Login

Ich habe mein Passwort vergessen!

Wer ist online?
Insgesamt ist 1 Benutzer online: 0 Angemeldete, kein Unsichtbarer und 1 Gast

Keine

[ Die ganze Liste sehen ]


Der Rekord liegt bei 13 Benutzern am So Sep 27, 2015 12:49 pm
Die neuesten Themen
» [Kapitel 2] Veränderungen
Di Nov 21, 2017 8:13 pm von Sarutobi Ringo

» [Tatsuhi & Ringo] Erste Begegnung
Mi Nov 01, 2017 11:58 am von Hokusai Tatsuhi

» Die magischen Dinge
So Aug 06, 2017 1:44 pm von Hokusai Tatsuhi

» Legenden, Fakten und Geschichten
So Aug 06, 2017 1:41 pm von Hokusai Tatsuhi

» Wichtige Clans und Personen
So Aug 06, 2017 1:21 pm von Hokusai Tatsuhi

» Elemente und Fähigkeiten
So Aug 06, 2017 1:11 pm von Hokusai Tatsuhi

» [Umgebung] Wald
Sa Jul 22, 2017 10:57 am von Sarutobi Ringo

» "Lernbereich" - Was is des?
Sa Jul 15, 2017 11:20 am von Alter Eremit

» Charaktervorstellung
Mo Jun 19, 2017 10:18 pm von Hokusai Tatsuhi


[Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Neues Thema eröffnen   Eine Antwort erstellen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

[Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Alter Eremit am So Nov 22, 2015 3:26 pm


~ Der Kamiteki zur "Stoßzeit", zuletzt vor etlichen Jahren ~

In seiner jahrhundertealten Karriere als Landschafts-Gestalter fraß sich der Fluss Kamiteki in steter, steinebrechender Arbeit tief ins Land. Wo er am stärksten fließt, grub er ganze Schluchten und Täler in die Erde. Und wenn es nach ihm geht, sind diese Täler noch nicht tief genug.

Wie jeder Strom vergleichbarer Größe ist auch der Kamiteki ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Dies gilt sowohl für die Handelsschifffahrt wie auch die Marine.
avatar
Alter Eremit
~ [list]-Töter ~

Anzahl der Beiträge : 313
Anmeldedatum : 09.07.15

Benutzerprofil anzeigen http://oni-wood-and-iron.forumieren.com

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Haseiji Kaede am Di Dez 01, 2015 7:30 pm

Kaede blickte an sich hinunter, wandte den Blick über die Holzplanken dieses schwimmenden Scheusals entlang und schließlich auf den Fluss, welcher sich in alle Richtungen hinweg von ihrem jetzigen Standpunkt erstreckte. Oder vielmehr: von ihrem jetzigen Schwimmpunkt. Eigentlich war für ihn nichts dabei, dieses kleine Häufchen zu befehligen und auf ein paar Räuber zu achten, um diese auszuschalten, aber allein die jüngsten Ereignisse und der feurige Dämon an seiner Seite ließen in ihm den Gedanken aufkommen, wie leicht entflammbar doch Holz ist. Und insofern ein Fluss tief war und man von unliebsamen Gästen umzingelt, konnte ein solch entflammendes Schiff zu einer Todesfalle werden. Nicht, dass er Angst hätte. Es war nur ein ganz natürlicher Gedanke. Ein Gedanke jener Art, für welche ihn schon als kleines Kind viele ausgebuht und belächelt hatten. Weil Kaede sich nicht ehrbar und Hals über Kopf in etwa hineinstürzte, sondern lieber über seine Handlungen nachdachte. Zumindest soweit seine in jungen Jahren verständlicherweise noch beschränkte Erfahrung dies zuließ.
Und nun schwammen sie hier in dieser Festung, nachdem ihnen ein Jisamurai all das hier aufgetragen hatte – angeblich sollte sich in dieser Gegend eine Bande von Banditen verbergen. Ob daran etwas war? Wer wusste das schon. Kaede selbst wusste, dass seine Geldbörse ein wenig dünner und leichter geworden war, als ihm selbst eigentlich lieb. Letzteres lag daran, dass seine vorzügliche Begleitperson ihm diverse nicht ganz kostspielige Mittel abgeschwatzt hatte, um diverse andere Dinge zu ergattern. Ob diese wirklich hilfreich sein würden sei nun dahingestellt. Letzten Endes hatte er sich jedoch irgendwie an den Dienst einer gewissen Mission erinnert und hatte kleinbei gegeben. Immerhin hatte diese Sache irgendwo auch Hand und Fuß.
Seufzend verschränkte Kaede die Arme vor der Brust und sah nur nochmals kurz auf die erneuerte Gebetskette und die kostbare Waffe an seiner Seite. Am liebsten würde er sie auf ewig in diesem Flussbeet versenken, wäre sie kein Erbstück seines Vaters und bestünde nicht die Möglichkeit, dass eben dies ein Grund für Heimsuchungen viele viele Jahre später wäre. “Ist dir schon etwas aufgefallen?“ Seine bläulichen Augen verlagerten sich auf seine blonde Begleitung, während er weiterhin wie eine Statue an Bord stand. Nur kurz ließ er somit das Ufer außer Acht – es gab schließlich noch vierzig andere Augenpaare, wenn auch einige davon beschäftigt waren. Er hatte sie natürlich nicht alle dazu angeheuert, stets auf das Ufer zu achten, sondern nur einen Anteil. Eine gewisse Zeit lang. Augen wurden immerhin schnell müde, wenn man sie auf eine derartige Weise anstrengte. Folglich lösten sich die Beobachter immer ab.
avatar
Haseiji Kaede

