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[Oda no kuni] Pinien-Hain

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[Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Alter Eremit am Do Jan 28, 2016 11:32 am

das Eingangsposting lautete :

Kein Wald, der so leicht zu begehen ist wie der Hain der Enkopinie: Sträucher und Büsche überleben nicht lang, wenn diese schlechten Nachbarn damit beginnen, ihre Umgebung mit entzündlichen Gasen in Brand zu setzen, und so gibt es kaum Unterholz. Entsprechend gut hat es ein Wanderer, denn wo sonst sind die Pfade schon so breit und frei? Nur ein leidenschaftlicher Raucher sollte er nicht sein.

Spoiler:


Zuletzt von Alter Eremit am So Jan 31, 2016 10:45 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Di März 22, 2016 6:17 pm

Ringo schaute verkniffen und schmallippig in die Runde. Ihr Körper zeigte Spannung wie jemand, der zwar das grundlegende Selbstvertrauen eines waffenlosen Kampfkünstlers besaß, jedoch genau wußte, dass dieses Können nicht ausreichte und er lieber harmlos erscheinen würde. Das Erlernte verlangte eine gewisse Grundhaltung, der Instinkt forderte so wenig Bedrohlichkeit wie möglich. Jemand mit mehr Erfahrung hätte die Waage zwischen beiden Trieben etwas eleganter finden können; Ringo wirkte einfach unsicher. So lauschte sie Akihikos Übersetzung. Ihre Mimik spiegelte sanfte Erleichterung wieder, als sie hörte, dass es nur um den Tsuchigumo ging.
"Aber falls du irgendetwas hast, das ihnen vielleicht gefallen würde, jetzt wäre der Richtige Zeitpunkt, ich würde nur ungern den Tsuchigumo und einige gute Pfeile verlieren."
Ringo nickte achtsam. Am liebsten nichts abgeben, doch in der Not müssen wir wohl einen Kompromiss machen.
"Ausserdem am Rande: er sieht dich als Jungtier an, falls du verstehst was dies bedeutet."
Sie runzelte die Stirn. Bohrte mit der Zunge in der Wange, während sie diese Anmerkung sacken ließ. Kind, hm?, machte sie mürrisch. Sie zwang sich zu einem schiefen Lächeln. Damit komme ich klar. Wurde schon Schlimmeres genannt. Du fragst nach Dingen, die ihnen gefallen könnten? Da hätte ich etwas dabei. Sie nickte in Richtung des Lagers. In meinem Korb. Warte. Ich hole es.
Ringo löste sich von Akihikos Seite, auch wenn ihr das nicht sonderlich gefiel, und ging zwischen zwei Enko hindurch. Dabei betonte sie, dass sie nichts in den Händen hielt, winkte in Richtung des Lagers, deutete ein Greifen an und ließ zwei Finger über ihren Arm zurücklaufen.
In der Hoffnung, die Affen-Yokai verstanden diese rudimentäre Gestik, marschierte sie los. Die Enko hielten sie nicht auf, doch die zwei, zwischen denen sie hindurchgelaufen war, folgten ihr nun wie zwei Leibwächter. Ringo schaute über die Schulter zurück, leicht besorgt wegen der großen, rotpelzigen, schnaufenden Wesen, die ihr auf den Fersen waren.

Derweil befasste sich Akihiko weiter mit dem Anführer der halbstarken Yokai. "Wir gehören nicht zu Eurem Pack. Also sind wir euch auch Nichts schuldig. Weshalb verlangst du dennoch etwas von uns?"
Der Enko bleckte die Zähne in einem sehr menschlichen Gebiss, sah man von der Größe der Eck-Hauer ab. Weil wir hier sind, erwiderte er, und das scharfe, schnarrende Ein- und Ausatmen mochte man wohl als Kichern deuten können. Weil wir viele sind. Und ihr seid wenig. Wir haben eine Horde, ihr habt keine Horde. Keine Horde zu haben, heißt nicht, dass man nicht Rücksicht auf die Horde nehmen muss.
Hor-de, skandierte die Horde, Hor-de! Hor-de! Hor-de!

Ringo ging mit ihrer ungebetenen Leibgarde zum Lagerplatz, sah ihren Korb noch am Platze liegen und durchsuchte ihn rasch. Sie schob die Füllung aus Stroh beiseite, barg einige gläserne Behälter - und schreckte zusammen, als eine fellige Hand an ihr vorbei zugriff. Einer der Enko zog ein Bündel Stroh an einem langen Finger hervor, hob es auf Augenhöhe und schniefte es an. Es fing sofort Feuer!
Ringo starrte den Enko groß an. Der setzt Feuer-Ki ein. Sie leckte sich über die Lippen... und pustete einen Mundvoll Wasserdampf gegen das brennende Stroh, das qualmte und rauchte und wieder erlosch.
Nun starrte der Enko groß.

Helles Haar ist bei euch selten?, hakte der Anführer der Enko nun plaudernd nach. Bei uns auch. Aber ihr seid allgemein viel bunter als wir. Solche wie du sind bei uns noch viel seltener als solche wie dein Junges. Sagt deine Horde, dass Schwarz Pech und Weiß Glück bringt? Er kicherte wieder, auch wenn es eher nach Schnarchen klang, und wartete die Antwort gar nicht ab. Hast du vielleicht deswegen ein weißes Junges dabei, um dein Pech auszugleichen? Hat geklappt; du hast was gefangen. Aber du hast auch uns.
Uns! Uns! Uns!, stimmte die Horde zu.

Ringo kam wieder zurück, fast im Laufschritt, und hielt drei gläserne Behälter im Arm. Es waren kugelige Gefäße mit langen, schmalen Hälsen, und wer sie hergestellt hatte, mochte offenbar die Farben Rot und Gelb, denn die Farben waren auf allen drei Behältnissen zu sehen, wo sie sich in eleganten Mustern gegenseitig umschlangen.
Ringo fiel es nicht unbedingt leicht, die Gegenstände herzugeben, doch so wie Akihiko seine Pfeile wiederhaben wollte, wollte sie ihren Oni zurück.
Das sind meine Schönsten, erklärte sie, und ein missmutiger Zug erschien um ihren Mund. Leider. Sie bereute es sichtlich, diese Fläschchen mitgenommen zu haben.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Mi März 23, 2016 7:31 pm

Die Situation könnte definitiv rosiger sein. Der einzige positive Punkt war wohl, dass die Enko keinerlei Aggression zeigten. Sie waren mehr neugierig, wollten anscheinend ihre Grenzen kennenlernen und den gefährlichen Jägern etwas Angst einjagen. Aber Akihiko musste dem jungen Anführer der Gruppe einiges zugestehen, als er ihn musterte. Er war gut gebaut, selbst für seine Art und so fern er es beurteilen konnte. Das Fell war ebenmässig, glänzend, zeigte eine gewisse Sauberkeit und Pflege. Die Muskeln sahen kräftig und gut trainiert aus, allgemein hatte er kein Fett dass ihn hinderte, noch war er dünn. Er trug Sorge zu sich. Dazu kam, dass er ein gesundes Selbstvertrauen besass,  eine leichte Arroganz, aber definitiv nicht unsympatisch. Spontan könnte Aki eine Menge Leute aufzählen die etwas von dem Yokai lernen könnten. Er schien auch nicht gerade dumm zu sein, seine Position beruhte sicherlich nicht nur auf reiner Muskelkraft und Kampfgeschick. Wenn er etwas Weisheit lernte, lernte auf seine Leute zurückzublicken und deren Rat anzunehmen, da konnte sich der Bogenschütze vorstellen, dass aus ihm ein guter Anführer werden könnte. Wie lange lebten Enkos wohl?
Ringo war unter einigen Gebärden davongehuscht und grübelte nun in ihrer Tasche. "Sie hat etwas für euch, lasst sie durch!", erklärte der Schwarzhaarige laut genug, dass alle Enko ihn hörten. Er liess sie nicht ganz aus dem Blick als zwei der Yokai ihr folgten. Seine grösste Aufmerksamkeit galt aber wieder dem jungen Alpha, der ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie mehr als die beiden waren. Dem war nicht viel entgegenzusetzen und Aki wusste, dass er sowieso auf verlorenem Posten in der Ansicht war. Die Schreie der Gruppe war etwas beängstigend, eine solche Masseneuphorie konnte schnell umschlagen, er hatte es oft genug bei Menschen gesehen. Sie standen momentan voll hinter ihrem Anführer. Er zwang sich nichts anmerken zu lassen, blieb mit festem Stand stehen und blickte dem Enko finster in die Augen. Er sollte sehen, dass Akihiko nicht so leicht eingeschüchtert werden konnte, zumindest von aussen hin. Innerlich war er zwar nicht panisch, aber definitiv recht beunruhigt. Der Enko war in Plauderlaune und plapperte ohne Unterlass weiter, während Akihiko hauptsächlich schweig und finster dreinblickte. So ganz konnte er seinen Missmut über seine 'unglücksbringenden' Haare nicht verbergen. Er versuchte sich etwas aufzuplustern, machte die Schultern breiter und machte sich gross. Nicht, dass es viel gebracht hätte, seine Statur war von Natur aus eher zierlich und elegant, als wirklich kräftig wirkend. Es hegte zumindest für einige eine Überraschung, aber zur Einschüchterung wohl kaum geeignet. Daher leiss er dabei den Bogen pendeln, erinnerte den Enko, dass er den Tsuchigumo auch tatsächlich erlegt hatte. Auch wenn es viele waren, er würde einen sicher erwischen können. Das konnte es der Bande sicher nicht wert sein.
Ringo kam zurück und hielt einige kunstvoll geblasene Gläser bei sich. "Sie sagt, es seien ihre Schönsten", übersetzte der Bogenbauer mit den Kopf in Richtung Gläser nickend. Da es aber unfair wäre wenn nur sie etwas geben würde, entschloss sich Aki etwas vom Wenigen, dass er besass beizusteuern, vielleicht konnte er damit auch etwas das Wohlwollen des womöglich nächsten Enko-Anführers gewinnen. Einen Kontakt hier zu haben, auch wenn nicht menschlich konnte sicher nicht schaden. Mit einer Hand liess er den Bogen los, zeigte sich kurz verwundbar. Er griff sich in die Haare und zupfte geübt, bis sein Haarband loskam und die Haare nun wilder um ihn herumfächerten. "Ich bin sicher eines eurer Weibchen wird dieses Schmuckstück lieben. Die Gläser sind schön, aber fragil. Und sie sind wertvoll. Seid vorsichtig mit ihnen", erklärte er als er das Haarband mit den schwarzen Glasperlen darin dem Alpha entgegenhielt, während Ringo ihre Gläser vor sich hatte. "Ich werde einige meiner Gläser nachher mit dir teilen", raunte er dann Ringo zu. Sie sollte wegen ein paar Enko nicht plötzlich beutelos dastehen müssen. Er wusste wie sauer manche Chunin werden konnten. Und auch wenn sie zweifelsohne mindestens eine isketanische Wurzel hatte, so hatte sie sich im Kampf bewiesen und war nicht verschwunden. Das war ihm etwas Wert.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr März 25, 2016 2:25 pm

Der Enko-Anführer gab wieder dieses zischelnde Kichern von sich, als der Mensch mit Schweigen auf die Sticheleien antwortete. Und mit einer selbstbewussteren Haltung. Menschen waren häufig so dürr, ihre Arme so unproportional kurz. Um sich an den Knien zu kratzen, mussten sie sich ja bücken! Das waren schon sehr seltsame Wesen. Doch der Blick des Enko lag auch auf der Waffe des Menschen. Die war stark gewesen. Schließlich war der Tsuchigumo letztlich dadurch gefällt worden. Da lag Kraft in diesem schmalen Ding - in Waffe und Waffenträger gleichermaßen - die der Anführer als etwas Ebenbürtiges akzeptierte.
Schließlich kam das Junge wieder, und die Augen der Horde richteten sich auf die bunten Gegenstände, die das Sonnenlicht einfingen.
Vielversprechend. Der Enko starrte auf die gläsernen Behälter und dachte sich, dass er damit durchaus Eindruck bei den Ältesten schinden konnte. Die Dinger sahen interessant aus, und zugleich waren sie praktisch, da man Dinge darin aufbewahren konnte. Er streckte die Hand aus und ließ sich die Fläschchen geben. Und auch das Band mit den nachtschwarzen Perlen lehnte er nicht ab, sondern hob das Band mit spitzen Fingern vor seine Augen.
"Ich bin sicher eines eurer Weibchen wird dieses Schmuckstück lieben. Die Gläser sind schön, aber fragil. Und sie sind wertvoll. Seid vorsichtig mit ihnen."
Der Enko nickte bedächtig, reichte ein Fläschen linksherum und eine Zweite rechtsherum. Seine Kameraden hoben die Opfergaben bis dicht an ihre Gesichter.

