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[Ring der Diener] Mietbaracken I

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[Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Alter Eremit am Mi Aug 26, 2015 11:55 am

Die Mietbaracken: Mehrstöckige Häuser von einfacher Bauart. In ihnen wohnen jene Städter, die sich ein eigenes Haus nicht leisten können. Dies trifft natürlich auf den Großteil der einfachen Arbeiter zu.
Die Baracken-Viertel gelten als eine Art "faule Stelle im Apfel". Hier geht niemand gern hin, wenn er nicht muss, was diese Gegend natürlich zu einer Brutstätte der Kleinkriminalität macht. Hier rekrutieren Bandenführer gern neue Leute, denn für wenig Geld tut so mancher armer Arbeiter viel.
Dabei bieten die Banden gleichsam eine Art löchrigen Schild gegenüber den Doshin. Die Polizisten kommen nur ungern her - in den Schatten lauern schmutzige, nichtsdestotrotz scharfe Messer.

P.S. Die Durchnummerierung der Topics in I, II und III erfolgt rein aus der Bequemlichkeit, wenn mal zwei Gruppen von Spielern die Mietbaracken nutzen möchten, sich aber nicht im gleichen Topic aufhalten wollen.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Do Sep 03, 2015 9:44 am

cf: Marktplatz

Nachdem Kabibak und Grauer im Mietstall für Tiere untergekommen waren, sicher vor den Händen diebischer - und potenziell hungriger - Gestalten, wandte sich das ungleiche Dreierpack den Mietställen für Menschen zu.
Ringo führte zielstrebig durchs Treppenhaus, in den zweiten Stock. Dort wandte sie sich nach rechts - die Wohnung ihres hingerichteten Kameraden lag offenbar dem Hinterhof zugewandt. Mit Bedacht ausgewählt, denn damit schauten auch die Fenster in diese Richtung. Eine gute Möglichkeit zum unbemerkten Aussteigen, wenn man die entsprechenden Fähigkeiten im Fassadenklettern oder Sanftlanden besaß. Andererseits auch eine gute Möglichkeit zum Einsteigen, zu den gleichen Konditionen - daher waren die der Straße abgewandten Wohnungen gleichsam günstiger im Mietpreis. Doshin auf Nachtwache kontrollierten schließlich keine Hinterhöfe. Hier erst recht nicht.
Shinobi lebten praktisch. Totomisuke konnte diese Wohnung aus vielerlei Gründen gewählt haben - und sie alle wären gute Gründe, und wenns nur ums Sparen von Geld ging.
Ringo wandte sich dem Schlüsselloch in der Tür zu, schaute durch die Schlitze ihres Webkorbes den Flur hinauf und hinunter. Niemand schaute zu, wies schien. Dieses Schloss, erklärte sie wispernd ihren Begleitern, kann man nicht knacken.
Nicht, dass es Einbrecher nicht versucht hatten und gescheitert waren. Kratzspuren belegten die Bisse von Diebeswerkzeugen.
Es ist... einfach nur ein Loch. Ringo legte die Finger auf das Holz ein Stück über dem Loch, ließ Ki in ihrem Unterbauch kreisen, leitete es durch die Fingerspitzen. Sie gab dabei zwar kein Geräusch von sich, doch unter dem Korb bewegten sich ihre Lippen, als führe sie ein Selbstgespräch.
Holz wie Honig.
Das Material der Tür verformte sich, wo Ringos Finger auflagen. Es sah aus, als drücke sie gegen einen schweren Vorhang aus Stoff. Und ein weiteres Loch tat sich auf.
Hallo, echtes Schloss, säuselte sie zufrieden. Uuund... Sie legte Zeige- und Mittelfinger zusammen, fuhr auf Kniehöhe - oder zumindest auf Ahikos Kniehöhe - übers Holz, und ein Spalt tat sich auf, glatt wie ein Messerschnitt. Ein Hohlraum erschien, und es glänzte metallisch. Die Kunoichi holte das Objekt hervor. ... Hallo Schlüssel.
Die Vorsichtsmaßnahmen eines jungen Shinobi. Wirkungsvoll, andererseits begrenzt. Einem Dieb, der solche Sicherheitsvorrichtungen überwinden konnte, standen im Ring der Diener viele Türen offen. Totomisukes Tür war sogar ein wahres Bollwerk im Gegensatz zu den Türen jener Leute, die weder falsche Schlösser noch Schlüsselverstecke anlegen konnten. Im Kreis der Krieger dagegen, wo es wirklich etwas zu holen gab, wären andere Hindernisse im Wege. Ringo wußte von einem anderen Kameraden, der sich vor seiner Shinobi-Ausbildung als Dieb durchs Leben geschlagen hatte, dass die Hohen Herren sogar Holz-Oni in besonders wichtige Wände und Tore versiegelten, um "Holz wie Honig" auszukontern.
Und Gefängnisse waren freilich noch schlimmer.
Hier gab es so etwas glücklicherweise nicht. Ringo öffnete die Tür nun auf die konventionelle Methode und ließ Wanji und Ahiko ein.