Anzahl der Beiträge : 57
Anmeldedatum : 09.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mi Dez 02, 2015 12:23 pm

Manchen Angehörigen des Haseiji-Haushalts mochte es erschienen sein, als wäre ein Geist bei ihnen eingezogen. Ein Geist, der durchs Haus waberte wie Pfeifenrauch. Einige störte der Geruch, andere nicht. Manchen fiel er auch gar nicht auf. Dieser Geist huschte umher, und was er genau tat, wußte keiner wirklich. Das neue Mitglied der Dienerschaft tauchte auf, wo es wollte, fing Grashüpfer im Garten oder jagte Dimmermotten auf dem Dachboden, stöberte in der Küche durch den Abfall und klaubte Därme und Blasen heraus, ehe jemand den Müll zur Halde bringen konnte. Was damit passierte, wußte keiner der Bediensteten. Die Gärtner wunderten sich über unauffällig abgeerntete Blumenbeete, während die Küchenhilfen ab und an auf fest verschlossene Tontöpfe und Glasfläschchen stießen, die jemand im Gärraum oder Ofen deponiert hatte. Was darin lag, roch nie, als wäre es zum Essen gedacht.
Ab und an war der Geist völlig weg. Für Wochen. Um dann wieder aufzutauchen. Einfach so.
Es gab weltgewandte Samurai, die sich denken konnten, was da eingezogen war. Sie spannten ihre Schwertarme an, wenn der Geist an ihnen vorbeiglitt, als wäre er ein Tiger, der jederzeit seine einschnürende Katzenhaut abwerfen mochte. Niemand aber sprach das Böse Wort aus.
Die ganze Geschichte zwischen Samurai und Shinobi war im Grunde ein schnurgerader Fluss: Shinobi waren waffentragende Diener, dafür verdienten sie den Tod. Gleichzeitig waren ihre Fähigkeiten... nützlich. Für irgendwas. Das wußte jeder. Es dachten nur die Wenigsten wirklich darüber nach, das verbot einfach die Erziehung im Namen von Ruhm und Ehre. Der Fluss war also von Wirbeln und Untiefen und Stromschnellen durchzogen, die alles ungemein kompliziert machten.
Was besagter Geist einfach niemals wagte: Sich in dunkelgrauer Uniform-Maskierung oder gar mit einer Klinge erwischen zu lassen. Das war eine Grenze, die zu überschreiten den Tod bedeutet hätte. Solang dies nicht passierte, gab es ein Zusammenleben von klassengemachten Todfeinden. So wie man einen Wolfswelpen zwischen den Wurf einer Hütehündin legen konnte, solang man vorher die ganze Bande fest mit stark riechenden Schaffellen abschubberte und -schrubbte.
Nur einmal ergriff wirklich jemand das Wort. Es ergab sich, als der Geist den Dienerkindern beim Herumtoben zuschaute und plötzlich mitmachte. Einige Tage später spielten die Dienerkinder mit Zweigen, die sie in Wellen und Kreuzen vor dem Körper herumschwangen. Als einem älteren Samurai auffiel, was sich da abspielte, donnerte er in Gegenwart des Geistes die Faust auf den Tisch und knurrte etwas, was nur der Geist ganz genau verstehen konnte. Das Zweig-Fechten hörte wieder auf und fing nie wieder an.