Ringo schaute missmutig zu, wie die Glaswaren weitergereicht wurden. Es war eine kleine Ungerechtigkeit, dass der Jäger und sie etwas abgeben mussten, um ihre Beute zu behalten, und die Ästhetikerin in ihr verkrampfte sich bei diesem Tausch. Letztlich aber wäre Protest wohl nur Anlass für spöttische Heiterkeit, und so schwieg sie artig. Letztlich war es ja doch nicht anders als mit Samurai, die einen schon so anschauten, als müsse man ihnen dankbar sein, dass sie einen nicht an Ort und Stelle umbrachten.
"Ich werde einige meiner Gläser nachher mit dir teilen."
Ringos Miene hellte sich ein wenig auf. Nur, wenn es schöne Gläser sind, wandte sie ein. Dann aber ergriff der Enko wieder das Wort, und sie zuckte leicht zusammen wegen dem für sie unverständlichen Geknurre und Gegrunze. Ringo empfand die Sprache aus den zahnbewehrten Mäulern der Yokai als absolut einschüchternd, selbst wenn das, was die rote Bestie da von sich gab, nichts weiter war als ein Dankeschön sein mochte.

Nicht so übel, nicht so übel, stellte der Enko-Anführer fest. Er ließ auch die dritte Flasche an einen Kameraden gehen, behielt das Band mit den schwarzen Perlen aber für sich. Ich bin zufrieden. Ihr dürft das Spinnentier behalten. Es war ein gutes Geschäft!
Gutes Geschäft!
, johlte die Horde, woraufhin das Menschenjunge nochmals zusammenschreckte. Das wiederum brachte alles zum Lachen. Dann aber ließen die Enko es gut sein und zogen ab. Gemächlich löste sich der Belagerungskreis um die beiden Menschen auf, wobei der Anführer der Letzte war, der ging.
Wir tauschen wieder, sagte er kehlig, diesmal auf Minkai. Dann folgte er seiner Horde.

Ringo war bei dem Chorgeschrei wieder zusammengeschreckt, weil sie glaubte, es wäre ein Signal zum allgemeinen Essenfassen gewesen.
Absolut schrecklich, wenn man nichts versteht, stieß sie hervor, als die Affen-Yokai abgezogen waren. Sie setzte sich hin, ließ sich förmlich auf den Boden fallen, und seufzte schwer. Oh je. Nun habe ich Enko gesehen. Es klang, als wäre sie nicht sicher, ob sie diese Erfahrung als gut oder schlecht werten sollte.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Mo März 28, 2016 4:31 pm

Die 'Beute' Wurde verteilt. Der Enko links und rechts, wohl die zweit- und drittstärksten bekamen je auch ein Glas aus Ringos Sammlung. Die Blonde schaute nicht gerade Glücklich darüber den Tsuchigumo im Endeffekt nochmals erkaufen zu müssen. Sie wollte dann aber nur schöne Gläser haben. Da würde der Mann wohl passen müssen, seine waren zwar fein und definitiv von Meisterhand gefertigt, aber nicht bunt sondern zweckmässig. Die Fläschchen bestanden aus zwei Kompartimenten die durch eine dünne Glaswand getrennt werden und bei geringstem Stoss würde diese brechen. Die Mischung würde sich vermischen und das Feuer freilegen. Aber der Gläsbläser hatte nur einen praktischen sinn und weniger für hübschen Firlefanz.
Auch das dritte Fläschchen wanderte weiter, immerhin hielten die Enko die Gläser vorsichtig. Das Haarband mit den schwarzen Glasperlen besiegelte den Deal, dies behielt der Anführer, wohl um es entweder selbst irgendwie anzuziehen, ein Zeichen seines Triumpfes, oder um ein Weibchen damit zu betören. Jedenfalls waren sie glücklich und der Jäger entspannte sich etwas. Der Tsuchigumo mit den Pfeilen gehörte immer noch den beiden. Die Frage wäre wohl wie sie ihn aufteilen würden. Sie gehörte schliesslich zu den Bergshinobi und er zu den Sangoshi. Er wollte sie nicht wirklich bekämpfen müssen. Er war sich sicher, dass er gewinnen würde, ihre Waffe steckte immerhin noch im Yokai. Aber das würde die Oda-Shinobi nur verärgern und das ging gegen seine Natur. Sie würden sicherlich einen guten Mittelweg finden. Inzwischen hatte der Enko bewiesen, dass er sehr wohl Minkai verstand, vielleicht auch nur ein paar Wörter. Dennoch entsprang Aki das Gefühl, dass er zum Narren gehalten worden ist. Er antwortete jedoch betont freundlich: "Gerne, nächstes Mal werden wir aber vorbereiteter auf die Begegnung sein." Das kontne natürlich in viele Weisen gedeutet werden, mehr Leute, mehr Waren oder auch eigene Bedürftnisse. Er liess die Enko von Dannen ziehen.
akihiko atmete auf. "Das wäre überstanden, ich war mir nicht sicher ob sie nicht doch noch den Tsuchigumo fordern wollen", gestand er Ringo. Ebengenannte liess sich auf den Boden fallen und sah etwas müde aus. Aki konnte es verstehen, es musste für sie schrecklich gewesen sein nichts zu verstehen mit einer Horde die regelmässig etwas schrie. "Nun, ich würde es als gut werten. Sie hatten keine allzu hohen Ansprüche und wir kamen mit Stolz und Haut intakt aus der Sache raus. Ausserdem... haben wir vielleicht auch neue Verhandlungspartner gefunden. Wenn wir ihnen nächstes Mal klarmachen können, dass wir solche 'Glitzersachen' gegen vielleicht die Raupen und den Saft tauschen, werden sie diese vielleicht für uns sammeln." Dann trat er in Richtung Lager, fand unterwegs noch den Hasen, der noch in der Gegend rumlag. "Wenn wir ihn waschen, ist er definitiv noch essbar", befand er und legte ihn wieder auf den Baumstamm. Sein eigentliches Ziel war seine Tasche gewesen. Dort kramte er drei der Gläser heraus. "Leider nicht ganz so hübsch wie deine, aber wenn du sie willst, kannst du sie haben." Er stellte sie in die Richtung in der Ringo vor dem Yokai-Angriff noch gesessen hatte. "Wie teilen wir den Tsuchigumo auf? Ich hätte gerne meine Pfeile sicher zurück und falls es dir nichts ausmacht die Sensen." Er holte sein scharfes Messer wieder aus dem Stamm, glücklicherweise hatten die Enko das nicht gefilzt. Mit etwas Geschick konnte er das Ding doch sicher brauchbar zerlegen.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mo März 28, 2016 5:47 pm

Während sie so dasaß, mehr seelisch erschöpft als körperlich, kam Ringo die Frage, was sie wohl ohne den Jäger getan hätte. Einen hohen Baum gesucht und raufgeklettert, dachte sie nach kurzer Überlegung. Dann stand ihr wieder lebhaft vor Augen, wie der Tsuchigumo gehüpft war. Wie hoch. Es wäre wohl spaßig geworden. Und die Enko-Bande? Mit dem Bogenschützen war es eine angespannte Verhandlung und ein Tauschgeschäft, ohne ihn wären die roten Affen-Yokai nichts weiter gewesen als ein grölendes Rudel Raubtiere.
"Wenn wir ihnen nächstes Mal klarmachen können, dass wir solche 'Glitzersachen' gegen vielleicht die Raupen und den Saft tauschen, werden sie diese vielleicht für uns sammeln."
Ringo lauschte diesem Plan und lachte leicht. Einer von denen, die mit mir gelaufen sind, hat spaßeshalber den Atem des Salamanders ausgehaucht. Sie sprach natürlich von der Feuerweg-Technik, mit der einer der Enko vorhin ein Bündelchen Stroh in Flammen aufgehen ließ. Das müsste man wohl verbieten, wenn sie mit enzündlichem Zeug hantieren.
Halbstarke Affen mit menschlicher Intelligenz - und damit auch der Fähigkeit zu menschlicher Langeweile -, die so leicht Feuer spuckten, wie andere Leute niesten. Im Grunde war es ein Wunder, dass bislang noch nichts lichterloh in Flammen stand.
Ringo folgte Akihiko nun zum Lager zurück. Dort angekommen, lächelte sie freudig angesichts des Hasen, der noch immer essbar war. Sie lächelte auch weiter, als Akihiko ihr einige Gläser anbot, wenn auch nicht mehr ganz so freudig.
"Leider nicht ganz so hübsch wie deine, aber wenn du sie willst, kannst du sie haben."
Ich will sie trotzdem, beschied sie und ging vor den abgestellten Fläschchen in die Knie, drehte eins auf Augenhöhe und seufzte sehnsüchtig. Das ist so schön in der Form, beschied sie und rieb mit dem Daumen über das Glas, Aber so ohne Farbe... Ein bisschen Rubinrot da, ein bisschen Kobaltblau dort, das täte nicht weh. Sie sagte es nur im Plauderton, nicht hitzig oder gar aufgebracht. Nun ja...
Das andere Thema war der Tsuchigumo. Ringo erhob sich wieder, schaute zum Kadaver. Akihiko wollte seine Pfeile wieder, dazu die Sensen.
In Ordnung, entgegnete Ringo gemächlich. Ich will meinen Oni und... Haut. Ja, ich denke, ich nehme Fell. Sie nahm ebenfalls ein Schneidwerkzeug zur Hand, ein Kunai. Mehr Fell als du, wenn du beide Sensen willst.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Di März 29, 2016 11:17 am