Totomisuke hatte bescheiden gelebt. Zwei Zimmer besaß die Wohnung, eins davon offenbar die Schlafkammer, denn dort lag noch sein Bettzeug. Das andere Zimmer war größer und stellte offenbar den Wohnraum dar.
In der Mitte des Raumes stand ein Go-Tisch. Klein, viereckig, aus billigem Holz, und jemand hatte ein Spiel am Laufen gehabt. Die Go-Steine waren gleichfalls minderwertig. Teils nicht einmal richtig rund, unpoliert. Wer auch immer Weiß gewesen war, saß in der Zwickmühle - Weiß hatte sich hübsch in der Mitte festgesetzt und die eigenen Steine in langen Strängen in alle Ecken des Feldes geschickt, als hätte der Weiße Spieler eine Krake darstellen wollen. Schwarz jedoch war an allen vier Seiten präsent und raumsichernd. Aufgespalten in vier Parteien und mit seinen Stellungen voneinander getrennt, aber trotzdem "lebend", wie man so schön sagte. Darum ging es beim Go. Um Raumsicherung und "lebende Stellungen", denn eine Formation aus Steinen, die "lebte", konnte nie geschlagen werden, während eine Formation, die als "tot" galt, nichtmals geschlagen werden musste, sondern als gefangen zählte.
Man musste kein guter Spieler sein, um den Stärke-Unterschied von Weiß und Schwarz zu sehen. In einigen Spielzügen würde Weiß´s Stellung gebrochen und für tot erklärt.
Im Wohnraum befand sich auch Papierkram. Schriftrollen, halbwegs ordentlich gestapelt. Sie enthielten, wenn man es ohne Shinobi-Wissen las, nur banale Briefe, einige Kurzgeschichten - eine mit romantisch-erotischem Inhalt. Keine Bilder. Dafür recht umfassende Beschreibungen. Letzteres Machwerk war sogar echt - die anderen Schriften waren mit einem gewöhnlichen Ihaigakure-Code verschlüsselt, wobei man die ersten vier Spalten als Entziffer-Schlüssel verwendete.
Pergamentstöße, teils leer, teils beschrieben. Der Bewohner hatte sich wohl an Kaligrafie versucht und war dabei armselig gescheitert. Wie ein Mönch sehen konnte, hatte er sich auch an Ofuda versucht, wobei eher mittelprächtige Verschwendungen von Tinte bei rausgekommen waren.
Auf einer Staffelei befand sich eine Karte im Werdegang. Eine Karte für Diebe. Es gab mehrere Gebäude, und wie man anhand der Landschaftssymbole erkennen konnte - einem fröhlichen Fisch -, lagen diese Gebäude am Meer.
Die Schiffswerft Akafutos. Doch wozu, mochten sich die beiden Shinobi im Raum denken - schließlich arbeitete man doch nicht gegen die Hauptrovinz des Landes...
Natürlich gab es keine Stühle und nur einen flachen Tisch, auf dem eine unausgewaschene Reis-Schüssel stand, mit den Stäbchen darin.
Komplettiert wurde die Einrichtung durch einen Vogelkäfig am Fenster. Ein gelber Wellensittich zwitscherte darin zur Begrüßung.
Ringo trat ein, nahm den Korb ab und warf ihn aufseufzend in eine freie Ecke. Da wären wir. Ihren Rucksack, den sie Kabibak abgenommen hatte, stellte sie ebenfalls ab und schaute sich im Raum um.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Do Sep 03, 2015 10:51 pm

cf: Marktplatz

"Gern geschehen, Süsse", fotzelte Wanji zurück, nicht im geringsten daran gestört, dass Ahiko ihn gerade Grossvater genannt hatte. Er könnte schliesslich glatt einer sein, so fern er denn Kinder gehabt hätte. Mit dem Fisch in der Hand und jeweils einem Tier in oder an der Anderen ging es in Richtung Barracken. Esel und Ziege wurden in den Ställen abgegeben, Jack blieb bei Wanji. Er hätte da sowieso nur Unfug angestellt und der alte Mönch wollte es nicht riskieren seinen kleinen Weggefährten zu verlieren. Die Barracken machten ihrer Namensgebung alle Ehre, schmutzig, heruntergekommen und das eine oder andere Nagetier war weghuschen zu sehen. Da lobte sich Wanji die Betten, so hart und klein sie auch sein mögen, in den Akamarutempeln. die waren wenigstens sicher und sauber. Etwas unwohl fühlte sich der Mann trotz Ringos Versicherung dennoch, er war schliesslich nicht mehr der Jüngste und würde sich wohl zum Schutz praktisch auf die beiden Ladies, beziehungsweise Ringo, verlassen müssen. Warum genau das andere Mädchen dabei war, wusste er nicht. War sie auch zur Ablenkung dabei? Es wäre eine gute Möglichkeit an die Leute ranzukommen, die sich von einer Rede nicht fesseln liessen.
Zielstrebig hatte Ringo sie zur Wohnung geführt. Nun stand das Trio im Gang. "Und jetzt?", fragte der Mönch sichtlich kritisch. Es war offensichtlich, dass sie den Schlüssel nicht hatte, sonst würde sie nicht den Gang rauf und runter sehen, als ob sie gleich einbrechen wollte. Sie wollte einbrechen, oder? Ein Schloss, dass man nicht knacken kann war die Erklärung. Anscheinend waren viele daran schon gescheitert, das Schloss, beziehungsweise Loch, war übersät mit diversesten Markierungen, die normalerweise nicht an Schloss gehörten. Er blickte weg von dem Loch, und darauf was die junge Dame nun vorhatte. Etwas Gemurmel, einer Art Mantra nicht unähnlich, und das echte Schloss zeigte sich. Holz-Element, hm? Interessant... Aber wer ist Ringo? Ist sie eine Einbrecherin, die ich nun in die Stadt gelassen habe? Die fehlenden finger und ihr gehängter Kumpel hätten ein Indiz sein sollen... Und die Braunhaarige? Gehört sie auch zu dieser Bande? Was habe ich da nur angestellt? Bisher haben sie noch nichts gemacht, aber falls doch... , grübelte der glatzköpfige, während Ringo nun auch den Schlüssel freilegte und die Tür aufschloss.
Der Raum, in den sie eintraten, war gelinde gesagt ein Chaos. Um den Go-Tisch in der Mitte waren Papierstücke und Schriftrollen verteilt. Auf dem Tisch schien ein Spiel gelaufen zu sein und wer auch immer weiss gehabt hatte, war wohl nicht ein sonderlich guter Stratege gewesen. Er oder sie war drauf und dran gewesen zu verlieren und das nicht zu knapp.Das war sogar für einen Anfänger wie Wanji klar zu sehen gewesen. Er war noch nie ein sonderlich interessierter Brettspieler. Auch dieses merkwürdige Schach, das diese Isketanier einschleppten gehörte nicht zu seinen Lieblingsspielen. Aber er schätzte, dass angefressene Go-Spieler sich auch ganz gerne an diesem Schach versuchen würden. Immerhin waren beides ziemlich denk- und strategielastige Spiele.
In der Ecke stand eine Staffelei mit einem bild. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um eine halb fertige Karte handelte. Sie war äusserst detailreich, wenn auch relativ unleserlich beschriftet, zumindest für ihn. Das herumliegende Papier war teilweise beschrieben und nach einigen Zeilen auch kaum interessant, nur ein Stück mit scheinbar recht zweideutigem Inhalt lies den alten Mann schmunzeln. Gewisse Dinge änderten sich wohl nie, egal woher man kam. Ein Pergamentstoss erregte Wanjis spezielle Aufmerksamkeit. Papierstreifen, sorgsam gefaltet und viel weniger sorgsam beschriftet lagen nebeneinander. sogar aus Entfernung konnte der Mönch sagen, dass es sich um Ofuda handelte. wobei diese wirklich so zu nennen wäre eine Vergewaltigung des Wortes und eine Beleidigung für jedes einzelne richtig angefertigte Ofuda dieser Welt. Der Text war teils total falsch, sogar unkenntlich und teils auch verschmiert. Was auch immer der Bewohner mit ihnen bezwecken wollte, es würde niemals funktionieren.
Ringo hatte ihren Rucksack in eine Ecke gestellt un verkündet dass sie angekommen wären. "Offensichtlich", antwortete Wanji, als er die Türe hinter sich schloss und einige Schriftrollen beiseite stiess. Darunter kam ein Sitzkissen ans Tageslicht. Mindestens ein Zweites sollte es noch geben. "Alter vor Schönheit, wenn es euch Jungspunden nichts ausmacht", verkündete er grinsend, während er auf dem erbeuteten Kissen Platz nahm. Er liess mit geübten Bewegungen seines Kopfes und Halses die Gelenke Knacken und machte es sich bequem. "So, Eines würde ich noch gerne Wissen, Ringo-chan und eventuell auch Miss Sarasawi. Wer seid ihr wirklich? Die Sache mit dem Schlüssel war ziemlich ausgeklügelt, muss ich zugeben, zu ausgeklügelt um irgendwelche Strassenbanditen oder Wanderer zu sein. Da steckt mehr dahinter. Währt ihr so freundlich mir die Sache etwas genauer zu erklären? Seine Haltung liess nichts von seiner Inneren Angespanntheit anmerken. Er war hier eindeutig im Nachteil. Sein Kampfstab lag zwar neben ihm, aber Ringo hatte ebenfalls einen und dazu ein trainiertes Holzelement, er nicht. Ausserdem waren sie zu zweit, falls Ahiko wirklich Teil der Bande war und um einiges jünger und auch schneller als er. Vielleicht war es nicht so intelligent gewesen die Sache anzusprechen, aber manchmal gewann doch die Neugierde.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Gast am Fr Sep 04, 2015 3:40 pm