Ringo Sarutobi genoss das Ganze. Hier fühlte sie sich wirklich als Teil von etwas Größerem. Als Faden in einem Knäuel, das einen großen Wandteppich spinnen würde.
Dieser Abschnitt des Wandteppichs würde wohl überwiegend blau werden. Ringo blickte müßig übers Wasser des breiten Kamiteki-Flusses, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Sie trug isketanische Handwerker-Kleidung: Ein erdbraunes Wollhemd mit langen Ärmeln sowie eine Hose aus dem gleichen Material. Es war praktische Kleidung, gleichzeitig auffällig. Minkaische Zurückhaltung verlangte von den Soldaten um sie herum natürlich Schweigen. Keiner wunderte sich allzu öffentlich über das blonde Mädchen an Bord. Oder das, was im Bauch des massiven Ungeheuers von Schiff untergebracht worden war und derzeit fröhlich bullerte. Eine Schmiede an Bord war nicht einmal besonders ungewöhnlich; es gab mit Steinplatten ausgelegte Räume, um Feuer auf dem Schiff zu erlauben, ohne dass der ganze Trumm ein Raub der Flammen wurde. Schließlich war diese Konstruktion wie ein schwimmender Brückenkopf, praktisch ein transportfähiges Feldlager. Vor allem eins, das sich selbst transportierte! Das war überhaupt das Beste.
Der Brennofen, der nun auf Geheiß des jungen Kommandanten untergebracht worden war, verschlang jedoch schon die ganze Nacht über Holz und Kohle, ohne dass jemand wirklich daran arbeitete. Seltsame Sache.
Für Ringo natürlich nicht. Sie sah es nicht einmal als etwas Schlimmes, Kaede den Glasofen abgeschwatzt zu haben. Sie hatte es im vollen Wissen getan, dass der junge Samurai doch mehr als genug Ressourcen hatte. Oder?
Gut, zugegeben. Sie hatte keine echte Ahnung davon, wieviel Reichtum der Clan besaß oder wieviel Zugriff Kaede darauf hatte. Doch es war sicherlich viel. Es war viel mehr als das, was sie selbst stemmen konnte, und über mehr dachte sie dann schon gar nicht mehr nach.
Kaede seufzte.
Ringo schaute hin. Folgte seinem Blick auf sein Schwert herab. Das Ding darin hatte ihr Angstschweiß auf die Stirn gejagt, als sie zum ersten Mal versucht hatte, es zu nehmen. Sie hatte das Katana nur hochheben wollen, um das "ihr" Samurai so ein Gewese machte, und die Hand wieder weggezogen, noch ehe ihre Finger den Griff hatten streifen können.
Der Oni darin war stark. Ein wütendes Knochenfeuer gegen das Kerzenlichtlein von Oni, der in ihrem Ring schlummerte. Der Geist verdiente die Kette, die Kaede ihm angelegt hatte. Allein wegen ihm schon hatte Ringo damit angefangen, weitere Kräuter ihrer Liste hinzuzufügen. Nur für dieses Ding fing sie nun noch mehr Grillen!
“Ist dir schon etwas aufgefallen?“
Aufblicken. Mir fällt auf, dass Banditen wohl keine Seestreitmacht haben. Bis jetzt keine Spur von einer Flotte aus Flößen. Sie lächelte beinahe. Schaute über die Soldaten hin zu dem Belagerungsgerät, einem kleinen Katapult. Ich würde mir gern ansehen, was passiert, wenn sie so etwas hätten.
Bislang gab es davon wenig Anhaltspunkte. Keine Reste von Holzfällerarbeiten, wie etwa Baumstümpfe, und auch keine Spuren am Hang, dass jemand anderswo Baumstämme geschlagen und dann zum Ufer gerollt hätte.
Vielleicht kam das noch.
avatar
Sarutobi Ringo
Kera-zai ~ A Talent like a mole cricket

Anzahl der Beiträge : 159
Anmeldedatum : 25.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Haseiji Kaede am Mi Jan 06, 2016 5:59 pm

Nun, ein Katapult würde sich in der Tat als schwieriger Gegner erweisen. Der Gedanke huschte Kaede durch den Kopf, nachdem er über Ringos Aussage ein Stirnrunzeln zu Tage geführt und an das Ufer des Flusses geblickt hatte. Ein Katapult würde einen Angriff aus der Ferne bedeuten. Folglich müssten sie entsprechende Abwehrmaßnahmen aus dem Ärmel schütteln, was sich allerdings unter Umständen als schwierig erweisen dürfte. Er selbst konnte im Fernkampf jedenfalls nicht so viel ausrichten und es würde dauern, das Katapult an Board entsprechend auszurichten. Mindestens einen Treffer würden sie folglich wegstecken müssen, vorausgesetzt die Banditen konnten gut zielen. Unglücklicherweise konnte sich der ein oder andere Deserteur unter ihnen befinden. Der junge Samurai verzog die Mundwinkel nach unten und wandte sich wieder an seine blonde Begleiterin.
“Ich würde mir ein Katapult ungerne von weitem ansehen, so lange uns dieses schwimmende Festung hier trägt. Die Nähe wäre mir lieber – notfalls müsstest du etwas aus deinen dürren Ärmchen zaubern.“ Abwesend maß sein Blick die Holzplanken des Schiffes ab. Mit ein wenig Konzentration auf das Holz könnte er hierdurch vielleicht die ein oder andere Abwehrmaßnahme einleiten, allerdings machte er sich auch hier keine allzu großen Hoffnungen auf sein Können. Das tat er generell nie. Wohl war er sich dessen bewusst, dass er mit ein wenig mehr Selbstvertrauen durchaus „mehr“ schaffen könnte, doch es war immer weniger schlimm sich zu unterschätzen als umgekehrt. Stürmte ein sich überschätzender Krieger in den Kampf, endete er eher als Leichnam am Boden als ein sich unterschätzender. Das war eine einfache Regel und bislang hatte Kaede sie nicht wirklich bereut. Dass er nun aber dieses Kommando hier führte, konnte ihm schlaflose Nächte bereiten, wenn er die Gedanken darüber zuließ. Andererseits war es aber auch nur logisch, einen in der Strategie unterrichteten Kämpfer zu engagieren. Immerhin handelte es sich ja „nur“ um Banditen; das dachte zumindest die einfache Bevölkerung. Keine erfahrenen Kämpfer oder Veteranen. Was Kaede betraf, so rechnete er lieber einmal mit allem. Schließlich hatte er die Verantwortung über ein paar Menschenleben.
All diese Gedanken äußerten sich jedoch nicht offensichtlich auf seinem Gesicht. Im Angesicht seiner Diener oder seiner Soldaten sollte man auf Anspannung und Zweifel verzichten. Sich selbst maskieren und Sicherheit ausstrahlen, um anderen Sicherheit zu geben. Andernfalls würde es in einem Fiasko enden. “Gehen wir davon aus, dass sie keine haben. Wir sollten erst einmal zu unserem Ausgangspunkt kommen. Dann werde ich eine kleine Truppe an Land führen und mir den letzten Ort des Aufeinandertreffens mit Zivilisten anschauen. Und mit klein meine ich auch klein, denn eine große Truppe weckt zu große Aufmerksamkeit. Sie sollen uns ruhig alle hier auf dem Schiff vermuten. Deine Kollegen würden vermutlich nun lächelnd kommentieren, dass Täuschung alles ist, nicht wahr?“ Ein mattes Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Seine eigenen Kameraden würden höchstwahrscheinlich darauf plädieren, dass Täuschung nicht ehrbar war. Seine Antwort würde wiederum lauten, dass man Ehre gut war, man mit lediglich eben dieser aber keine entscheidenden Schlachten gewinnen konnte. In dieser Hinsicht war er offener als seine standesgemäßen Verwandten. “Ich würde dich jedenfalls eher auf dem Schiff sehen – sicherlich würdest du gerne auch deinen Schützling dort unten bewachen?“
avatar
Haseiji Kaede