Akihiko blieb stehen und betrachtete die seltsame Bergshinobidame, während ihre Gedanken kreisten. Verschiedene Gesichtsausdrücke stellte sie zur Schau. Auch wenn der Schwarzhaarige nicht Gedanken lesen konnte, so waren sie einfach nachzuvollziehen. Reikai war als Sprache nicht verbreitet und er hatte Glück, dass er sich halbwegs mit einem Kappa der auch minkai sprach anfreunden konnte. Ansonsten hätte er die Horde wohl auch nur als ein Haufen wilder Yokai gesehen, die darauf aus waren ihre Beute zu stehlen. Eine Sprache zu kennen öffnete tatsächlich eine Menge Tore und Möglichkeiten."Ich denke das werden sie schnell merken, wenn alles um sie herum in Flammen aufgeht. Wahrscheinlich haben sie die Erfahrungen auch bereits gemacht, sie sind schliesslich nicht die ersten Enko auf der Welt." Die Yokai waren vielleicht neugierig aber auch recht intelligent, wie der Anführer bewiesen hatte. Gaben sich die Enko vielleicht auch Namen? Das wäre Interessant herauszufinden.
Ringo nahm die Gläser an, auch wenn sie bedauerte, dass diese nichts von der Schönheit ihrer Exemplare aufwies. Auch wenn es vielleicht etwas böse war, aber auch Aki bevorzugte schöne Gläser. die des alten Meisters waren meistens schlicht gehalten, während sein Schüler Fische, Korallen und jedwedes Muster in den schönsten Farben auf die Glaswaren zauberte. Vielleicht war es an der Zeit für den Alten in Ruhestand zu gehen. Aber es sollte Aki den Schlag treffen, wenn er es selbst in die Wege leitete. Der Alte Mann war zwar rau, ähnlich wie er selbst, aber seit Jahren ein wertvoller Verbündeter. Und wegen dem Design einiger Gläser musste man niemanden loswerden.
Ringo hatte keine Einwände, sie wollte als Austausch etwas mehr Fell und zog ebenfalls ein Messer, ein Kunai, um ihm zu helfen. "In Ordnung", willigte er ein und strich mit dem Finger über den ersten Pfeil. Er steckte fest, bewegte sich kaum. Es war ein guter Schuss gewesen, aber den Pfeil wieder herauszubekommen, besonders die gezackten Exemplare, würde mühselig werden, wenn er das Fell nicht weiter beschädigen wollte. Vorsichtig holte er einen Pfeil an dem anderen heraus, bei manchen zupfte er einige Male, bei anderen zerrte er sie direkt heraus. Bald hatte er seine Sammlung wieder und auch den Onibesetzten Holzstab wieder heraus-operiert. "Das ist deiner", murrte er als er ihr den Pfeil hinwarf. Er mochte das Ding nicht. In seinen Gedanken war der Oni wieder zu hören gewesen, als er den Pfeil in der Hand hielt. Es machte ihm etwas Angst. Die Sensen hob er kurz hoch, drehte und beugte sie testweise um herauszufinden wo das Gelenk war. Dann setzte er das Messer an, wo er dieses vermutete und fing an die Sehnen zu lösen. Er wollte den Panzer so wenig wie möglich beschädigen. Er überliess es Ringo am Pelz zu arbeiten.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Apr 02, 2016 3:01 pm

"Ich denke das werden sie schnell merken, wenn alles um sie herum in Flammen aufgeht. Wahrscheinlich haben sie die Erfahrungen auch bereits gemacht, sie sind schliesslich nicht die ersten Enko auf der Welt."
Ringo schaute müßig in die Richtung, in welche die Enko verschwunden waren. Wenn sie eine Sprache haben, verkündete sie salbungsvoll, wie wir Menschen, dann haben sie auch Idioten wie wir Menschen. Selbstzufrieden begab sie sich ans Werk.
Und dieses Werk bestand darin, den Tsuchigumo auseinander zu nehmen. Mit einem Kunai bewaffnet, erklimmte Ringo den Kadaver und schaute zunächst einfach nur zu, während Akihiko sich daran machte, seine Pfeile zurückzubekommen. Einen dieser Pfeile erkannte sie, und während der Jäger eher verstimmt war, ihn zu sehen, fing Ringo ihn glücklich auf.
Uwa!, hüpfte sie die Stimme des Oni an, Erstarre in Ehrfurcht, Sterblicher! Beuge dich meiner Macht, nutze meine Kräfte und wir werden gemeinsam die Welt -
Wir kennen uns bereits.
... Hart?
Es ist gefährlich da draußen!
, schob Ikon eifrig nach. Nimm dir eine Schildkröte!
Wach?
Schla-fen.

Ringo betrachtete den Pfeil, von der Spitze bis zur Befiederung aus Holz, noch einen Moment lang und schob ihn dann hinter ihren Gürtel. Sogleich begann sie, dem Ungeheuer den Pelz abzuziehen. Es war dabei offensichtlich, dass sie keine gelernte Schlachterin oder Jägerin war. Sie wußte immerhin, dass es blutig werden würde, und rollte die Ärmel hoch. Auch stach sie dem toten Tier das Messer nicht direkt in die Eingeweide und verbreitete dadurch den Gestank von Halbverdautem.
Kurz gesagt: Sie baute keinen Mist, war aber auch nicht unbedingt elegant im Fellabziehen.
Auf so eine... saftige Arbeit habe ich mich gar nicht eingestellt, bemerkte sie im Plauderton, während sie schabte und schnitt. Sie fluchte leise, als das Kunai sich etwas zu ruckartig durch einige Sehnen fraß, in die Hautdecke geriet und ein kleines Loch hinterließ.
Sanfter Wind ließ Steppengras rascheln. Zikaden zirpten. Die Kunoichi sah zur Sonne empor. Was war es, früher Nachmittag? Ehe das Licht schwand, wollte sie auf jeden Fall noch einige Gläser an die Pinien hängen und mit dem Melken beginnen. Dann konnten sich die Behälter über Nacht füllen.
Ich bin übrigens Ringo, stellte sie sich unvermittelt vor und lächelte freundlich.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Do Apr 07, 2016 12:59 pm

"Wahrscheinlich", stimmte Aki brummig zu. Sie hatte auch eine Rangfolge, auch wenn die der Menschen viel verzweigter und komplizierter war. Es gab aber sicherlich nicht weniger Streitereien. Man musste also auch hoffen, dass der Anführer nicht plötzlich wechselte und menschenfeindlich gesinnt war. "Aber das Konzept des Handels ist relativ einfach. Beide Seiten wollen etwas, das der jeweilige andere hat oder beschaffen kann. Das Problem wäre wohl ihnen klar zu machen, was wir unter einem Tauschvertrag und Verpflichtung verstehen. Und ob es von der Gesetzlage auch überhaupt für sie gelten würde", verfing sich der Ältere während er langsam aber sicher eine Sense gelöst hatte und beiseite legte. "Stell dich eventuell einfach darauf ein, dass deine Vorgesetzten dich zur Kontaktperson zu den Enko ernennen und verlangen, dass du Reikai lernst." Er nahm die zweite Sense in die Hand, drehte sie wieder, machte das Gelenk ausfindig und begann auch diese zu lösen. Von ihrem inneren Gespräch der Oni hatte er natürlich nichts mitbekommen, auch nicht ob Ringo abgelenkt war oder nicht. Er war zu sehr auf die Sensen fixiert.
Sie hatte nun angefangen sein Fell abzuziehen. Ein kurzer Seitenblick zeigte, dass sie nicht viel Übung darin hatte, zumindest hatte er nun ein weiteres Loch im Pelz der nicht Pfeil-Ursprung hatte "Hm.. wie wäre es, wenn du etwas kochst? Das kannst du sicher besser als ich. Ich zieh dem Viech das Fell dafür ab. Keine Sorge, ich werde dich nicht übers Ohr hauen", schlug er vor, bevor sie weiter Schaden anrichten konnte. Es war nichts Schlimmes, definitiv besser als wenn irgendjemand es machen würde. Aber dennoch standen Aki die Haare bei ihrer Technik ab. Mit jedem Loch mehr würde der Wert verringert werden und musste nachher repariert werden. "Akihiko", brummte er zurück. Sie hatten sich tatsächlich einander noch nicht vorgestellt. "Ich betreibe einen Bogenladen im äusseren Ring in Oda. Fühl dich frei vorbeizusehen, falls irgendwann du dort zu tun hast", fügte er dann einladender hinzu. "Ich kenne die Stadt wie meinen Köcher. Schlupfwinkel, bestechbare Wachen, welche Geschäfte zu uns gehören undsoweiter." Die Zweite Sense lag nun neben der Ersten, auch die Fangzähne der Spinne hatte er aus dem Kiefer gelöst und in ein Tuch gewickelt. Nun kam der Rest des Pelzes dran. Mit einem kleinen Schleifstein schärfte er nochmals sein Messer und begann dann geübt den Pelz der Spinne abzulösen.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Apr 09, 2016 5:54 pm

Konzept des Handels. Ringo schaute überrascht drein. Ah? Sie hatte schon festgestellt, dass man einfachen Dingen mit dem Wort "Konzept" einen spannenden Klang geben konnte. Oder einen Anstrengenden. Diese Erkenntnis bewahrheitete sich erneut. Ah. Vertrag, Verpflichtung, Gesetzeslage... Ringos Miene spiegelte seichte Amüsiertheit wieder.
"Stell dich eventuell einfach darauf ein, dass deine Vorgesetzten dich zur Kontaktperson zu den Enko ernennen und verlangen, dass du Reikai lernst."
Die Amüsiertheit verschwand mit einem Schlag.
Ahhh... Die junge Kunoichi machte große Augen, schluckte und grinste gequält. Hah... Na dann. Sie schluckte ein, zweimal. Würde es wirklich so kommen? Oh Kami... Oh Zum Himmel Schwirrende Libelle...
Du kannst mir ja schonmal ein paar Bröckchen dieser Dämonensprache beibringen, schlug sie vor und zwang ihre Stimme, heiter zu klingen. Der Gedanke an harmlosen Sprachunterricht - sie war gut in Sprachen - sollte sie wohl wieder lockern. Zumindest ein wenig, später. Wenn sie endlich eine wirkliche Pause einlegen konnten. Oder noch später, nach abgeschlossenem Tagewerk. Ging die Sonne unter, zogen sich die meisten Menschen an die Lagerfeuer zurück. Städte und Dörfer mit ihren Vergnügungen und dem Schutz der Zivilisation hatten den Sonnenuntergang als Ausrufer der Sperrstunde überflüssig gemacht, doch in der Wildnis galt die Nacht noch immer als gefährlich. Es war die Zeit, da die Menschen nur noch schliefen, Ausrüstung pflegten, aßen... oder eben redeten.
Vorerst aber stand noch Arbeit auf dem Plan. Ringo widmete sich dem Häuten des schweren Kadavers, stellte sich dabei jedoch nicht allzu geschickt an. Frustriert schaute sie auf von ihren blutigen Fingern, als der Jäger anbot, ob sie sich um das Kochen kümmern wollte.
Jaaa... Es klang kläglich. Der andere hatte sehr höflich und freundlich bekundet, dass Ringo wahrlich kein Talent zum Häuten von Beute hatte.
Sie überließ dem Jäger die Arbeit, trottete bereits Richtung Lagerplatz zurück. Doch zuvor stellte sie sich noch rasch vor - und erhielt endlich den Namen ihres neuen Kameraden. Und auch eine kleine Info über den Namen hinaus.
Aaah, Oda, sprach sie nun wirklich heiter. Interessant. Sie sagte absichtlich nichts weiter. Wollte sich nun selbst einmal im Ködern versuchen und probieren, ob sie nicht den wortfaulen Jäger selbst mal zu einer Frage herausfordern konnte.
Ringo marschierte rasch von dannen, zum Lagerplatz.

Am Lager fand Ringo den Hasen, hob ihn vom Boden auf und wischte notdürftig den Staub ab. Anschließend baute sie das Feuer wieder auf, welches im Augenblick nur noch aus einigen glühenden Kohlen bestand - und vielen Ästen, die überall verstreut lagen. Schließlich hatte sie die Feuerstelle mit einem Ei voller Schwarzpulver zum Explodieren gebracht. So nahm sie zwei Stöcke und gebrauchte sie als Zange, um alles wieder zusammenzusammeln.
Der Hase, bereits aufgespießt, kam wieder auf zwei Astgabeln übers Feuer. Ringo beschaffte ihm Gesellschaft, indem sie einen Zweig anspitzte, die gefangenen Grashüpfer darauf spießte und dazuhing.
Während sie arbeitete, sang sie halblaut.
Ippon demo Ni-njin,
Nisoku demo San-daru,
Sansou demo Yo-tto,
Yotsubu demo Go-mashio,
Godai demo Ro-ketto,
Rokuwa demo Shichi-menchou,
Shichihiki demo Hachi...
"... Hattou demo Ku-jira!"