Nachdem sie die Tere beim Mietstall abgegeben hatten, ging es weiter zu den genannten Baracken. Kaum zu glauben, worauf sich Ahiko da eingelassen hatte. Diese Baracken waren das reinste...Loch. Anders konnte sie es nicht beschrieben. "Da wäre mein Wagen ja sauberer gewesen.", murmelte Ahiko missgünstig. Sie stiegen noch ein paar Treppen hoch, dann waren sie bei Totomizuke'ss Wohnung angekommen. Aber was Ringo dann, vor den Augen des Priesters tat war wirklich etwas sorglos. Sie offenbarte einfach das Versteck des Schlüssel! Na da konnten sie sich auf eine Nachfrage des Priesters gefasst machen.
Wenig später, nachdem sie dann schließlich in der Wohnung waren und der Alte es sich auf einem von Papieren befreiten Sitzkissen bequem gemacht hatte, kam dann auch diese Nachfrage, aber Ahiko hatte sich darauf vorbereitet. Die beste Lüge war oft, einfach etwas von der Wahrheit wegzulassen, so konnte man selbst mit einem Wahrheitsfindungs-Oni nicht der Lüge überführt werden: "Nun, Herr Wanijima, wir arbeiten für eine versteckt agierende Organisation, die das wohl der Menschen des Dienerkreises und unteren Kreises im Sinn hat." Das war nicht gelogen, schließlich gehörten die beiden auch dazu. Als Priester wurde der alte Mann das auch gut finden.
"Totomizuke wurde mit einer Aufklärungsmission hierhergeschickt. Wir haben derletzt einige Meldungen erhalten, über Leute, die einfach verschwinden." Auch nicht gelogen, es verschwanden ständig einige Leute. Und tauchten auch eventuell wieder auf.
"Totomisuke hatte die Aufgabe, eine Karte der Kanalisation zu erstellen und mögliche Ursachen herauszufinden." Zumindest mal eine Karte hatte er erstellt, wie sie bei einem kurzen Blick, als sie in die Wohnung gekommen waren, festgestellt hatte.. Der Mönch würde nicht den Unterschied merken, so undeutlich sie für Außenstehende beschriftet war.
"Während ich zufällig hier war, um mit meinen Schmiedewaren zu handeln, hat Ringo-chan den Auftrag bekommen, nach dem Rechten zu sehen, nachdem man eine Weile nicht mehr von Totomisuke gehört hat. Mich hat sie gefragt, ob ich ihr helfe. Da wir Sandkastenfreunde sind habe ich natürlich zugestimmt." Naja, ob Ringo nun den Auftrag erhalten hatte oder nicht wusste sie nicht so genau. Auf jeden Fall hatten ihre Auftraggeber ganz sicher nichts mehr von ihm gehört, wie auch, so mausetot wie er war?
"Ringo hat inzwischen herausgefunden, dass sie ihn geschnappt haben. Vermutlich war er zur falschen Zeit am falschen Ort und sie haben ihn hingerichtet. Das ist leider immer das Risiko an unserer Arbeit." Nein, nicht auf die Tränendrüse drücken, das kam nicht glaubhaft rüber, auch wenn Ahiko merkte, das ihre Stimme etwas leiser geworden war, immerhin war Totomisuke einer von ihnen gewesen!
"Den Rest weiß Ringo-chan besser als ich.", Ahiko sah zu Ringo hinüber. Vermasel es jetzt nur nicht Ringo.