Anzahl der Beiträge : 57
Anmeldedatum : 09.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Jan 09, 2016 9:20 pm

Ringo fragte sich, ob sie Haseiji-dono fragen sollte, ob sie das Katapult später auch zum Fischen einsetzen konnten. Doch Kaedes Worte riefen nicht gerade Zuversicht hervor. Mit dieser Frage mochte sie nicht sonderlich intelligent wegkommen. Ihr Samurai betrachtete das Katapult wohl weniger als spannende Gerätschaft und mehr mit der weisen Vernunft eines gelehrten Kriegsverständigen. Der auf einem riesigen Floß saß. Auf einem riesigen Fluß.
"Die Nähe wäre mir lieber – notfalls müsstest du etwas aus deinen dürren Ärmchen zaubern.“
Ringo saugte nachdenklich an der Unterlippe. Während Kaedes Blick in Richtung der hölzernen Planken wanderte, mäanderten Ringos Augen eher zum Wasser. Beide wählten im Grunde ein Element - welche gleichsam die zwei einzigen Elemente waren, die in rauhen Mengen zur Verfügung standen.
Feuer sollte jedenfalls nicht zum Problem werden. Mit all dem Wasser um mich herum sollte ich eigentlich in der Lage sein, eine Menge Nebel zu schaffen.
Ich glaube, selbst gegen ein Katapult wären wir nicht wehrlos, entgegnete sie mit leiser Stimme, damit es keiner der Soldaten zu genau hörte, und leichtem Vergnügen.
Kaede teilte ihr den Ablauf des Tages mit. Ausgangspunkt erreichen, anlanden und Schauplatz der letzten Räuberei anschauen. Oh, ein echtes Schlachtfeld. Wenn auch nur ein Kleines.
"Deine Kollegen würden vermutlich nun lächelnd kommentieren, dass Täuschung alles ist, nicht wahr?“
Sie versuchte, sich ein allzu stolzes Lächeln zu verkneifen, und weiterhin möglichst ernst dreinzuschauen. Das würden sie, lautete ihre Antwort. Und wie es sie freute, mit einem Samurai zusammen unterwegs zu sein, der Shinobi in gewisser Weise sogar wertschätzte. Wieviele andere Männer der Kriegerkaste hätten ihre Taktik schon mit dem Tun der Unterklasse-Meuchelmörder verglichen?
“Ich würde dich jedenfalls eher auf dem Schiff sehen – sicherlich würdest du gerne auch deinen Schützling dort unten bewachen?“
Irgendwo klirrte was. Bekam ein Herz einen Sprung?
Blinzelnd wandte Ringo den Kopf. Auf dem Schiff, Kaede-dono? Sie hob die Stimme vielleicht ein wenig zu sehr, denn der am nächsten stehende Ashigaru schaute herüber. Ringo erwiderte den neugierigen Blick des Soldaten, indem sie eine Grimasse zog. Der Samurai blickte wieder woanders hin.
Herr, flüsterte Ringo nun eindringlich, Kaede-dono, habe ich etwas getan, das Euch verärgerte? Wenn es wegen der Dienerkinder ist, da habe ich wirklich aufgehört, ich schwöre. Ich flehe drum, Kaede-sama, lasst mich nicht auf diesem Schiff mit all diesen... Sam-... Männ-... mit den Soldaten zurück.
Ihr "Schützling" war ihr da relativ egal. Klar, sie wollte ihn dabei haben, doch da hatte sie auch nicht einberechnet, dass das Dabeihaben bedeuten könnte, irgendetwas Spannendes zu verpassen. Etwas Spannendes wie einen Ausflug ins Banditenland!
Ich flehe, Dono-sama. Wenn Ihr es wollt, tue ich es sogar laut und nackt und hier und jetzt.
avatar
Sarutobi Ringo
Kera-zai ~ A Talent like a mole cricket