Ringo fuhr zusammen. Die letzte Strophe war von anderswo gekommen! Sie schaute auf, blickte sich um, hatte aber doch ihre eigene Stimme gehört? Ihr Blick irrte hektisch umher, flackerte über das hohe Gras jenseits des Lagerplatzes und des Baumstammes.
Da war nichts. Auch nachdem sie sich erhoben hatte, konnte Ringo nichts sehen. Sie stieg sogar auf den Baumstamm, um besser Ausschau halten zu können. Und bemerkte die flachen Abdrücke von Pfoten auf dem trockenen Boden. Kleine Abdrücke, soweit sie einschätzen konnte. Wie lang schon da? Ringo warf nochmals einen prüfenden Blick um sich, starrte sogar scharf durchs Wellenspiel. Kein Flackern von Leben, zumindest nicht direkt vor ihr. Sie hielt ihren Wasser-Oni wach, für den Fall der Fälle, dass irgendetwas sie anspringen wollte. Wellenspiel nahm schließlich auch Sakki wahr. Die Tötungsabsicht, die jedem Angriff vorausflog. Wenn sich etwas aus dem gelben Gras stürzen wollte, würde Ringo es merken.
Doch da kam nichts.
Ringo sprang zurück auf den Baumstamm. Instinkt sagte ihr, dass Höhe ein gutes Gefühl gab. Überblick war beruhigend. Sie sah sich nach Akihiko um, der noch immer beim Kadaver war.
Akihiko-san? Sie wartete einen Augenblick. Vielleicht sollte sie den Jäger doch nicht hinzurufen... vielleicht hatte sie sich den Zuruf doch nur eingebildet. Und vielleicht waren die Pfotenabdrücke schon älter. Vielleicht machte sie sich gerade zum Hühnchen. Vielleicht...
Der Wind sang. Oder wars nicht der Wind? "Kyuuhai... demo Ju-usu..."
Akihiko-san! Komm kurz!



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Out: Das gesungene Lied ist "Kazoe-Uta", ein Kinderlied zum Zählenlernen. Dreht sich u.a. um Gemüse.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Sa Apr 09, 2016 7:38 pm

Anfangs wirkte Ringo noch interessiert. Der Zustand änderte sich aber ob der fachlichen Richtung rasant und ihr zuvor herrschendes Amüsement verschwand gänzlich. Anscheinend behagte die Aussicht ihr nicht. Lag es daran, dass sie Angst vor den Yokai hatte, wenn ja zu recht, oder lag es eher an der Aussicht mehr Verantwortung übernehmen zu müssen? Während die Aussicht bei Akihiko wohl eher Freude auslösen würde, er fand den jungen Enkoführer zumindest recht interessant, so wirkte Ringo eher eingeschüchtert. Sie sah etwas aus wie ein Reh, das dem Jäger vor den Bogen gelaufen war und nun ihr Schicksal erkannte. Sie fragte ihn, ob er ihr etwas Reikai beibringen könnte. "Ein paar Grundwörter könnten nicht schaden denke ich. Zumindest wenn es dich davon abhält jeden Yokai als Frosch zu bezeichnen", erklärte er sich bereit, nicht ohne kleinen Seitenhieb allerdings. Aber Sprachunterricht musste erst einmal warten.
Ringo gab ihre Position beim Fell abziehen mehr als nur bereitwillig auf, hatte selbst erkannt, dass ihre Arbeit mehr schlecht als recht war und überliess Aki schon fast erleichtert das Feld. Immerhin hatte er sie nicht gekränkt. Vielleicht gab er zu viele Informationen und würde von seinem Chunin etwas hören, aber er war mehr darauf aus Kontakte zu knüpfen. Er konnte nicht sagen warum, aber die Blonde machte, trotz ihrer Abstammung, einen vielversprechenden Eindruck. Vielleicht wäre eine Verbindung zu ihr nicht das Dümmste. Sie war jedenfalls recht fix dabei zum Lagerplatz zu laufen und die vorher unterbrochene Kochaktion weiterzuführen. Kurz noch ruhte sein Blick auf ihr, dann wandte der Jäger sich dem halb gehäuteten Tsuchigumo zu. Mit dem Daumen überprüfte er nochmals die Schärfe seines Messers um es abermals kurz zu schleifen. Dann begann er wo Ringo aufgehört hatte.
Von der Feuerstelle her hörte er sie singen, ein einfaches Lied, dass auch er aus seiner Kindheit kannte. Er lies sich während der Arbeit etwas berieseln, fand es gar nicht einmal unangenehm. Sie sang zumindest weder zu laut noch wirklich falsch. Er hütete sich jedoch einzustimmen, wusste dass seine Singstimme einer heiseren Krähe gleich kam. Plötzlich brach sie ab. Hatte sie die den Text vielleicht vergessen? Er drehte sich kurz um, sie stand zumindest noch. Wenn es etwas wichtiges war, dann würde sie ihn sicher rufen. Der Pelz hing noch an wenigen Hautfetzen an dem Tsuchigumo, als Ringo ihre Stimme erneut erhob, dieses Mal klang sie allerdings nicht gerade erfreut oder glücklich, mehr ängstlich. Das lies bei Akihiko die Alarmglocken schellen, waren vielleicht die Enko zurück und wollten den Tsuchigumo doch? aber ihr rostrotes Fell konnte er nirgends entdecken. Also trabte er mit dem Bogen und den Pfeilen in der Hand zu Ringo. "Was ist los?", fragte er zwar alarmiert, aber ruhig. Nervös zu werden half schliesslich nichts und solange er nicht wusste, was sie so in Unruhe versetzte, gab es auch noch keinen Grund. Sie hatte nochmals eine Zeile des Liedes gesungen, allerdings sah sie mehr verwirrt aus. Der Schwarzhaarige blickte sich um. Auf die Schnelle konnte er nichts entdecken, auch aus der Windrichtung kamen keine merkwürdigen Gerüche oder Geräusche.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mi Apr 13, 2016 3:02 pm

Ringo starrte auf das braungelbe Grasmeer wie ein Kind mit einem Hammer auf einen Maulwurfshügel. Sie wendete den Blick auch nicht ab, als Akihiko neben ihr auftauchte und sich nach dem Grund ihres Rufes erkundigte.
Irgendwas ist da. Sie schaute und lauschte. Horch. Es hat eben gesprochen. Mit einer Stimme, die Ringo gar nicht einmal so unvertraut erschienen war. Doch die Stimme erklang nicht wieder. Stattdessen zirpten und schrillten die Grillen und Zikaden fröhlich um die Wette.
Peinlich. Das Gefühl von Scham schlich sich an. Genüsslich von hinten kroch es über Ringos Wirbelsäule hinweg in ihren Hinterkopf. Ein ärgerlich-verdrossener Gesichtsausdruck machte sich breit. Wirklich. Ich Es klang wie... ein Mädchen, das singt. Ihre Anspannung ging so weit, dass sie den Atem anhielt, wie um besser horchen zu können. Oder damit die Stimme zu provozieren, wiederzukommen. Doch die Stimme mochte nicht. Ich schwöre. Auch das half nicht.
Dafür bestätigten ihre Oni einträchtig, dass sie etwas gehört hatten.
Das Gurren eines Rebhuhns erklang.
Ringo sprang verwirrt vom Baumstamm, wich Akihikos Blick dabei aus. Der... der Hase ist fertig, sagte sie schließlich und trat ans Feuer zurück.
"Akihiko-san!", ertönte plötzlich ein Ruf aus dem Grasfeld, "Komm kurz!" Gefolgt von einem weitaus besonneneren: "Was ist los?"
Beides kam von der gleichen Stelle. Wie auch das Gurren des Rebhuhns.

Dort im Gras konnte man einen Kaninchenbau finden, der offenbar vor kurzem von einem Raubtier belagert worden war. Der Eingangsbereich war von grabenden Tatzen zerwühlt und zerfurcht. Der Räuber hatte wohl in den Bau eindringen wollen, hatte jedoch nicht viel mehr als eine Vergrößerung des Lochs zustande gebracht. Die Vertiefung war nun geräumig genug, dass sich etwas wie ein mittelgroßer Hund wohl zumindest einige Fuß weit hätte hineinzwängen können. Danach aber hatte das Tier aufgegeben zu graben, denn die Röhre verlief ab dort nur noch in ursprünglicher Kaninchengröße.
Die Pfotenabdrücke hier waren identisch mit den Spuren, die vor dem Baumstamm im trockenen Boden hinterlassen worden waren.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Mi Apr 13, 2016 5:26 pm

Er stand zu ihr hin, einen Pfeil wieder am Bogen. Ringo erklärte, dass irgendwas da war. Aber so sehr er sich auch konzentrierte, er sah, hörte und roch nichts was nicht schon hierhergehörte. Was auch immer sie gehört hatte, er hatte es wohl verpasst. Aber auf die leichte Schulter nahm er ihre Warnung nicht. Er hätte es abtun können, sagen können, dass sie Gespenster sah. Aber nachdem sie einen Tsuchigumo und eine Horde Enko überstanden hatten, wollte er nicht am Ende durch Unachtsamkeit sterben. Das wäre relativ peinlich und sein Meister würde sich wohl im Grab umdrehen und ihm im Jenseits die Ohren langziehen.
"Gesungen? Warst das nicht du?", fragte er dennoch mit erhobenen Brauen. Er hatte nur ihre Stimme gehört, aus ihrer Richtung. Plötzlich schaute er sie etwas besorgt an. Übernahm der Oni sie vielleicht? Langsam genug, dass sie es nicht bemerkte? "Vielleicht bist du einfach mit den Nerven fertig. Ich habe nur dich singen gehört, niemand sonst." Er steckte den Pfeil zurück in seinen Köcher.
Ein Rebhuhn gurrte, Aki beachtete es nicht weiter. Sie hatten einen Hasen, der laut Ringo fertig war, sie brauchten nicht mehr Fleisch. Dann zuckte er zusammen. Ringo stand vor ihm am Feuer, der Ruf mit ihrer Stimme kam aber aus seinem Rücken. Der Pfeil lag sofort wieder am Bogen, als er sich auf dem Absatz umdrehte. Aber nichts wahr zu sehen. Umso gruseliger wurde es, als auch seine Stimme aus derselben Richtung erschallte, gefolgt von dem Rebhuhn-Gurren. Er kniff die violetten Augen zusammen, aber das Gras war zu dicht um etwas auszumachen. "Bleib hier", flüsterte Aki in der Hoffnung, was auch immer sie da zum Narren hielt würde es nicht mithören. Langsam und in kauernder Haltung, wie ein Tiger auf der Jagd, schlich er schritt für Schritt durch das Gras, in Richtung aus der die Stimme kam.
War es ein anderer Shinobi, der sie zum Narren hielt? In diesem Fall müsste Aki zugeben, dass er dies sehr gut machte. Oder war es wieder irgendein merkwürdiges Dämonengezücht, das sie gewittert hatte? Es konnte zumindest nichts Grosses sein. Hoffentlich war es nicht giftig. Vor ihm tauchte ein Kaninchenbau auf, mächtig aufgescharrt. Kurz blickte er sich um, dann ging er in die Hocke und betrachtete die Grabspuren. Krallen, ein Wolf oder grosse Katze... Aber Katzen graben selten... Ein Wildhund vielleicht? Daneben sah er weitere Pfotenabdrücke, die von der Grösse her zu denen des Kaninchenbaus passten. Keine Hundepfote... aber Tiger, aber wenn dann ein ziemlich kleiner... Was ist das? Ganz erklären konnte er es sich nicht. Er strich mit der Hand über die Abdrücke, die Abdrücke waren relativ frisch. "Irgendwas ist womöglich hier, nichts allzu Grosses. Aber pass dennoch auf, Ringo!", rief er zu der Blonden. Er suchte weitere Spuren, geknickte Grashalme, Pfotenabdrücke, Scharrspuren.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Apr 16, 2016 1:34 pm