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Fr Sep 04, 2015 6:23 pm

Ein wenig Können zeigen wird man doch wohl noch dürfen. Als der alte Mann von Ringos Holzwirken aus darauf schließ, sie seie vermutlich mehr als ein einfacher Bandit oder Wanderer, widmete Ringo ihm einen unschuldigen Augenaufschlag. Straßenbandit, säuselte sie, und ihre Stimme triefte vor Abfälligkeit. Jemand wie sie, eine einfache Diebin. Pure Verschwendung. So nett, Wanji-san. So nett klangst du, als ich den Korb noch auf hatte. Kaum nehme ich ihn ab, unterscheide ich mich nur noch durch mein Können von einem verlotterten Halunken. Sie streckte ihm kurz die Zunge raus, um ihren Worten die Schärfe zu nehmen - und auch zu signalisieren, dass die Stimmung ruhig so locker bleiben durfte wie Pulverschnee.
Gleichsam gab sie damit Ahiko Zeit, sich eine Antwort zu überlegen. Was Ahiko daraus machte, war jedoch nicht allein eine kurze Antwort, sondern gleich eine ganze Geschichte.
Oh, sie ist nicht eingerostet, dachte Ringo bei sich und ließ Ahiko die Bühne. Ging selbst in Richtung des Vogelkäfigs und fand in dessen nächster Nähe ein kleines Beutelchen, dessen Inhalt Vogelfutter sein mochte. Derweil lauschte sie dem kleinen Gewebe, welches ihre Freundin webte. Dabei blieb sie so nah wie möglich an den tatsächlichen Sachverhalten - so brachte man es ihnen schließlich bei. Man musste täuschen können. Nicht nur Menschen, die im Mienenspiel zu lesen versuchten wie in einem Buch. Sondern auch Wasser-Oni, deren Spürsinn für Gefühle zwar schwammig war, wenns um so etwas Feines wie Lügen ging, aber nichtsdestotrotz eine Gefahr darstellte.
"Totomisuke hatte die Aufgabe, eine Karte der Kanalisation zu erstellen und mögliche Ursachen herauszufinden."
Ringo warf der Zeichnung einen Blick zu. Oh ja, vermutlich das grinsende Fischgesicht da, polsterte sie Ahikos Geschichte mt einem kleinen Einwurf. Dann wandte sie sich wieder dem Vögelchen zu und streute Futter in den Käfig.
Guter Zug, den Sinn der Karte zu verschleiern. Wobei dieses Machwerk auch für Ringo ein Rätsel darstellte. Musste ein besonderer Auftrag sein. Vielleicht ein Test der Fähigkeiten? Vorerst muss es egal sein.
Ahiko vollendete ihre Antwort, beendete metaphorisch ihre Strickarbeit und drückte das Gebastelte nun praktisch ihrer Kollegin in die Hand, indem sie der Blonden das Stichwort gab: "Den Rest weiß Ringo-chan besser als ich."
Ringo ließ das Vögelchen wieder in Frieden, wandte sich dem alten Mönch zu und hob die schmalen Schultern. Nun hatte er immerhin die günstige Gelegenheit, ein wenig mehr ihres Mienenspiels betrachten zu können. Dass sie ein Halbblut war, wußte er bereits. Schon während ihrer ersten Begegnung hatte er sie ohne Korb gesehen, an einem Wasserlauf. Von ihren blonden Haaren war er folglich nicht überrascht. Gerade klebten sie ihr strähnenweise im Gesicht aufgrund der scheußlichen Thermik, die unter dem Korbgeflecht geherrscht hatte. Sie strich sich mit den Fingern durchs Gesicht und schob die Strähnen beiseite. Dem ist wenig hinzuzufügen, sagte sie ruhig. Trat gelassenen Schrittes an Wanji heran und ging vor ihm in die Hocke. Somit war sie auf Augenhöhe mit dem sitzenden Mönch. Meine Bitte um Hilfe besteht nach wie vor, ebenso wie das Angebot. Auch ist die Sache für dich nicht gefährlicher geworden. In die Geschichte mit den verschwundenen Leuten werden wir dich nicht hineinziehen. Nur für das kleine Geschäft auf dem Richtplatz.
Wie man sah, hatte sie sich wieder im Griff. Plauderte unbefangen, mit unterdrücktem Seelenschmerz. Diesmal arbeitete der Feuer-Oni Akon für sie, köchelte in ihrem Ki-Fluss und erwärmte metaphorisch gesehen ein entspannendes Fußbad für ihre Nerven, während die Beklommenheit in einem verschlossenen Kesselchen schmoren durfte.
Wie gut es war, Feuer-Oni fortwährend in den Emotionen rühren zu lassen wie in einem Eintopf, mochte die Zeit zeigen müssen.
Du machst doch sicher trotzdem noch mit. Selbst wenn wir keine... Straßenbanditen sind. Dies sagte sie sehr ernst. Richtete ihre blauen Augen dann auf das Äffchen. Jeek-kun auch, nicht? Den Vogelfutterbeutel hatte sie noch in der Hand. Daran war ein Bändchen zum Zuschnüren, und damit pendelte sie vor den Augen Jacks herum. Dich besteche ich hiermit, erklärte sie ihm knochentrocken. Du willst es, Jeek-kun. Während sie seinen Namen nannte, legte sie absichtlich dicken Akzent auf, einen zähen schweren trägen Dialekt aus dem Norden des Reiches.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am So Sep 06, 2015 12:32 pm

Die Lady des bunten Trios war angemessen erschüttert und erklärte Naserümpfend, dass sie doch ihren Wagen bevorzugt hätte. Wanji stimmte ihr im Stillen zu, denn die Gegend war alles andere als sauber und sogar der mager eingerichtete Tempel war dagegen ein Hochpalast. Nicht nur der Tempel, sogar irgendwo im Wald schlafen wäre wohl sauberer und ungefährlicher als hier zu leben, nicht viel aber dem ersten Anschein würde der alte Mönch tatsächlich den Waldboden bevorzugen.
Dreck beiseite, Wanjis Frage erzeugte erst einmal Stille, eine nachdenkliche Stille. Ringo fand als erstes die Worte wieder und wider Erwarten war sie nicht allzu sehr alarmiert. Sie gab keine wirkliche Antwort, sondern witzelte über die Situation und streckte ihm die Zunge raus. Ahiko zeigte sich eindeutig gesprächiger. Sie erzählte von einer verstecken Organisation, die den Menschen in Dienerkreisen helfen wollte. Anscheinend war dieser Totomisuke die Vorhut gewesen, der möglichst viel über die Stadt herausfinden sollte und auch Karten anlegen sollte. So wie die, die gerade halb fertig vor sich herum hing. Die ganze Sache klang etwas revolutionär und vielleicht kam mit dem Alter auch etwas viel Zynismus aber ganz kaufte er die Geschichte nicht ab. Sie wirkte viel zu utopisch. Dennoch nickte er nachdenklich mit geschlossenen Augen, er hat zumindest den Grundsatz, von dem was sie ihm erklärte, verstanden. Er würde später wohl selbst die Wache fragen, weswegen dieser Kerl aufgehangen wurde. Durch blosses herumlungern wurde man schliesslich nicht gehängt, allerhöchstens mit einem gepfeffertem Arschtritt aus dem Gebiet befördert. Nachdenklich kraulte er Jack hinter den Öhrchen, während seine Gedanken kreisten.
Ringo war währenddessen im Zimmer herummarschiert, nicht laut und offensichtlich zuhörend. Ahiko verwies auf die blonde, als ihre Erzählung endete. Schweigend blickte der Alte zu der jungen Frau, die nun das Wort aufnahm. Jack blinzelte verschlafen und von dem vielen Gesprochenen leicht gestört aus Wanjis Armen hoch, blieb jedoch still. Ringo setzte sich vor ihm hin und bat ihn die Aufgabe dennoch anzunehmen, da es für ihn nicht gefährlicher werden würde. Neutral blickte er die junge Dame an, sie sah nicht aus als würde sie lügen. Die ganze Sache war dem alten Mann nicht sonderlich geheuer, aber dem akanomarutempel wurde ein Erd-Oni bis zum Frühling versprochen und das sollte es eigentlich wieder ausgleichen, denn Erd-Oni waren für die dortigen Heiler beinahe unverzichtbar. "Nun gut, ich werde euch helfen. Aber sobald jemand zu Schaden kommt, ist die Sache abgeblasen", antwortete er, während er beide Frauen abwechselnd anschaute. Etwas weniger Ernst fuhr er weiter: "Hach ja, was man nicht für zwei hübsche Mädels tut... Macht mir aber keine Schande, ja?" Ringo bestach inzwischen Jack, der den Beutel mit Saatgut trotz Schläfrigkeit konzentriert beobachtete. Ja, er wollte den Beutel haben. "Gib, Gib! Jack hilft!", piepste er und schnappte flink nach dem Säckchen.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Gast am So Sep 06, 2015 10:06 pm