Anzahl der Beiträge : 159
Anmeldedatum : 25.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Haseiji Kaede am Do Jan 14, 2016 9:50 pm

Eigentlich hatte Kaede schon mit der Entscheidung abgeschlossen, Ringo auf dem Schiff zu lassen. Vielleicht war es seine gute Erziehung, dass er sich schon fast abgewandt hatte, weil er keine Widerworte gewohnt war. Es hatte bis zu diesem Zeitpunkt ja auch alles reibungslos funktioniert. Ringo veranstaltete als einzige "Dame" auf diesem Schiff keine Unruhen, fügte sich gar mühelos ein und manchmal glaubte er auch, dass sie ihn wirklich zu achten schien. Beispielsweise als sie seine Feststellung nochmal bestärkte und erklärte, dass Täuschung wirklich alles war. Er wusste nicht, ob es Stolz war, welchen er kurz an ihr wahrgenommen hatte, oder aber vielmehr Freude. Jedenfalls hatte er wirklich nicht damit gerechnet, sich im Gehen mit einem lauten Ausruf von Ungläubigkeit konfrontiert zu sehen. Auf dem Schiff, Kaede-dono? Es klang, als war er in ein großes Fettnäpfchen voller Enttäuschungen getreten.
Eine Augenbraue hebend wandte sich der junge Samurai der Blonden wieder vollkommen zu. Ein paar Soldaten hatten die Blicke ebenfalls auf die Frau gerichtet, welche entgegen aller Höflichkeit und Etikette so die Stimme erhoben hatte. Eigentlich hätte er sie nun zurechtweisen können. Oder vielmehr müsste ich es eigentlich tun, ging es ihm durch den Kopf, während seine Stirn sich unbehaglich mit Unwillen runzelte. Normalerweise untergrub ein Untergebener in aller Offenheit keinen Vorgesetzten, sei er auch noch so jung. Es war eine Frage von Anstand, Respekt,... und Ehre. Ehre, die eigentlich keine Schlachten gewann. Welch Ironie, dass er wieder zu diesem Punkt angelangt war. Dennoch verschränkte er die Arme vor der Brust. Sie tat gerade, just in diesem Moment, etwas, was ihn verärgerte. Allerdings waren Haltung und Stirn das einzige, was seinen Unwillen ob dieser Inanspruchnnahme ausdrückte. In Wirklichkeit musste er sich, je mehr Ringo redete, ein Schmunzeln verkneifen. Ja, gegen Ende hatte Kaede wirklich Mühe, Ernst zu bleiben.
Eigentlich hatte er sich nichts allzu Großes dabei gedacht, beziehungsweise lag die Entscheidung einfach daran, dass er dieses Schiff sicher verwahrt wissen wollte. Nicht, dass er Ringo über alle Maßen traute - dafür kannten sie sich einfach zu kurz und er fasste nicht so schnell Vertrauen -, aber hier auf dem Schiff war ihr Schatz und sie würde wohl alles tun, damit dieser Schatz nicht in die Hände der Banditen fiel. "Schweig." Es war das erste, was er sagte, nachdem sie dieses ungläubige Augen hinterlassende Angebot gemacht hatte. Ein paar der Soldaten hatten sich abgewandt und gingen geistesabwesend wieder anderen Dingen nach. Kaede war sich gewahr, dass sie disziplinierte Leute waren, aber der ein oder andere war eben doch mehr auf Äußerlichkeiten ausgelegt, als ein anderer. Daher betonte er dieses eine Wort mit eiserner Miene und einer ruhigen Kälte in der Stimme. Frostig zeichnete sich ein Lächeln auf seinem jungen Gesicht ab.
"Das wird wohl kaum nötig sein, aber wenn du so erpicht darauf bist, dann darfst du für einen der Männer, der uns begleiten wird, gerne die Waffen mit an Land tragen. Und wenn sie ins Wasser fallen, polierst du sie blank. Wenn sie nicht blank sind, dann gebe ich dir eine dünne Bürste und du polierst sie bis ans Lebensende. Ich bin sicher unser alter Gevatter ist sehr erpicht darauf." Kaede war einem der Männer einen Blick zu, welcher sie begleiten würde. Der erste Offizier hatte das Sagen, sobald er von Bord gehen würde. Dennoch wandte er sich erneut an Ringo. "Los. Mitkommen." Er fasste sie nicht an, sondern drehte sich um; ging in Richtung einer kleinen Kajüte für den Captain. Zumindest etwas Privatsphäre oder auch nicht. Hier lagerten unter anderem die Karten vom Fluss, welche er mit sich geführt hatte. Eine davon würde er erneut mitnehmen. In der kleinen Einsamkeit angekommen wandte er sich an Ringo um, welche ihm - so hoffte er zu ihrem Glück - gefolgt war. "Du solltest mir wirklich nicht so offen ins Gesicht sagen, dass du meinen Befehlen widersprichst... Ich kenne diese Leute nicht und..." Er kratzte sich am Hinterkopf. "Ich vertraue ihnen auch nicht... Nicht so wirklich jedenfalls... dir nebenbei auch nicht. Aber das ist etwas anderes. Dir vielleicht mehr als ihnen. Egal. Mach ein bleiches Gesicht, wenn du raus kommst, okay? Das erleichtert es bestimmt... Ich habe andere Dinge, auf die ich mich konzentrieren muss. Also halt die Augen schön offen, während du mit an Land gehst. Reicht schon, dass ich dich überhaupt mitnehme." Eigentlich sollte es böse klingen, doch er schmunzelte sichtbar, ehe er die Schultern straffte und sich die Haare aus der Stirn strich. "Also?"
avatar
Haseiji Kaede