Ungefähr das hatte sie erwartet. In Ringos Magen ergoss sich eine eklig-warme Flüssigkeit der Beschämung, und sie wandte sich ab, um metaphorisch ihre Wunden zu lecken. Oh, wie war es Balsam für ihre Seele, als die Stimme erneut erklang! Sie fuhr sofort herum, einen triumphierenden Ausdruck im Gesicht. Überraschung drängte sich dazu, als auch noch Akihikos Stimme erklang, aus der gleichen Richtung. Zwangsläufig kam Neugierde der Überraschung hinterdrein, doch der Jäger wies Ringo an, im Lager zu bleiben.
Ringo schaute sehnsüchtig in Richtung der Doppelstimme, als verspräche sie aufregende Abenteuer und Berge von Schätzen. Missmutig fügte sie sich jedoch der Order, erklimmte erneut den Baumstamm.
Du hättest, sagte sie sehr, sehr ernst, auch etwas wie "Halt für mich Wache" oder "Gib mir Deckung" sagen können, Akihiko-san.
Gebannt schaute sie zu, wie der Jäger zur Quelle des Stimmenstreichs schlich. Wartete darauf, dass die Stimme wiederkam... oder etwas erheblich Körperlicheres aus dem Gras fuhr. Doch es zeigte sich nichts. Das Grasmeer blieb still und leer. Akihiko hatte sich hingehockt, und Ringo war zur Antwort auf die Zehenspitzen gegangen, um ihn nicht aus dem Blick zu verlieren.
"Irgendwas ist womöglich hier, nichts allzu Grosses. Aber pass dennoch auf, Ringo!"
Nichts allzu Großes? Dennoch aufpassen? Ringo blies die Wangen auf. Das klang zum Einen harmlos, zum Andern... nach einem Dachs. Dachse waren nicht besonders groß, aber trotzdem sollte man aufpassen, wenn man unter einem Haus umherkroch und unversehens mit einem zusammenstieß.
Irgendeine Art streichespielender Yokai?, rief sie heiter. Nett. Wenn er rauskommt, fangen und verhauen wir ihn. Sie war in guter und daher gnädiger Stimmung.
Essen wir nun?

Einige Fuß unter Akihiko lag der Kessel des Kaninchenbaus, und die zugehörigen Kaninchen pressten sich angstvoll auf den Boden ihrer Schlafkammer. Die Fellnasen lagen flach und zitternd da, während der Eindringling als schwarze Rauchfahne durch ihre Gänge nebelte und aufmerksam lauschte, was draußen passierte.
Das Wesen, derzeit in seiner gasigen Wolkenform, mochte Angst. Es nährte sich daran wie ein Erfrierender an einem Lagerfeuer. Die Furcht der Kaninchen glich jedoch eher Kerzenflämmchen. Menschen waren besser. Menschen verströmten so gut wie immer die sanfte Wärme von Sorge, und schon kleinste Dinge konnten diese Wärme weiter steigern.
Der Nue lebte dafür und davon, Frucht zu verbreiten. Und in der Dunkelheit würde er diesem lebenswichtigen Spaß vergnügt nachgehen.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Di Apr 19, 2016 10:45 pm

Er fand keine weiteren Spuren um das Nest herum, auch keine die wegführten. Der Jäger runzelte die Stirn, aber gab nach, als Ringo ihn abermals zum Essen rief. Der Hunger siegte schliesslich als auch sein Magen hörbar seinen Anteil verlangte. Hätte er ihr sagen sollen, dass sie ihm von da aus den Rücken hätte decken können? Er hatte ihr ja nur gesagt, sie solle auf ihrer Position bleiben, nicht dass sie nichts tun sollte. Gemotzt hatte sie zumindest. "Ich habe übrigens nicht gesagt, dass du mich nicht decken sollst oder darfst. Aber vom Lager aus hast du eine bessere Übersicht, als wenn du ebenfalls durchs Gras krabbelst. Deswegen wollte ich, dass du bleibst. Ausserdem muss jemand auf das Essen aufpassen, vielleicht wäre der Yokai oder welcher Schlawiner es auch immer war, von hinten angeschlichen und hätte es geklaut? Alleine wäre ich nicht nachsehen gegangen", erklärte der Schwarzhaarige als er auf dem Stamm platz nahm. Sie hatte noch nicht viel Erfahrung und während es definitiv nicht Akihikos Job war sie auszubilden oder etwas zu lehren, so konnte er nicht umhin doch ein paar Erfahrungsbrocken weiterzugeben. Vielleicht merkte sie es sich, vielleicht schmollte sie nun und bliess seine Erklärung in den Wind. Ihm konnte es schlussendlich einerlei sein.
Akihiko packte das angebrochene Brot aus seiner Tasche aus und legte das helle Tuch beiseite. Er brach das Brot auseinander und reichte Ringo einen Teil davon. Dann ass er. Es war nichts Atemberaubendes, aber nach einer kurzen Jagd und der Aufregung hätte er sich nichts besseres vorstellen können. "Wie geht es weiter?", fragte er zwischen zwei Bissen. "Hat dein Chuunin dir bestimmte Bäume gesagt die du nehmen sollst? Bei mir zumindest nicht. Nur damit wir uns nicht gegenseitig ins Gehege kommen." Die Mahlzeit dauerte nicht lange und alles war restlos verputzt. Der Sangoshi-Shinobi nutzte die kurze Ruhe nach dem Essen um seine Pfeile zu säubern und wieder sorgfältig in den Köcher zu stecken. Er hatte eine Korkschicht unten drin, damit die Pfeile nicht aus versehen herausfallen oder Geräusche machten, wenn er leise sein musste oder irgendwelche akrobatischen Aktionen machen musste.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr Apr 22, 2016 3:37 pm

Man merkte schon, dass Ringos Ausbildungsschwerpunkt auf Spionage, Infiltration und Kopfarbeit lag. Und Palaver. Wortklaubereien.
"Ich habe übrigens nicht gesagt, dass du mich nicht decken sollst oder darfst. ..."
Ringo schaute lethargisch-unbeeindruckt. Du hast nicht gesagt, dass ich etwas nicht machen darf, stimmt. Ihr Tonfall deutete an, was sie von Doppelter Verneinung hielt. Aber du hättest es schöner sagen können. Sie nahm einen Schluck aus einem Wasserschlauch, als tränke sie aus einem Weinglas in einem isketanischen Gasthaus, von denen es einige recht Berühmte in Odas Fremdenviertel gab. Sie übertrieb das Gebaren und rieb noch Salz in die kleine Wunde. Es ist wichtig, was du sagst. Nicht, was du meinst. Worte sind wie Wasser. Einmal ausgekippt, kriegt man sie kaum wieder in den Eimer zurück.
Die überzogene Hochnäsigkeit, die sie an den Tag legte, sollte natürlich schon anzeigen, dass sie sich nur einen Spaß mit der Wortfaulheit des Jägers machte. Akihiko mochte es vermutlich nicht, mehr Worte als unbedingt nötig zu machen.
Wenn ich mich wirklich weit vorwagen will, sage ich noch etwas wie In Gegenwart eines Samurai wäre jedes schlecht gewählte Wort ein Grund zur Schwertprobe.
Sie ließ es bleiben. Am Ende bekam sie nichts vom Häschen. Vom Brot ganz zu schweigen.

Wie es weiterging, nach den Monstern und der Mahlzeit, war das Tischthema. Ringo hob sich die Heuschrecken als eine Art Nachtisch auf. Einen knackigen, würzigen Nachtisch, dem man vor dem Verzehr die gezahnten Beinchen abschnippsen musste.
Wir haben keine Gewohnheiten beim Ernten, erwiderte sie auf Akihikos Frage hin. Nein, ich werde einfach nach geeigneten Bäumen suchen und dann das Übliche tun: Sie anritzen und ein Glasröhrchen einführen, um die Säfte zu melken, und dann nach den Larven suchen. Die Seide der Kokons soll schließlich feuerfest sein. Sie zuckte mit den Schultern. Die Gläser, die für das Auffangen der Pinienmilch zuständig sind, lasse ich über Nacht hängen. Was sie beschrieb, war das übliche Prozedere. Die eine Flüssigkeit pulste durch die äußeren Schichten des Baumes, für die zweite Flüssigkeit musste man etwas tiefer bohren. Beide Säfte zusammen ergaben die brennbaren Dämpfe; daher musste man natürlich acht geben, die Säfte zu separieren. Oder, wenn das nicht ging, mit entsprechender Vorsicht zu behandeln.
Ringo langte neben sich in ihren Korb, während Akihiko bereits mit dem Essen fertig war, und holte eins der genannten Glasröhrchen hervor. Es war im Mittelteil völlig geschlossen, ein Endteil aber war nur eine Halbröhre und sichtlich breiter.
Hiermit, erklärte sie, sammeln wir die Milch, die tiefer drin liegt. Wenn man bohrt, legt man ja gern mal Kanäle beider Säfte frei. Darum ist die Röhre hier geschlossen. Damit der Saft, der im äußeren Teil des Stammes ist, nicht hineingerät. Ein wenig fukkelig.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Di Apr 26, 2016 10:49 am

Muffig klang die Jüngere, definitiv. Akihiko zuckte nur mit den Achseln. Sie würde es noch lernen. Auch Gespräche konnten wie ein Kampf sein, zumindest nach seinem Lehrer, ständig Acht von links und rechts geben, man wusste nie wer zuhörte. Ein Wort zu Viel und ein Adliger hasste dich, ein Bauer wusste zuviel und würde es für Münzen verkaufen. Andeutungen waren besser, verlangten aber, dass der Gegenüber richtig eingeschätzt würde. Anscheinend lag er bei Ringo etwas daneben, hatte ihre Erfahrung überschätzt. "So viel ist wahr, allerdings ist es in manchen Kreisen besser nur Andeutungen zu machen, das Wasser zu zeigen anstatt es ihnen zu geben. Oder sie denken lassen, dass da Wasser ist und sie dementsprechend manipulieren." Sie nahm dafür nichts von Hasen und lehnte auch das Brot ab. Akihiko betrachtete sie während er kaute. "Weisst du, blinder Gehorsam kann auch schaden. Benutze dein Gehirn, ich weiss dass du nicht Blöde bist. Dein Chuunin gibt ihr einen Rahmen? Nutze ihn. Fülle ihn aus. Tue nicht nur was er verlangt, tue etwas mehr, jedoch stets mit handfester Begründung", erklärte der Jäger. "Vielleicht kommen so Dinge ans Licht, die sonst verborgen geblieben wären oder du lernst eine nützliche Person kennen."
Ringos Heuschrecken knackten. Akihiko hatte höflich abgelehnt, denn Insekten waren nun wirklich keine Delikatesse in seinen Augen. Er hatte es einmal und war daran beinahe erstickt, das musste er nicht nochmals haben. Ein leises Kratzen spürte er dennoch im Hals, als die Blonde die Dinger genüsslich ass. Ringo erklärte ihm das Vorgehen, sogar ziemlich genau. Sie machte es wohl nicht zum ersten Mal, er schon. Etwas schleierhaft war ihm, warum er dafür gewählt wurde, aber zusätzliche Kenntnisse in verschiedenen Bereichen hat noch selten geschadet. Immerhin wusste er nun, was er mit den merkwürdigen Röhrchen anstellen sollte. Ringo zeigte ihm eines der Röhrchen und wie man es verschloss. "Aha." Kurzhob er das Tuch des eigenen Korbes und nahm eines der eigenen Röhrchen, seines war metallen, heraus. Er drehte es in den Fingern herum, es hatte dieselbe form wie Ringos Glasröhrchen.
"Denke es ist Zeit an die Arbeit zu gehen." Mit diesen Worten Stand Akihiko auf und nahm den Korb vorsichtig hoch. Er schwieg den kurzen Fussmarsch zurück in die Pinienwälder über während er sich nochmals die Technik Revue passieren liess. Dort angekommen sah er einfach einen Haufen Bäume, die relativ gleich aussahen. "Gibt es irgendwie Erkennungszeichen für Bäume mit besonders viel Saft?", fragte er die Blonde als er bemerkte, dass er wirklich keinen Dunst hatte wie und wo anzufangen.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am So Mai 01, 2016 10:05 am