"Herr Wanijima, wir haben gewiss nicht vor, jemandem bleibenden Schaden zuzufügen, schließlich sind die Wächter auch nur Menschen, die auch Familie haben.", Ahiko gab sich diplomatisch.
In der Tat wollte sie niemanden wirklich verletzen. So viele Missionen sie auch schon alleine oder in der Gruppe ausgeführt hatte, sie hatte noch nie einen Menschen getötet oder gar verstummelt. Und so sollte es auch bleiben, wenn es nach ihr ging.
Dann wandte sie sich an Ringo: "Ich weiß deine guten Absichten zu schätzen, Ringo-chan, aber hier übernachten will ich nicht. Wer weiß, was hier alles lebt." Leicht erschauderte sie., "Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht etwas verzogen, aber da schlaf ich lieber in einem sauberen Gasthaus als hier."

Kurz zog sie die Stirn kraus und überschlug ihre Gewinne, die sie beim Handeln über den Tag gemacht hatte. "Zwei Zimmer für eine Nacht sollten drin sein. Aber erstmal möchte ich mir den Schweiß vom Körper waschen, wer hat Lust, zum öffentlichen Badehaus zu gehen?"

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Di Sep 08, 2015 6:04 pm

Ging doch. Ringo fühlte sich wahrlich heldenhaft und verständig, den alten Mönch zur weiteren Mitarbeit gebracht zu haben. Zumindest war dies so in ihrer eigenen Vorstellung abgelaufen: Ohne ihre aalglatte Zunge hätte Wanji sicherlich längst das Gebäude verlassen! Mit seinem Äffchen-Kami. Doch sogar den konnte sie um den Finger wickeln!
Ja, mühsam nährt sich das Eichhörnchen... Ich muss eindeutig erst wieder warm werden mit der Arbeit... Langsam und stetig Erfolgserlebnisse anhäufen, das war der Plan...
Oh, Ahiko hatte natürlich auch ihren Anteil am Gelingen. Gerade gab sie sich ebenfalls menschenfreundlich. Wobei die schöne Schmiedin dies sicher besser rüberbringen konnte. Soweit Ringo wußte, hegte Ahiko Abscheu gegen das Meucheln. Nun gut, sie hatte auch andere Möglichkeiten, ihre Aufgaben zu erfüllen. Ahikos Handwerk brachte sie leicht in Kontakt mit Leuten, die etwas zu sagen hatten. Obenauf hatte sie das Aussehen dafür, sich auf freundliche Art in eine Gemeinschaft zu schmuggeln.
Ringo dagegen blieb herzlich wenig anderes als das Einbrechen. Kein Mann nahm sie als Abendbegleitung mit, und sowieso stand sie mit ihrem fremdländischen Aussehen hervor wie ein schlecht eingeschlagener Nagel. Gerade hier, an der Nordgrenze Kasai no kunis. In Oda no kuni, im isketanischen Viertel, wäre es gerade andersherum. Dort hatte sie sogar schon gekellnert, ohne aufzufallen - in etwas, was die Leute dort "Dirndl" genannt hatten. Das hatte irgendwo sogar Spaß gemacht...
Jack ging derweil schrill kreischend auf das Säckchen los. Dann streng dich an. Ringo ließ den Beutel ein wenig schwingen, sodass die ersten Griffe knapp vorbei gingen, doch dann kam die äffische Präzision zum Zuge und Jack bekam den Stoff zu fassen. Daraufhin ließ sie los. Aaah, Freunde werden wir nicht. Als günstigen Diener heuere ich dich umso lieber an.
Die blonde Kunoichi schaute auf, als Ahiko sie ansprach.
Nun ja. Wir müssen ja auch nicht hier übernachten, erwiderte sie gelassen. Wir können die Geschichte genausogut heute nacht durchziehen. Dann haben wir gar keine Zeit zum Schlafen. Sie erhob sich aus der Hocke, als ihre Freundin den Vorschlag mit dem Badehaus machte. Ringo kräuselte die Nase ein wenig.
Hnnng. Begeistert klang sie nicht. Aus den genannten Gründen. Ohne Maskerade stand ihr Aussehen einfach hervor. Gleichsam hegte sie keinerlei Lust, allein in der Wohnung zu bleiben - und ein Blick auf den alten Mönch sagte ihr, dass Wanji-san ihr keine Gesellschaft leisten, sondern mit Ahiko gehen würde. Ich komme mit, erklärte sie daher. Und fügte hinzu: Wenn wir uns beim Baden Zeit lassen, sollte es ohnehin schon spät sein... wir sollten direkt im Anschluss mit unserer Aufgabe beginnen. Sie nickte Ahiko zu. Was bedeutet, dass wir unsere "Ausgeh-Kleidung" mitnehmen sollten. Damit meinte sie natürlich die Ninniku Yoroi, deren Tragen allein schon eine Straftat darstellte. Die Existenz von Shinobi an sich, von waffentragenden und im Kampf ausgebildeten Dienern, war schließlich verboten. Verboten, aber doch nötig und in gewisser Weise sogar geduldet. Man musste eben so arbeiten, dass man nicht erwischt wurde. Dann passierte auch nichts. Die Hohen Herren dachten vermutlich sehr pragmatisch darüber: Wenn meine Shinobi das Berufsverbot überleben können, sind sie gut genug, für mich zu arbeiten. Andernfalls sind sie auch nicht wichtig.