Anzahl der Beiträge : 57
Anmeldedatum : 09.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Sarutobi Ringo am So Jan 17, 2016 12:58 pm

Ringo realisierte ihren Fehler ein wenig so wie ein Kind, das einem Hund zu hart ins Fell fasste und dafür ein Zähnefletschen zu sehen bekam, lang bevor die Gefahr eines Bisses wirklich aufkam. Im metaphorischen Sinne zog sie mit mildem Erschrecken die Hand weg. Im weltlichen Sinne senkte sie rasch den Blick und presste die Lippen zusammen, als wolle sie ganz sichergehen, dass weitere Worte sich nicht ihren Weg nach draußen suchten.
Das entsprach immerhin auch ganz dem Befehl, den sie nun bekam. Sie betrachtete verkniffen die Musterung der Holzplanzen direkt vor ihren Zehen.
Da ist wieder diese Klippe. An der sie sich manchmal einfach zu ungestüm bewegte und verstieg. So wie jetzt. Aufpassen.
Nein, sie fürchtete nicht wirklich, dass Kaede jeden Moment sein Wakizashi ziehen mochte. Um ihr Leben bangte sie nicht. Ihr tat es schlicht leid.
"[...] aber wenn du so erpicht darauf bist, dann darfst du für einen der Männer, der uns begleiten wird, gerne die Waffen mit an Land tragen."
Aufhorchen. Nicht Aufsehen. Gut genug, dachte sie bei sich. Gerecht genug. Im Grunde war es ihr lieber, als etwa Kaede selbst die Waffe zu tragen. Dann hätte sie es schließlich mit dem Geist in der Klinge zu tun, wenn auch gebunden und gesegnet gekettet.
"Los. Mitkommen."
Kaede drehte sich um, setzte zwei Schritt - und schon beim dritten Schritt marschierte Ringo im Gleichtakt mit ihm, setzte links auf, wenn er links aufsetzte, und trat recht auf, wenn er rechts auftrat.
Sie hielten auf die Kapitänskajüte zu, wo ein Schreibtisch mit zahlreichem Kartenmaterial den Raum dominierte. Kaum in der relativen Zweisamkeit angekommen, wollte die Kunoichi schon zu einem erleichterten Seufzer ansetzen, doch sie ließ ihn drin, als Kaede sie sogleich rügte. Wesentlich sanfter, als er es hätte tun können.
Seine Aussage hinsichtlich Vertrauen überraschte sie ein wenig. Nicht sie betreffend, sondern die kleine Misstrauensbekundung gegenüber den Ashigaru.
"Dir vielleicht mehr als ihnen. Egal. Mach ein bleiches Gesicht, wenn du raus kommst, okay? Das erleichtert es bestimmt..."
Sie lächelte schmal, den Blick zumindest auf Höhe von Kaedes Brustbein gehoben. Der junge Samurai wirkte aufgekratzt und nervös. Wie er sich mit den Händen am Kopf berührte, Finger durchs Haar fahren ließ.
"Also?"
Sie verneigte sich tief. Jawohl, Kaede-dono. Machte eine Pause, fügte hinzu: Wenn Ihr eine Kunoichi braucht, wendet Euch an mich, Herr. Solang Ihr dies nicht tut, wird auch keine Kunoichi in der Nähe sein. Dies war ihre Art, zu versichern: Kommt nicht wieder vor. Ich falle nicht mehr aus meiner Diener-Rolle, solang Ihr es nicht möchtet.
Beim Verlassen der Kabine würde Ringo wie befohlen fahl und erschrocken aussehen. Sie würde auch erwägen, sich ein wenig den Hintern zu reiben, als wäre sie verprügelt worden, doch es dann lassen. Dafür waren schließlich keine entsprechenden Geräusche aus der Kajüte gekommen.
avatar
Sarutobi Ringo
Kera-zai ~ A Talent like a mole cricket

Anzahl der Beiträge : 159
Anmeldedatum : 25.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Haseiji Kaede am So Jan 31, 2016 1:56 pm