Out: Das mit dem "Am Ende bekam sie nichts vom Häschen" war eher als eine Befürchtung von ihr gemeint, nicht als Ablehnung :p Mein Fehler ^^°

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Da dachte sie, etwas Kluges von sich gegeben zu haben, doch es kam eine Belehrung zurück. Ringo schaute zunächst verdutzt und unfroh drein. Es ärgerte sie, weil sie natürlich längst wußte, dass sie kein einfacher, stumpfer Befehlsempfänger sein sollte, doch um Akihiko eins einzuschenken und weil ihr der Spruch mit dem Wort-Wasser-Vergleich spontan gefallen hatte, hatte sie sich anders präsentiert. Wie jemand, der so eine Belehrung verdiente.
Ringo blies die Backen auf, erwog eine passende Antwort. Ihr kam "Der weise Anführer verlangt von den Unfähigen keine Perfektion" in den Sinn, doch sie bremste sich selbst. Bloß um noch einen klangvollen Spruch zu klopfen, wollte sie sich erneut selbst erniedrigen???
Da hatte sie gedacht, in dem wortkargen Jäger ein leichtes Opfer für ein bisschen Wortklauberei und verbales Verheddern gefunden, und nun fühlte sie sich, als wäre sie auf dem Übungsplatz und ein gnadenlos unterschätzter Gegner zog ihr mit unbewegter Miene die Beine weg.
Inzwischen blies sie die Wangen so weit auf, dass Luft zwischen ihren zusammengepressten Lippen entströmte, mit einem lahmen Pfeiflaut. Sie stopfte das entstandene Leck mit ihrer Zungenspitze.
Dann fing sie abrupt an zu lachen, lehnte sich zurück und legte den Kopf in den Nacken. Ich gebe auf, ja. Du hast recht, antwortete sie schließlich mit schiefem Lächeln. Ich werde den Rat fortan beherzigen. Sie verbeugte sich in aller Ernsthaftigkeit, lächelte weiterhin freundlich und machte keinen weiteren Versuch, Akihiko mit einem klugen Sprüchlein zu überrumpeln.

Nach dem Essen gab es ein kurzes Vergleichen von Werkzeug. Ringo betrachtete die metallenen Röhrchen von Akihiko kurz, dachte Jedem das Seine und erhob sich dann ebenfalls. Sie klaubte einige Kohlen aus der Feuerstelle, die sie in ihren Uchidake stopfte, zu dem trockenen Moos und den Stücken von Baumpilzen, welche als zehrende Nahrung für die Glut dienen durften. Sie verschloss den Feuerbehälter und zog der metallenen Röhre sogar eine Tülle aus Leder und Filz über, damit der Uchidake, sollte die Glut drinnen zu lebendig werden und den Behälter erhitzen, nicht die Dämpfe des Pinienwäldchens in Brand steckte. Anschließend konnten sie ohne große Bedenken das Lagerfeuer löschen, denn nun ließ sich in Windeseile anderswo ein neues Feuer entfachen. Ringo schob fröhlich Sand darauf und folgte dann dem Jäger.
Im Pinienwäldchen fragte Akihiko nach einem Tipp. Ringo schaute nachdenklich drein, fand jedoch keinen wirklich Tollen. Sie blickte die Pinien hinauf.
Darin bin ich keine Expertin, gestand sie. Zumindest habe ich nie gehört, dass man Bäumen ansehen kann, ob sie viel oder wenig Saft in sich haben. Gesund sollen sie aussehen und möglichst groß natürlich, doch das ist ja kein sonderlicher Tipp. Die junge Kunoichi trat an einen Stamm heran, tippte auf ein gut sichtbares, kleines Bohrloch auf einem glatten Stück Rinde. Hier drin jedenfalls dürfte eine Raupe sitzen und sich fröhlich einspinnen in das, was wir haben wollen. Sie nahm einen Kiri, also einen nadelartigen Bohrer, mit dem man für gewöhnlich Schlösser knackte, zur Hand und puhlte damit im Loch. Sie erweiterte die Öffnung vorsichtig, drehte und kratzte und zog schließlich ein winziges Päckchen aus dem Holz. Ist unter der Rinde gewachsen, das kleine Ding, stellte sie fest und hielt es Akihiko hin. Ich habe gelernt, dass man den Raupen die Arbeit überlassen soll. Sie finden die Adern also für uns, und nun nutzen wir ihre Löcher für unsere Röhrchen.
Ringo nahm ihren Inro wieder zur Hand. Sie strich das Seidenbündel mitsamt verpuppter Raube einfach an der Kante der Behälter-Öffnung ab, sodass das Päckchen hinein fiel. Dann arbeitete sie weiter am Bohrloch und erweiterte die Öffnung, schnupperte daran und deutete auf die Nässe, die sich inzwischen drumherum ausbreitete.
Hier kommt die Milch, stellte sie in Akihikos Richtung fest. Man riecht es. Süßlich, aber auch ein wenig schwefelig. Wie faule Eier mit Harz. Sie schob eins ihrer Röhrchen in das Bohrloch, langsam. Nun schauen wir... Ah, hier kommt schon etwas. Hier haben wir also den äußeren Saft. Den möchten wir zwar auch, aber nun schieben wir erst noch etwas tiefer. Es gefiel ihr sichtlich, ein wenig Lehrer spielen zu dürfen. Noch etwas... kurz sollte nichts kommen... ja, wie jetzt. Das Loch des Röhrchens liegt unter der Trennwand. Noch ein Stück also - und schon kommt wieder etwas. Der innere Saft.
Ringo lächelte zufrieden, schaute dem tröpfelnd rinnenden Strömchen zu, wie es durch das Glasröhrchen kam. Sie wartete, bis nur noch der reine, innere Saft durch den Kanal floss, und schob dann ein Fläschen zum Auffangen unter das Ende des Röhrchens.
Nun mit Schnurr festbinden. Sie schaute Akihiko überfröhlich an. Hilfst duuu...?
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Di Mai 03, 2016 7:59 am

Out: Oops, volle Kanne missverstanden, sorry. xD

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Die junge blonde Frau gab auf, hatte wohl ihren Meister gefunden und gab es auf mit Phrasen um sich zu werfen. Infiltration war vielleicht ihre Stärke, jedoch definitiv nicht in derselben Schicht wie Aki. Oder anders gesagt, er hatte sich seinem Ort angepasst, während die Jüngere wohl stetig herumreiste und sich jedes Mal neu integrieren musste. Von ihr verlangte es eine andere Art zu denken und Flexibilität als von Akihiko, der aufpassen musste, dass er nicht plötzlich aus versehen ins Kreuzfeuer der Adligen kommt. Es passierte schon Mal, dass ihn einer der höheren Herren, mitnahm um seine Bogenschiesskünste gegen einen vermeintlichen Hochstapler zu testen. Aki gewann damals natürlich, traf die Scheibe in der Mitte, während der Hochstapler den bogen nicht einmal richtig zu halten wusste. Der genaue Hintergrund der Aktion war dem Sangoshi nicht bekannt gewesen, nur dass der andere aufgeknüpft wurde und er plötzlich die Hand des Herren auf der Schulter gehabt hatte, der ihm zuflüsterte, dass er es gewesen wäre, der gebaumelt hätte, wenn er verloren hätte. Da hatte er glück und beschloss die Hintergründe stets besser auszuleuchten. Wer wusste schon, wann man ein Wettobjekt eines gelangweilten Lords wurde. Er hoffte dass Ringo in einer nicht ganz so hinterhältigen Schicht herumtollte. Ihre Emotionen wären für die Adligen zu einfach zu lesen, sie würden das arme Mädchen wohl einfach auffressen.
Nun war es aber an ihm zu lernen. Er schaute zu wie Ringo unter Erklärung eine Raupe aus der Rinde und dann jeweils die Säfte des Baumes mithilfe des Röhrchens holte. Nun fragte sie ihn, ob er ihr helfe. Er nickte und hoffte dass er alles verstanden hatte. Sein Meister damals hatte ihn des öfteren etwas langsam genannt auch wenn Akihiko schwer der Annahme war, dass es sich um einen Ansporn handelte und nicht tatsächlicher Fakt. Er wusste dass er nicht der Intelligenteste war, bei weitem nicht. Sein Meister war intelligent gewesen. Ein Loch musste er suchen, also suchte er ein Loch. Am nächsten Baum wurde er fündig. Auf seiner Brusthöhe gab es ein kleines Loch. Er stellte fest, dass sein Chuunin ihm dieselbe Variation von Werkzeugen bereit gestellt hatte wie Ringo sie hatte, also machte er sich daran ihr Technik etwas nachzuahmen. Er war eindeutig langsamer, als er mit grösster Vorsicht versuchte den Kokon aus dem Stamm zu kratzen. Die Puppe fiel bald in das eigene Seidenbeutelchen und Aki fummelte das Röhrchen hervor. Wie weit musste er es hineinstossen? Er beschloss dem ding einmal einen rechten Stoss zu geben. Klingen tat es äusserst merkwürig aber das Metalrohr war im Stamm. Nach kurzer Zeit tropfte auch etwas Flüssigkeit heraus, es war klar. Schnell hielt er ein Fläschchen darunter und band es fest. Etwas wackelig sah die Konstruktion aus, aber solange niemand dran fummelte, sollte es halten. "Wie lange hat sowas etwa?", fragte er teils neugierig teils mit finsterer Vorahnung, dass sie eine Weile hier sein würden.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Mai 07, 2016 10:06 am

Hätte Akihiko seine Gedanken hinsichtlich des Herumtollens in hinterhältigen Schichten ausgesprochen, hätte Ringo erwidert, dass sie in der Tat in weniger trüben Gewässern fischte. Zu ihren Rollen gehörte stets bescheidene Zurückhaltung: Entweder setzte sie den Korbhut eines Komuso-Mönchs auf und bettelte mit Flötenspiel auf öffentlichen Plätzen, gab einen Handwerker auf Wanderschaft oder - in isketanischer Umgebung - zog die höchst ungewöhnliche Klamotte in Form von Rock und Mieder an. Was auch immer sie tat: Ringo verkehrte in der Dienerschicht und nahm einen Platz ein, der in der Regel zu niedrig war, alsdass sich ein Mitglied der höheren Kasten herabgelassen hätte, mit ihr zu reden.
Inzwischen hatte Akihiko sich daran gemacht, eine eigene Flasche aufzuhängen. Ringo widmete sich bereits ihrer Zweiten, fischte die Käferpuppe aus dem Loch und setzte das Rohr ein. Diesmal wollte sie den jeweils anderen Saft und trieb das Röhrchen nicht gar so tief hinein. Mit einem Schulterblick wandte sie sich dem Jäger zu, der fragte, wie lang das Sammeln wohl gehen mochte.
Ein wenig zieht es sich schon. Ringo schaute gen Himmel. Wie so ziemlich jeder Mensch, der sich nicht tagtäglich in einer fensterlosen Kammer einschloß, konnte auch sie grob schätzen, welche Stunde herrschte, indem sie die Sonne und deren Höhe betrachtete. Was haben wir nun. Die Stunde des Hundes oder Hahns? Zwei oder Drei Uhr. Als Faustregel kann man sagen, dass eine Ader für zwei oder drei Stunden fließt. Das bedeutet, dass wir zur Stunde des Schafes oder des Pferdes - Fünf oder Sechs Uhr - die Fläschchen kontrollieren und vielleicht anderswo anstechen müssen. Und ansonsten? Es kommt darauf an, wieviele Fläschchen du brauchst. Ringo drehte sich gänzlich um, deutete mit dem Daumen auf sich und lächelte vergnügt. Ich zumindest bleibe bis wenigstens morgen früh hier. Und natürlich würde sie den Zwei-Drei-Stunden-Rhythmus des erneuten Anstechens auch über Nacht aufrecht halten.