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tbc: Ring der Diener - Badehaus


Zuletzt von Sarutobi Ringo am Mi Sep 23, 2015 12:34 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Mo Sep 21, 2015 11:21 am

Ahiko betonte ein weiteres Mal, dass sie niemals vor hätte jemand weh zu tun. Und um ehrlich zu sein, sie sah auch nicht danach aus, sie hatte keinen der harten Blicke, die Samurai Teils hatten. Auch Ringos Augen wirkten in dieser Hinsicht viel zu sanft. keine der beiden Damen sah aus, als würden sie jemandem wehtun wollen, stachelig zwar in verschiedener Hinsicht, aber niemals bösartig.
Jack hatte es nach ein paar Anläufen geschafft sich den Beutel zu schnappen, fischte sich nun eine Nuss heraus und fing an an dieser ähnlich einem Eichhörnchens daran zu knabbern. Das Säckchen verstaute Wanshi dann in seinem Mantel, ansonsten würde es Jack nur verlieren und Terror machen. "Ja, dreckig! Dreeeeeckig!", stimmte der Makake den beiden Damen zu. "Nun, machen wir es einstimmig. Auch ich würde bevorzugt in einem Akanomaru-Tempel oder einem Gasthaus übernachten. Sogar wenn der Dreck nicht wäre, gehört dieses Gebiet eher nicht in die von Wachen frequentierten. Ich würde ungern zwei Damen wie euch diesen Gefahren ausgesetzt sehen. Ich würde ein Gasthaus als möglicher Rückzugsort nicht weglassen, Ringo. Falls die Sache nicht die ganze Nacht dauert oder schiefläuft, kann man sich dahin noch immer zurückziehen.", fügte der alte mann hinzu, während er noch einmal das Zimmer begutachtete. Besonders viel Erfahrung im verstecken hatte er allerdings nicht. Warum auch? Er war ein reisender Mönch, an vielen Orten gerne gesehen und abgesehen von kleinen fehlgeleiteten Blicken und der einen oder anderen Flirterei erregte er auch kein unangenehmes Aufsehen. Er dürfte sich im Zweifelsfalle wohl einen Schnitzer erlauben.
Der Nächste Vorschlag passte dem alten Mann umso mehr, Badehaus. Spontan kam das Bild sich räkelnder Gestalten in einem leicht nebligen Raum in seinem Kopf hoch. Er blickte Ahiko an und versuchte sie wohl ohne ihre Kleidung vorzustellen. Jack zwackte ihm ins Ohr. "Ji-Chan! Wasser! Selber Baden!" Was der Affe damit ausdrücken wollte, keine Ahnung. Aber er freute sich aufs Wasser, soviel war klar. "Ich bin natürlich dafür. Ausserdem muss ich sowieso noch den Schweiss und Geruch der Tempelarbeit abwaschen. Eine gewisse Reinlichkeit muss dann doch sein." Die Habe war schnell wieder geschnappt und sein Blick fiel auf eine der Rollen mit eher fragwürdigem Inhalt. Als die zwei nicht hinguckten, schnappte sich Wanji das Exemplar und steckte es in sich ebenfalls in den Mantel. Er würde sie später zu Studienzwecken begutachten. Dann gesellte er sich zu den Damen und verliess die Wohnung und das Chaos.

tbc: [Ring der Diener] Badehaus
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Gast am Do Dez 03, 2015 8:13 am

Ah, das hatte Ahiko gebraucht, jetzt fühlte sie sich wenigstens wieder sauber. Etwas enttäuscht war die Kunoichi schon, dass sich Ringo zu keiner Wasserschlacht überreden lassen hatte. So hatte sie sich dann auch entspannt. Zum Glück hatte der Alte keine Annäherungsversuche gewagt. Das weitere Baden war eigentlich relativ ereignislos verlaufen.
Nachdem die drei das Badehaus verlassen hatten, hatte Ahiko noch schnell einen Abstecher zu ihrem Wagen gemacht, dort hatte sie sich umgezogen und einige andere Kleinigkeiten, die auf ihrer Mission nützlich werden konnte eingepackt. Dann war's schnurrstraks wieder zur Mietkaserne gegangen. Natürlich hatte sie niemand bemerkt. In der Wohnung des Toten angekommen setzte sie sich erstmal. Nun trug sie einen dunkelgrauen, Hautengen Anzug aus Spinnenseide, der zudem noch äußerst figurbetonend wirkte. Sogar ihre Unterwäsche hatte sie ausziehen müssen, so eng war der Anzug, aber das war Absicht, sie könnte bei einer Mission keine herumflatternden Gewänder gebrauchen.
Als Ri-Chan ebenfalls in ihrem Anzug auftauchte, der ihr auch die Figur einer Heranreifenden verlieh, zwinkerte ihr Ahiko kurz zu: "Weißt du, noch damals im Spinnenwald, wo wir auf diesen Jorogumo-Clan getroffen sind, der keine Menschen frisst? Ich frag mich, wie's Reizai geht."

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Dez 05, 2015 8:51 pm

cf: Badehaus

Inzwischen lohnten sich Kerzen. In der Wohnung ihres verblichenen Kameraden hatte Ringo eine besonders Dicke gefunden. Zwischen einem Dutzend Feuerwerkskörpern. Daher hatte sie einige Momente lang gezögert und daran geschnuppert wie ein Spürhund, um ganz sicher zu gehen.
Letztlich waren wohl alle erleichtert, als die Kerze wirklich so arbeitete, wie es sich für eine Kerze gehörte.

Im Badehaus hatte sich nicht mehr viel abgespielt.Und obwohl Ringo sich anfangs nicht für den Besuch des Bades hatte begeistern lassen können, war es letztlich doch ganz schön gewesen. Zu Tode erschrocken hatte sie nur das Äffchen, als es sich an sie heranschlich, ohne dass sie es gespürt hätte. Ringo war hochgefahren und hatte gequietscht, sich jedoch schnell wieder eingekriegt und Jack seinen Willen gelassen, an ihren Haaren herumzunesteln.
"Dreckig, dreckig..."
Hör, wer da spricht, hatte Ringo trocken versetzt und dem Äffchen den Pelz gekrault. Sei nett zu mir, wenn du an meinen Haaren ziehen willst. Summ noch ein Lied, anstatt zu plappern.

