzt?
Ringo erwog, zunächst zu lesen. Es gab einen Berg von Schriften und Büchern hier, warum also nicht noch etwas Zeit schinden, ehe sie ihren Noch-nicht-ganz-Verlobten wieder antraf? Andererseits würde es nicht gut aussehen, wenn sie zu lang untätig blieb. Was, wenn er schon wach war?
Ringo entschied sich pflichtschuldig dafür, auf die Suche zu gehen. Sie kleidete sich an und verließ das Zimmer, schritt achtsam durch das fremde Haus und erblickte Tatsuhi schließlich draußen, wie er gerade seine Aufwärmübungen vollführte. Sie hielt inne und beobachtete ihn aus dem Schatten der Tür heraus, bis er sich dem Hacken von Holz widmete. Mit bloßen Händen.
Er legt wirklich gern selbst Hand an. Dieser Spruch war ihr immerhin noch im Gedächtnis.
Hier lag eine gute Gelegenheit. Ringo suchte den Trainingsplatz ab und erblickte ein Regal mit Bokken, hölzernen Übungsschwertern. Wortlos und zielstrebig trat sie nach draußen. Dabei schlich sie fast, als wolle sie Tatsuhi auf keinen Fall stören, und nahm sich eins der Holzschwerter. Mit dem Rücken zum Clanoberhaupt begann sie ebenfalls mit Aufwärmübungen. Sie schnitt Doppelkreise in die Luft, zog Linien und kreuzte sie, blockte imaginäre Angriffe und spaltete nicht vorhandene Schädel. Schwalbenschnitte, Schlangenstiche, Kranichschwünge.
Schauen wir mal, dachte sie bei sich, ob wir auch auf dem Trainingsplatz kommunizieren können.
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