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Out: Wenn du magst, können wir nun eine Zusammenfassung/ein Vorspulen machen bis zur Nacht.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Di Mai 17, 2016 10:21 am

Die Arbeit war definitiv fusselig. Ein Glück gehörte Akihiko zu den fingerfertigen Leuten, kein Wunder bei seinem Beruf, und hatte den dreh bald raus wie man die Röhrchen reinstecken musste. Das Holz war sehr weich, sonst hätte man wohl bohren müssen anstatt die leicht angespitzten Röhrchen direkt einführen zu können. Laut Ringo würde es etwa zwei bis Stunden dauern bis die Adern aufhören zu fliessen. Es war früher Nachmittag. Aber wie Ringo hatte auch er, wenn auch etwas weniger, so einige Fläschchen dabei. "Ich schliess mich einfach an bis ich keine Fläschchen mehr habe, schätze ich." Damit gab er dem letzten Röhrchen, dass er hatte, einen Ruck und hielt schnell das Glasgefäss darunter. Dann war es auch schon angebunden. Hoffentlich fiel keines hinunter, das wäre unschön. Der Sangoshi schob sich die Haare aus dem Gesicht. Wieder und wieder fächerten sie sich aus, seit er dem Enko sein Haarband gegeben hatte. Er griff unter seinen Mantel und holte eine der Bogensehnen heraus. Mit dieser Band er sich die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und hoffte es möge nicht anfangen zu regnen.
"Und... jetzt warten wir einfach zwei Stunden.. oder wie?" Er war definitiv kein fauler Mensch, zwar auch nicht getrieben von Arbeit aber zwei oder drei Stunden Nichtstun passte ihm nicht wirklich. Also beschäftigte er sich damit die Puppen aus den Bäumen zu holen, zumindest die, die er erreichen konnte.

[Timeskip]

Während der Wartezeit hatte Akihiko eine solide Anzahl an Puppen aus den Bäumen gekratzt und als er mehr als genug hatte irgendwann hingesetzt und an einem neuen Bogendesign gearbeitet. Auf ein paar zusammengehefteten Papierstücken und einem Holzbrettchen hatte er sein nächstes Werk gezeichnet, ein roter Bogen mit flammenähnlichen Verzierungen, nicht für den Krieg sondern für Show gedacht.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Jun 25, 2016 3:00 pm

Es machte Spaß, Dinge zu wissen. Und andere Leute Dinge wissen zu lassen. Nicht, dass Ringo gern Leute ärgerte oder aufzog. Nein, es gefiel ihr einfach, Ihr Können oder eben Fachwissen zeigen zu können. Ihr freundliches Grinsen, welches sich derzeit auf ihrem Gesicht festsetzte, war also durchweg rein und unschuldig, ohne Boshaftigkeit.
"Ich schliess mich einfach an bis ich keine Fläschchen mehr habe, schätze ich", legte Akihiko sein Arbeitsziel gerade fest.
Warum nicht, entgegnete Ringo achselzuckend. Sind ja auch genug Bäume da. Mit auf dem Rücken verschränkten Händen schaute sie sogar ein kleines Weilchen einfach zu, während der andere Shinobi werkelte. Und scheinbar ein wenig mit seinem Haar zu kämpfen hatte.
Kurze Haare sind einfach praktischer.
Ursprünglich hatte Ringo auch lange Haare gehabt. Lang bis zum Hintern runter! Doch wegen einer misslichen Geschichte, bei der ein Mühlrad eine Rolle spielte, war es ihr rabiat - und sehr, sehr hastig - gekürzt worden. Seitdem fürchtete Ringo das Klappern von Wassermühlen und wurde ausgesprochen nervös, wenn ihre Haarspitzen die Schultern berührten.
"Und... jetzt warten wir einfach zwei Stunden.. oder wie?"
Wir müssen die Fläschchen jedenfalls erstmal nicht weiter beachten. Ringo zuckte mit den Achseln. Leichter immerhin, als Reis zu ernten. Und beim Suchen der Käferpuppen holte man sich keinen so krummen Rücken.

[Timeskip]

Beim Puppensammeln erfüllte Ringo klaglos ihr Soll, mit einem Auge auf den Glasfläschchen. Versiegte die Quelle oder füllte sich ein Behälter bis zum Hals, musste Hand angelegt werden. Eine dankbare Arbeit eben. Ins Schwitzen bringen konnte einen da nur die Sonne.
Einen spannenden Moment gab es lediglich, als ein Glasflächschen plötzlich so hing, dass es Sonnenstrahlen bündelte. Und dabei eine kleine Stichflamme auslöste, als das berüchtigte Gas der Enkopinien durch dieses Lichtbündel trieb.
Ein Spritzer aus dem Wasserschlauch löste und löschte das Problem effektiv. Es war aber auch Glück dabei gewesen, dass das Gas nicht wolkenweise in Flammen aufgegangen war. Fortan wurden die Positionen der Fläschchen etwas argwöhnischer kontrolliert.
Man lernt nie aus, hatte Ringo gesäuselt und demonstrativ noch etwas mehr Wasser auf die Brandstelle gekippt, als Opfergabe für die glückbringenden Kami dieses wunderschönen und brandgefährlichen Waldes.
Der Nachmittag ging in den Abend über. Akihiko widmete sich stillerer Beschäftigung, und eine Weile lang schenkte Ringo ihm keine große Beachtung. Stattdessen vollführte sie Übungen, um ihren Ki-Fluss zu stärken. Sie schob und wischte in weit ausgreifenden Armbewegungen, als müsse sie die unsichtbaren Energien um sich herum erst durchrühren und aufwirbeln, ehe sie die Hände beim Zurückholen Schalen bilden ließ und gegen ihre Brust legte, als schütte sie eine Flüssigkeit hinein.
Weiterhin wurden die Fläschchen kontrolliert.
Schließlich aber wechselte der Abend in die Nacht. In der Dämmerung wurden die Schatten tief und lang. Ringo knüpfte Angelschnüre zwischen den Bäumen, um einen Pfad zu schaffen, der sie auch im Dunkel zu den Behältern führen konnte.
Zurück zum Lager?, fragte sie dann und spazierte zu Akihiko hinüber. Hast du vorhin was gezeichnet?
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am Mi Jun 29, 2016 10:55 am

Viel zu tun gab es nicht, nachdem die erforderliche Menge an Raupen aus dem Holz gepullt worden war und alle Gefässe hingen. Zwischendurch tat er es Ringo gleich und überprüfte den Füllstand und die Sicherheit der Gläser. Manche steckte er dann um, um auch die zweite Hälfte zu füllen, wobei er die bereits volle Hälfte mit etwas Wachs verstopfte. Sein Leiter hatte ihn gewarnt, dass die Mischung extrem leicht entzündlich sei und er nicht den Wald brennen sehen will. also schickte sich der Bogenschütze an entsprechende Vorsicht walten zu lassen. In den Pausen des Nichtstuns arbeitete er weiter an seiner Planzeichnung des nächsten Turnierbogens, den er von einem Adligen in Auftrag bekommen hatte. Er hoffte nur, dass der Mann nicht erwartete das Turnier zu gewinnen. Er wollte sich schlicht nicht von mehreren Veränderungen abhalten lassen, obwohl Akihiko ihn mehrmals gewarnt hatte, dass der Bogen dann zwar schön aussieht, aber definitiv nicht genau schiessen wird. 'du bist der Bauer, mach, dass er richtig schiesst!', war die Antwort gewesen und Akihiko musste resignieren und überlegte nun schon eine Weile am richtigen Holz und kleinen Formänderungen herum. Sein eigener Bogen hatte er mittlerweile von der Sehne befreit, damit er sich nicht zu sehr beugt und an Kraft verliert.
Wirklich spektakulär war die Arbeit also nicht. Nur einmal gab es etwas Aufregung, als Ringo plötzlich zu einem ihrer Fläschchen rannte, das plötzlich eine Flamme aus sich herausschiessen hatte. Aki musste zugeben, dass er es nicht einmal bemerkt hätte. Mental langte er sich eine, dass er so seine Umgebung anfing zu missachten und eilte ihr kurz mit seinem eigenen Wasserschlauch zu Hilfe. "Erwartet hätte ich es jetzt auch nicht", brummte der Mann etwas verlegen, als Ringo meinte man lerne nie aus. Aber wie sie, ging auch er die Fläschchen nochmals überprüfen und fand sogar eines, das die Sonnenstrahlen ebenfalls bündelte. Aber er konnte es kaum bewegen, also wickelte er etwas Tuch darum. Damit war der Fall erledigt. Dann wurde es langsam Nachmittag und Aki führte seine Zeichnung fort, während die beiden warteten.
So langsam fühlte er sich faul werden. Die Arbeit selbst war nicht schwer, aber das Warten machte die Sache unangenehm. Glücklicherweise erschien kein weiterer Tsuchigumo, keine Enko und auch die merkwürdige Stimme war nicht mehr aufgetaucht. Er beobachtete Ringo, wie sie mit Angelschnüren einen Weg zu ihren Fläschchen knüpfte. Das musste er sich merken, sollte er je wieder auf etwas Derartiges geschickt werden. Hoffen tat er es aber nicht, die Art von Arbeit war ihm eher unangenehm. Er hatte zwar Geduld, aber das lange Warten liess ihn definitiv zu Träge werden. Er war schon fast Dankbar, als Ringo dann fand, sie müsse das ewige Schweigen brechen und ihn nach seiner Zeichnung fragen. "Von mir aus", stimmte er zu und stand langsam auf und klopfte sich die Schuhe zurecht um wieder richtig Halt zu finden. "Und ja. Es wird ein neuer Bogen für einen der hohen Herren der Stadt. Auch wenn es nur ein Turnierbogen ist. Wahrscheinlich wird der Kerl ihn dennoch zum Jagen benutzen wollen. In dem Punkt sind fast alle gleich...", moserte er halb, als die beiden durch das dunkle Unterholz wieder zurück zu den Baumstämmen stapften. Etwas raschelte am Waldrand und sprang davon. Aki blickte nur kurz hin, sah etwas braunes verschwinden, ein Reh wohl. "Hast du je einen Bogen benutzt, Ringo? Es braucht eine Menge Kraft im Arm und Rücken und je grösser der Bogen, desto grösser die benötigte Kraft. Dazu braucht es jahrelanges Training, etwas das die meisten Adligen in diesem Bereich nicht haben. Dennoch wollen sie möglichst grosse und schöne Bögen haben." Er setzte sich auf den Baumstamm, auf dem er am Morgen schon gesessen war und packte den Rest seines Brotes aus, sowie etwas vom Hasen. Den Rest des Tieres bekam Ringo dieses Mal wirklich.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Jul 16, 2016 11:43 am