Über Jacks Unsichtbarkeit hatte Ringo auf dem Weg zurück ein wenig gegrübelt. Möglicherweise war es ein Kami-Ding. Lesen im Wellenspiel war kein idiotensicheres, garantiertes Wahrnehmen. Vielleicht war das Äffchen auf irgendeine Art mit dem Erd-Element verbunden. Das allein wäre eine Erklärung gewisser Art.
Im Moment hatte sie andere Probleme, Jack betreffend.
Ringo hatte eine getarnte Falltür im Holzboden geöffnet und kniete nun davor. Vor ihr lag ein Schatz: Totomisukes Kajutsu-Ausrüstung und sein Gift-Arsenal. Ringo bediente sich nach Herzenslust. Da musste man pragmatisch sein. Sie klaubte einige Bömbchen, die aus ausgeblasenen Hühnereiern gebaut waren. Fischte zwischen gläsernen Röhrchen, Fläschchen und Döschen. Zog hier oder dort eine Phiole hervor und schien sich ebenso sehr für das Glas wie für den Inhalt zu interessieren.
Dabei hatte sie stetig ein Auge auf den Affen.
Nicht drangehen. Da wollte sie ihm lieber die Feuerwerkskörper aus der Kerzenschublade in die Pfoten drücken. Würde Wanji wohl nicht gern sehen.
Mit den Hühnereiern voller Drachenpfeffer sollte er aber auch besser nicht herumrennen.
Akiko hatte sich inzwischen wieder zu ihnen gesellt, bereits in ihrer Shinobi-Kluft. Ringo hatte sich erst in der Wohnung umgezogen, trug jedoch auch wie ihre Kameradin eine dunkelgraue Ninniku Yoroi aus Jorogumo-Seide. Das zugehörige Kopftuch lag noch ungebunden auf ihrer Schulter. Der Schnitt ihrer Kleidung war nicht gaaanz so figurbetonend wie bei Akiko, von daher überließ sie erneut der Schmiedin das Feld, was erwachsene Aufmerksamkeit anging. Die Gefahr des geräuschvollen Umherflatterns unterband sie, indem sie Ärmel und Hosenbeine straffgezogen und festgeschnürrt hatte.
"Weißt du, noch damals im Spinnenwald, wo wir auf diesen Jorogumo-Clan getroffen sind, der keine Menschen frisst? Ich frag mich, wie's Reizai geht."
Ringo blickte von der bunten Wunderkiste auf. Ja, ich erinnere mich, entgegnete sie sinnend. Damals hatte Akiko ihr Talent zu Kommunikation und Kontaktherstellung gezeigt und sich pudelwohl gefühlt, während Ringo das Misstrauen gegenüber den sich seltsam gebärdenden Yokai durch alle Knochen gekrochen war. Ein seltsames Völkchen war es wohl. Was das Spinnenmädchen anging, hob die Halb-Isketanierin die schmalen Schultern. Tja. Gehört habe ich nichts von ihr. Das wäre auch noch einen Hauch seltsamer gewesen. Ob der Mönchs-Orden des Grünen Kreises, der sich mit Yokai befasste, wohl einen Briefwechsel oder etwas Vergleichbares mit den Yokai unterhielt?
Ringo wandte den Blick zu Wanji. Reizai ist ein Spinnenmädchen, erklärte sie und lächelte beinahe. Jorogumo kennt ihr sicher, nicht? Die Yokai, die halb Spinnen und halb Frauen sind. Sie deutete mit ihren Händen vor der Brust eine weeesentlich größere Oberweite an, als sie besaß. Solche Frauen. Wenn Ihr sie noch nicht gesehen habt, Wanji-san, wollt Ihr es sicher jetzt. Sie legte den Kopf leicht schief, was ihrem Blick etwas Entwaffnendes gab. Als hätte sie den Mönch bei irgendwas ertappt. Nicht wahr?
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am So Dez 06, 2015 12:30 pm

cf: Badehaus

Ein zusammenfahren Ringos, sie hatte Jack nicht bemerkt gehabt im Badehaus als er sich an sie angeschlichen hatte. Aber immerhin schienen sie inzwischen miteinander etwas auszukommen. Er beleidigt sie nicht mehr, zumindest nicht direkt, und sie duldet seine Nähe. Wanji hatte die Szene aus dem Augenwinkel beobachtet. Da kein Streit ausgebrochen war, entspannte er sich wieder und genoss das Bad. "Singen, blondes Mädchen will, dass Jack singt! Mitsingen Mädchen!", jubilierte der kleine Affe geradezu. Dann schwang er sich mitten in einen Liedtext, der wohl aus eher fernerem Teil von Isketanien stammte: "Dein Zeit ist da, mach dich auf mein Jung...", quietschte Jack überraschend textsicher los. Bis sie das Bad beendet hatten, hatte er das Lied auch zu Ende gesungen.