Schreie hier. Schreie da. Kurz vor einem Gefecht oder in irgendeinem Lager hörte man sie tatäglich, jede Minute, jede Sekunde. Manchmal auch gar aus dem Zelt des Generals, der sich über seine Leute erhob und nicht mit ihnen im Regen nächtigte. Die wenigen, die etwas dagegen sagten, wurden verprüfelt. Man musste sich nicht wie ein Anführer fühlen, aber man musste wie einer agieren. Wie einer aussehen. Das waren so ein paar Grundsätze, welche die einen schneller verinnerlichten, als andere. Kaede selbst gehörte zu diesen anderne, denn er hatte sich nie wirklich auf Scheinspiele eingelassen und fand sich auch nicht zum Anführer gebohren. Er fände es besser, den Zusammenhalt zu stärken, anstatt Unmut auf sich zu ziehen, da er sich für etwas besseres hielt. Gehorsam war eine Sache. Respekt etwas komplett anderes. So war es kein Wunder, dass er Ringo hinterher blickte und sich fragte, ob er sie wirklich hätte verprügeln sollen. Zumindest etwas. Damit die Leute an Bord wussten, man durfte sich so etwas bei ihm nicht erlauben. Wenn Ihr eine Kunoichi braucht, wendet Euch an mich, Herr.
Mit einem Stirnrunzeln wandte er seinen Blick kurz auf die Waffe an seinem Körper. Manch einer würed vehaupten, du seist schon viel zu lange in meiner Gegenwart, blondes Mädchen. Der junge Samurai gab sich einen Ruck und schritt aus der kleinen Kajüte, die eher ein Kartenraum war, als ein wirklicher Aufenthaltsort. Nach dem leichten Dunkel wurde es sogleich wieder hell und er kniff kurz die Augen zusammen, bevor er seinen Blick suchend über das Deck wandern ließ. An einem großen, bäritgem Mann blieb er hängen. Nein, Kaede wollte diesen Menschen wirklich nich vertrauen, aber er war dazu gezwungen. Manchmal musste man sich auch nass machen und in seichtes Gewässer begeben, um einen Fluss zu überqueren. Es gab nicht immer bequeme Brücken. Folglich nickte er dem Mann zu. "Sao, du hast das Kommando, während ich an Land bin. Kazuki, du gehst mit mir." Mit letztem Satz wandte er sich an einen der etwas unscheinbareren Menschen an Deck, die eher... nunja... nicht auffielen. Sicher, der Mann war Seemann und kräftig in den Armen, aber er hatte dennoch etwas an sich, sodass manch einer sagen würde, er wäre keinen zweiten Blick wert. Kaede fand allerdings, dass gerade das ihn so gefährlich machte. Also würde er vor ihm auf der Hut sein und... mal ganz abgesehen davon, würde man den Mann vielleicht auch nicht so schnell entdeckten. Ohne eine Antwort abzuwarten, wandte er sich ab und suchte die zuvor gescholtene Blonde auf. "Mach es diesmal besser. Wir gehen an Land."
avatar
Haseiji Kaede

Anzahl der Beiträge : 57
Anmeldedatum : 09.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mo Feb 01, 2016 2:19 pm

Und er sprach, trag diesem alten Soldaten dort seine Waffe... Ringo wiederholte diese Worte im Geiste, schob sie hin und her wie ein Reiskorn im Munde, das nicht geschluckt werden wollte. ... Ach, das schafft es nie in die Geschichtsbücher.
Ihr dasein als Kaedes Schatten war generell keine Frage von Freundlichkeit oder Hilfsbereitschaft. Ringo hatte den Ehrgeiz eines wahren Gefolgsmannes, der es unter der Fahne eines aufsteigenden Kriegsherren zu etwas Großem bringen wollte.
Bislang war der junge Haseiji noch nicht sooo erfolgsversprechend. Zumindest sagte er noch nichts allzu Zitatwürdiges. Doch man musste ihm halt Zeit geben. Und vielleicht etwas Isketanischen Honigwein? Den Jungen abzufüllen, würde zumindest ein paar poetische Dinge aus ihm herauslocken. Er würde schöne Sachen von sich geben, wie... Ja, wie... Oh Großer Karpfen der Wasserfalltreppe, schicke mir einen Einfall...
Vielleicht irgendwas mit Libellen, die entweder als tote Dinger im Teich enden oder als Drache zu den Wolken aufsteigen. Das klang toll, das gab ein scharfes Bild, und Drachen waren eh immer gut!
Ringo schaute über den Fluss hinweg zum Ufer. Hob die Hand, zeigte. Oh, schaut nur, Libellen...
Doch Kaede war mehr mit dem Mustern seiner Truppe beschäftigt. Zugegeben, vielleicht hatte Ringo auch nur zu leise gesprochen. Als sie merkte, dass er gerade einen der Ashigaru angesprochen und seinen Kopf wirklich woanders hatte, ließ sie die Hand schnell wieder fallen, denn in der zweiten Überlegung wollte sie auch nicht aussehen wie ein Kind, das zum ersten Mal den Gartenteich besuchte.
Das mächtige Festungsschiff erreichte den Landeplatz, eine gut zum Lagern geeignete Stelle, wo ein schmaler Weg sich das Steilufer hinaufwand bis zur Krone der hohen Klippen, die den Fluss auf weite Strecken einrahmten.
Kaede wandte sich erneut an Ringo. "Mach es diesmal besser. Wir gehen an Land."
Jawohl, Herr, entgegnete sie artig und mit auf ihre Füße gerichtetem Blick. Zusätzlich verbeugte sie sich, dass ihre Stirn auf Höhe ihrer Kniescheiben ankam.