Nach den Ki-Übungen fühlte Ringo sich stets erfrischt. Ihr Sensei nannte es gern Atemschöpfen, und sie fand, dass diese Bezeichnung durchaus passte, auch wenn der Begriff schon mit einer Bedeutung belegt war. Andere Leute hatten andere Begrifflichkeiten. Sie sammelten oder fischten, sogen auf oder machten es sogar gegensätzlich, indem sie Müdigkeit abstreiften und dem Ki somit Platz anboten, als wären sie Bäume, die Vögeln erlaubten, auf ihnen zu nisten. Es war eine recht individuelle Geschichte. Ki kam, so hieß es, aus der Luft. Es gab kein Luft-Element; Ki selbst war Luft, Wind, Atem. Der Ki-Fluss aber entsprang dem Selbst. Diese Quelle baute jeder für sich. Gefühl war fundamental, das geistige Bild unabdingbar, Selbstvertrauen ein massiver Mauerstein.
Einen Ki-Anwender konnte man von innen brechen. Manche fielen dieser Taktik schneller zum Opfer als andere. Samurai gehörten zu Ersteren. Sie waren stark im Selbstbild, doch stürzte es ein, dann erdbebengleich.
Ringos Geist jedenfalls flog hoch.
Turnierbogen, wiederholte sie und starrte auf die Zeichnung. Sie kannte Turniere nur von Weitem. Wenn eins stattfand, gab es immer viel Tumult wie auf einem Fest.
Akihiko klang verdrossen, als er darüber sprach, dass der Kunde den Bogen wohl auch zum Jagen verwenden würde. Unwissend, wie Ringo dahingehend war, legte sie den Kopf schief und schaute fragend drein. Doch Akihiko führte von allein nicht weiter aus, was es mit dem Verdruss auf sich hatte, sondern lotete das Themenwissen seiner Kameradin aus. Derweil hatten sie den Pinienwald verlassen und den Lagerplatz erreicht.
Ich hatte noch nie einen Bogen, erwiderte sie und beäugte den ungespannten Bogenstock des älteren Shinobi. Ist es wirklich so schwer?
Die Sarutobi streckte langsam die Hand nach der Waffe aus. Dabei achtete sie höflich auf Akihikos Haltung und Bewegungen; vielleicht war es mit seinem Bogen wie mit dem Katana eines Samurai, und er wollte möglicherweise nicht, dass sie ihn anfasste. Offenbar hatte er eine hohe Meinung von der Waffe und war stolz darauf. Falls er es zuließ, würde sie das Holz drehen und wenden und genau betrachten. Anschließend würde sie natürlich auch um eine Sehne bitten.
Ich möchte ihn spannen.
Sie würde scheitern. Gnadenlos. Sich abkämpfen, das Holz auch nur zu biegen. Sie käme mit der Sehne kaum in die Nähe der oberen Nocke - schon die Länge des Stocks war eine Herausforderung, die sie nur schaffen konnte, indem sie den Bogen auf der Erde abstellte und selbst auf den Baumstamm sprang.
Wenn Spannen schon nicht ging, wollte sie wenigstens einen Schuss versuchen. Sie glaubte gern, dass es jahrelange Übung brauchte, doch glaubte sie, es bezöge sich auf die Zielgenauigkeit. Sie unterschätzte die Muskelkraft, die man brauchte, denn Bogenschießen sah spielerisch, elegant und leicht aus.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Nakano Akihiko am So Jul 17, 2016 8:58 pm

Die nächste Zeit sollte sich als relativ amüsant für Akihiko herausstellen. Ringo wiederholte das Wort 'Turnierbogen', als wäre es etwas komplett Fremdes. Wahrscheinlich war es auch für sie, sie sah nicht aus, als wäre sie wirklich einmal auf einem Turnier gewesen. Akihiko hatte das Vergnügen, oder eher den Verdruss, ein paar Mal auf ein Turnier gezerrt worden zu sein. Früher von seinem Lehrmeister, später von seinem übergeordneten Chuunin. 'Geh und knüpfe Kontakte'. 'Sorge dafür, dass man deine Werkstatt kennt'. Das hatte man ihm gesagt. Es war schliesslich nicht im Sinne, dass seine Werkstatt konkurs ging. Und wenn man Geld haben wollte, musste man etwas Werbung machen. Also hatte er öfters einen schönen bogen und einige Pfeilsehnen zum verkaufen mitgenommen. Wie sein Lehrmeister vorausgesehen hatte, wurde er dadurch etwas bekannt. Er mochte den Tumult dennoch nicht.
Ringo antwortete, dass sie noch nie einen Bogen benutzt hatte. Sie blickte relativ unbeeindruckt den entspannten Bogen an, der momentan mehr wie ein kunstvoller Wanderstock wirkte. Jedoch ging sie nicht hin und fasste ihn an. Dafür bekam sie definitiv Punkte bei dem älteren Shinobi, sie hatte wohl erkannt, dass man fremde Waffen nicht ungefragt angrabbelt. Und Aki hing sehr stark an seinem Bogen, der ihm oft genug das Leben gerettet hatte. Er beäugte sie kritisch, als sie fragte, ob sie ihn spannen versuchen dürfte. "Von mir aus", entschied er nach etwas überlegen, ob sie Schaden anrichten könnte. "Stell ihn auf den Boden, auf die Erde. Schau, dass kein Stein darunter ist. Dann biegst du ihn langsam, bis du die Sehne einfädeln und festbinden kannst. Dann entspannst du ihn langsam, lass ihn nicht zurückschnellen, falls du überhaupt soweit kommst", konnte er nicht umhin am Ende noch etwas zu sticheln. Er gab ihr die Sehne, die er vorher benutzt hatte und zeigte kurz wie man sie festzubinden hatte. Dann stand er zurück und begutachtete die darauf folgende Turnübung der Jüngeren mit ein wenig Interesse und riesigem Amüsement. Die Länge des Holzes war wohl die erste Herausforderung, der Bogen war grösser als Ringo. Sie kam kaum an das obere ende und stellte sich schlussendlich auf einen der Baumstämme. dies erntete eine hochgezogene Braue und einen doch etwas besorgten Blick. Was sollte er seinem und ihrem Übergeordneten Erklären, wenn er sie bewusstlos nach Hause brachte mit der Erklärung: 'Sie ist beim Versuch meinen Bogen zu spannen nach hinten auf einen Stein gekippt'. Glücklicherweise war ihr Gleichgewicht gut genug. Nicht aber ihre Kraft, auch ihr Gewicht, reichte nicht aus, um das Holz auch nur annähernd genug zu krümmen. Aki nahm ihr den Bogen ab, bevor sie drastische Massnahmen versuchte und spannte den Bogen mit schon fast mokierender Leichtigkeit, die vom vielen Gebrauch herrührte.
"Das Spannen braucht generell mehr Kraft als ein Schuss selbst. Um so einen bogen von der Grösse und Schusskraft zu spannen musst man genug Kraft im Arm haben um einen erwachsenen Mann aufheben zu können", erklärte er in einem Ton, den er von seinem alten Lehrer gelernt hatte; ruhig und sachlich. "Natürlich ohne Rüstung", fügte er nach kurzer Pause an. Dann nahm er einen der dünnen Pfeile, keine Widerhaken, und Schoss ihn in den Baumstamm. Ringo bekam den Bogen wieder sowie ein Pfeil derselben Art. "Mach einige Schritte weg und versuche so nahe an den Pfeil zu treffen wie du kannst. Nutze deine Rückenmuskulatur um den Bogen zu spannen, nicht die Arme", instruierte er kurz und stellte sich vorsichtshalber hinter die Blonde. Er wollte am Ende nicht aus Versehen aufgespiesst werden.
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Re: [Oda no kuni] Pinien-Hain

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr Jul 22, 2016 5:53 pm

Warum sollte sie nicht so weit kommen? Ringos Gesicht zeigte milde Verwirrung. Machte er sich lustig? Oder plante Akihiko einen Streich? Aufmerksam, als erwarte sie einen gemeinen Trick, verfolgte die blonde Kunoichi das Tun des Älteren und dessen Anweisungen. Sie hielt sich auch daran - und musste prompt erfinderisch werden. Was jedoch auch nicht viel brachte!
Die Verwirrung von gerade eben verwandelte sich in Unglauben und Anstrengung. Ringo mühte sich ab, den Bogen zu spannen, und scheiterte.
Akihiko nahm ihr den Bogen weg, ehe sie sich noch bäuchlings auf das obere Ende legen und Eisenschwere ausprobieren konnte.
"Das Spannen braucht generell mehr Kraft als ein Schuss selbst. Um so einen bogen von der Grösse und Schusskraft zu spannen musst man genug Kraft im Arm haben um einen erwachsenen Mann aufheben zu können."
Ringo starrte mit großen, runden, blauen Augen. Einen Mann aufheben? Ich kann kaum einen Jungen aufheben! Damit war sie von Grund auf ehrlich.
"Natürlich ohne Rüstung."
Oh, na dann... Dieser Gedanke war ironisch. Ringo schaute auf Akihikos Oberarm, sichtlich beeindruckt, während der Bogen in fließender Routine gespannt wurde. Ich möchte wenigstens schießen, bat sie dann. Immerhin sagte Akihiko, das Spannen brauchte mehr Kraft als der Schuss selbst.
Viel Unterschied war da nicht!
Der Bogenschütze brachte ein Ziel für sie an - lässig leicht machte er das, wie zuvor auch beim Spannen.
"Mach einige Schritte weg und versuche so nahe an den Pfeil zu treffen wie du kannst. Nutze deine Rückenmuskulatur um den Bogen zu spannen, nicht die Arme."
Ringo nahm Pfeil und Bogen zurück, starrte konzentriert die Sehne entlang und dann auf das Ziel. Ich... verstehe. Sie sagte es mit hörbarer Unsicherheit. Das ist ähnlich wie beim Schwertkampf, nicht? Nicht nur mit den Armen kämpfen, sondern mit dem ganzen Körper.
Dieser Gedanke war zumindest tief am Grunde richtig. Ringo verstand bereits, dass in der Beherrschung einer Waffe mehr steckte als bloßes Schlenkern der Arme, und so war die Erklärung, dass es bei einem Bogen ebenfalls so war, für sie wie das Ergreifen einer Rettungsleine. Ja! Vorwissen! Sie hatte zumindest einen Hauch Ahnung von dem, was sie nun tat! Sie würde es schaffen!
Sie hatte kein Vorwissen, keine Ahnung, und sie schaffte es nicht.
Der Gedanke mochte nicht falsch sein, doch nur indem man in die gleiche Himmelsrichtung blickte, sah man noch lang nicht das gleiche Ziel. Ringo imitierte zwar Akihikos Haltung und Fußstellung, doch war da wieder diese... Schwelle. Oder Schlucht? Ringo dachte gern in solchen Metaphern. Die Welt war voller Mauern und Felswände, die man erklettern konnte, seien es nun echte Wehrmauern oder die gesellschaftlichen Klippen des Kastensystems. Ringo wußte, wie man diese Hindernisse überwand. Diesmal aber stieß sie an schiere, körperliche Grenzen.
Zunächst nockte sie den Pfeil ein. Schielte fast schon argwöhnisch zu Akihiko, als könne der Shinobi irgendwie steuern, wie kräftig der Bogen war. Vielleicht konnte er das ja? Vielleicht steckte ein Oni da drin?
Wenn, dann redete er nicht.
Ringo reagierte wie jemand, der den Verdacht hatte, unter seiner Strohmatratze sitze eine Maus. Sie verwendete das Equivalent eines Pantoffels, der kräftig auf eine verdächtige Stelle gehauen wurde, und öffnete ihre innere Schleuse. Ein unsichtbarer Schwall Ki schwappte in den Bogen.
So, dachte sie bei sich. Wenn ein Oni da drin ist, hat er nun erstmal sein Fett weg. Natürlich nur, wenn er nicht per se stärker war als sie selbst.
Wie unsicher das alles doch war!
Da sie den Bogen nicht hatte beschädigen wollen, enthielt ihr Ki keinerlei echte Wirkung. Lediglich der - nicht existente - Oni im Bogen sollte sich überfressen.
Nun aber!
Nein.
Immer noch so schwer! Zumal Ringo den kleinen Fehler machte, den Pfeil selbst zu halten und zu ziehen, anstatt die Sehne unterhalb des aufgelegten Pfeils. Sie hatte folglich nichtmals echte Grifffestigkeit auf die Sehne, und so widersetzte sich der Bogen erfolgreich einem Zug.
Hilflos starrte Ringo Akihiko an. Sei ehrlich, du machst doch irgendwas!, jammerte sie.
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