Ein älterer Ashigaru wurde ihr zugewiesen, dessen Bewaffnung sie tragen sollte. Der Mann schaute skeptisch auf sie herab.
Der Herr stellt mir seine Dienerin zur Verfügung, um mein Katana zu tragen? Warum das? Hält er mich für schwächlich oder sowas?
Der junge Herr, entgegnete Ringo silberzüngig, hält große Stücke auf erfahrene Soldaten. Er schätzt ihre Weisheit wie auch ihren Schwertarm gleichermaßen, das versichere ich Euch auf das Respektvollste. Sie verneigte sich, diesmal nicht ganz so tief wie vor Kaede, ehe sie fortfuhr: Möglicherweise möchte der junge Herr Euch auf diese Weise mitteilen, dass er heute ganz besonders auf Eure Erfahrung zählen möchte, und erst in zweiter Linie auf Eure Klinge.
Ah. So?
So mag es sein, Herr. So könnte ich es mir vorstellen.
Der ältere Soldat grinste belustigt. Warum sagt ers dann nicht?
Ringo verengte die Augen, blies die Bäckchen auf und starrte den Ashigaru an. Sind Samurai bekannt für ihre direkte und schnörkellose Art, Dinge zu sagen?
Der Alte deutete kopfnickend auf Sao und Kazuki, welche prägnante Befehle erteilt bekommen hatten. Na.
Ringo zuckte mit den Schultern. Mit manchen Menschen kann man in Rätseln sprechen. Mit anderen nicht.
Hah. Na dann. Der Ashigaru gurtete seine Waffe los, ohne Ringo aus den Augen zu lassen. Du willst wirklich, ja?, versicherte er sich noch einmal.
Ringo hob die Hände. Meine unwürdigen Hände werden zitternd ihr Bestes geben. Auf Euren Wunsch hin wickle ich sie noch in Tücher, um jegliche Berührung nackter Diener-Haut mit Eurer wertvollen Ausrüstung zu vermeiden.
Haha. Der Mann ließ das Katana, welches sich noch in der Scheide befand, in Ringos Hände fallen. Mach dir keine Umstände. Sieh nur zu, dass du nicht nass wirst.
In weiser Voraussicht befahl der junge Herr mir das Gleiche für Euer edles Schwert, Herr. Käme es auch nur mit einem Tröpfchen Flusswasser in Berührung, ich würde mir die Haare abschneiden und es damit trocken reiben.
Zirpst wie ne Grille.

Das Schiff kam dem Ufer so nahe, wie es möglich war. Leider blieb noch ein kleiner Streifen Wasser zwischen Ufer und Deckrand übrig. Einige Männer sprangen herab, und das Wasser stellte sich als lediglich hüfthoch heraus.
Auch Ringos Ashigaru hüpfte über Bord und ins Wasser, drehte sich zu ihr um und winkte. Komm her! Du willst nicht, dass meine Waffe nass wird, oder?
Ringo trat an den Rand und schaute auf das flüssige Hindernis. Mit Ki wäre sie locker das letzte Stück zum Ufer gesprungen. Sogar auf der Wasseroberfläche laufen wäre eine Option gewesen. Doch das konnte sie schlecht machen.
Der Ashigaru packte sie plötzlich an den Beinen. Halt mein Schwert fest! Haha! Er warf sich das überraschte Mädchen schlicht wie einen Sack über beide Schultern und watete an Land. So hat alles seine Richtigkeit, du Goldkehlchen! Du trägst meine Waffe, meine Waffe wird nicht nass! Hah!

Die Lande-Aktion wurde derweil beobachtet: Nahe am Anlegeplatz, wo ein dichter Schilfbewuchs Fuß gefasst hatte, verbargen sich zwei Kappa, welche missmutig das ganze Manöver verfolgten. Die schildkrötenartigen Yokai waren nicht gerade begeistert von dem riesigen Ding, welches sich durch ihren Fluss wuchtete.

Und die Kappa waren auch nicht die einzigen Beobachter. Oben an den Klippen hielt sich ein Bandit auf, sein Pferd gerade soweit vom Rand entfernt, dass es von unten nicht zu sehen war. Er war dem Festungsschiff schon eine kleine Weile oberhalb der Klippen auf den Fersen und betrachtete das Anlanden, während er seinen Bogen bespannte.
Ob es sich lohnte, einen Schuss abzugeben?
Wenn ich hier und jetzt einen von den Wichtigen erschieße, wäre das wohl sinnig... andererseits käme ich nie an die Beute ran.
Er würde wohl warten, bis die Soldaten weiter auf Banditen-Territorium vorgerückt waren.
Andererseits... spricht nichts dafür, sie etwas in Bewegung zu setzen.
Und mit diesem Gedanken sprang er auf, denn einen Kriegsbogen wie Seinen konnte man nur schlecht im Liegen abfeuern. Außerdem wollte er ja, dass die Männer unten ihn sahen und die Verfolgung aufnahmen, also wählte er aufs Geratewohl ein Ziel aus und schoss den Pfeil herunter.

-----

Out: Auf wen der Pfeil gezielt ist und welche Wirkung er hat, kannst du selbst auswählen Wink
avatar
Sarutobi Ringo
Kera-zai ~ A Talent like a mole cricket

Anzahl der Beiträge : 159
Anmeldedatum : 25.07.15

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: [Kasai no kuni] Der Fluss Kamiteki

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum antworten