Nun standen sie wieder in der Wohnung, vor einer kleinen Auslese an verschiedenem Material. Wanji hob eine Augenbraue und fragte vorsichtshalber etwas warnend: "Da ist nichts Tödliches dabei, oder? Wenn ihr sonst damit erwischt werdet, kann ich euch nicht helfen." Die Ansammlung machte ihn etwas nervös, er wusste definitiv nicht was er vor sich hatte. Eierschalen, mit verschiedenen Mustern wohl zum unterscheiden gedacht, lagen neben Ringo. Zweifellos waren diese mit irgendwas gefüllt und waren definitiv keine faulen Eier, die Kinder gerne in Streichen auf Leute oder sich gegenseitig werfen. Die Eier waren aber nicht das einzige, kleine Phiolen mit Flüssigkeiten von verdächtiger Farbe, Fläschchen und diverser anderer Kram wurde vor seiner Nase zu Tage gefördert. Mehr als zusehen konnte er nicht. Wo war er hier nur hineingerutscht? Was auch immer diese Organisation war, sie waren sehr gut vorbereitet, gut aufeinander abgestimmt und dachten eher praktisch. Er machte sich eine mentale Notiz sich die Blonde, und auch nicht Ahiko, zum Feind zu machen. Wer wusste schon, was die beiden dann mit ihm anstellen würden.
Die Neugierde rumorte in seinem Hinterkopf. Die Eierschalen neben Ringo sahen verlockend aus. Er schnappte sich eines und prüfte es gegen das Licht, gegen die Dunkelheit und versuchte irgendwelche Unebenheiten zu finden. Es war leichter als ein Ei hätte sein sollen, aber die Schale war auch definitiv nicht leer. "Was ist da drin?", fragte er mehr interessiert als irgendwas Anderes. Er hütete sich davor es zu schütteln. Ringo hatte es vorsichtig hingestellt, vielleicht würde es dadurch kaputtgehen. Die Schale war mit blauen Mustern bemalt, da hatte wer wohl Freude an der Sache gehabt, auch wenn die Muster selbst etwas ungelenk aussahen. Wanji legte es wieder zurück, es gehörte ihm sowieso nicht und er wollte sich nicht damit von einer Wache erwischen lassen. Jack hatte weniger Probleme Nahe an die Sache ranzugehen, seine Neugierde um ein Vielfaches stärker als Wanji's. Immer wieder musste die Blonde den jungen Affen wegschieben, damit er sich nichts krallte, bis der Mönch endlich erbarmen hatte und den Makaken auf seine Schulter packte. "Bleib hier Jack, das Zeug könnte gefährlich sein", warnte er den Affen. Dieser verschränkte seine Arme und wandte sich beleidigt ab.
Ahiko begann wohl über einen früheren Auftrag zu sprechen. Sie sprachen nun über Yokai, bemerkte er. Seine Verwunderung über diese mysteriöse Organisation wurde noch grösser. Junge Frauen werden in ein Spinnenyokaidorf, auch wenn dieses eine vielleicht keine Menschen als Opfer ansahen, geschickt? Und sie kamen auch lebend wieder heraus und schienen nicht besonders furchtsam darüber sprechen zu können. Wer waren diese Leute bloss? Die Sache mit der Wohltätigen Gesellschaft kaufte er den Beiden nun definitiv nicht mehr ab. Immerhin bekam er eine Erklärung von Ringo, sie hatte wohl bemerkt, dass er eher verwirrt geschaut hat. "In ein Yokaidorf einzudringen zeugt von grossem Mut oder gehöriger Dummheit. Ihr hattet wohl äusserstes Glück mit eurer Wahl gehabt, viele andere Stämme sehen Menschen nur als Futter, nutzen jeden Trick um sie in die Falle zu locken", schalt er die beiden. "Ich kenne die Umstände nicht genau, aber was ihr getan habt war äusserst riskant." Er wollte keine Yokai-Frau sehen, da hatte Ringo recht. Er würde glücklich sein Leben zu Ende leben ohne diese Dämonen. Er hatte genug zu tun mit den Onis die zwischendurch wieder Sachen und Leute besetzten, das war mehr seine Sparte. "Nun meine Damen?", fragte er, als die vielen kleinen Fläschchen, Eier Etcetera verstaut waren. "Bereit euren Kumpel runterzuholen? Gibt es noch etwas, dass ich wissen sollte?" Er beäugte die beiden etwas kritisch. "Wie schon gesagt, wenn jemand zu Schaden kommt, ist die Sache abgeblasen", wiederholte er was er schon früher gesagt hatte.

(Out: Liedtext wäre der Anfang von Johnny Boy - Santiano, falls es wen interessiert xD)
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Gast am Di Dez 15, 2015 8:53 am

Ahiko beobachtete schmunzelnd den gewöhnlichen Trubel, der aufkam, sobald Ri-Chan und das Äffchen Jack zusammenkamen. Dann drehte sie sich um und breitete einen Plan des Platzes aus, auf dem die Exekutionen abgehalten wurden und somit auch Totomisukes Leiche sich dort befand. Auf die Frage des alten antwortete sie kurz: "Ein Pulver, dass jeden für mehrere Stunden lähmt, der es einatmet. Wärt ihr so freundlich würdet euch kurz hierher begeben, damit wir den Plan besprechen können?"

Bevor Ahiko in die Mietbaracke gekommen war, hatte sie noch kurz ihrem Kontaktmann einen Besuch abgestattet und sich die Route der Wachleute, die Zeiten der Ablösung und einen Plan des Platzes geben lassen. Das alles hatte lediglich einige Minuten in Anspruch genommen, da er schon wusste, was Ahiko wollte, als sie zur Türe in das kleine Kämmerlein am den Platz kam. Auch er war ein guter Freund und Kollege von Totomisuke gewesen. Sie hatte ihm eine kurze Nachricht zukommen lassen, als sie sich umziehen gegangen war.

Als sich schließlich Ri-Chan und der Alte mit dem Äffchen auf der Schulter um sie versammelt hatten, fing sie an, zu erläutern.
"Was ihr hier seht ist ein Plan des Platzes. Es gibt mehrere Zugangsmöglichkeiten, zwei in jeder Himmelsrichtung." Sie zeigte mit dem Finger auf die Zugangsmöglichkeiten. Die Zugangsmöglichkeiten befanden sich jeweils zwei in einer Himmelsrichtung nur wenige Meter voneinander entfernt. "Einen Zugang zur Kanalisation gibt's dort leider nicht, weshalb dies als Fluchtmöglichkeit, falls etwas schief gehen sollte ausscheidet. Über die Dächer könnte man mit etwas Glück und Geschick entkommen. Falls etwas unvorhergesehenes passiert, würde ich diesen Pfad über die Dächer empfehlen." Sie fuhr mit dem Finger eine gewundene Linie entlang. Auf dem Plan gab es mehrere solcher Linien, sie kennzeichneten Fluchtwege der Shinobi. "Auf dieser Route gibt es mehrere Verstecke, hier, hier und hier, außerdem ist sie vom Boden aus nicht einsehbar. Am Platz sind drei Wachleute. Einer hält hier", dabei zeigte sie auf die Mitte des Platzes, "immobil Wache, während die beiden anderen in gegensätzlichen Kreisen an den Eingängen patrulieren. Um Mitternacht ist Wachablösung, dann sind die Eingänge für exakt 10 Minutenläufe unbewacht. Die Wache in der Mitte des Platzes wird dann für 15 Minutenläufe nicht auf ihrem Posten sein. In dieser Zeitspanne werden wir handeln." Kurz sah sie den beiden ins Gesicht, dann fuhr sie fort.
"Ich werde meinen Wagen an diesen Eingang bringen", dabei deutete sie auf den nördlichsten Eingang im Osten, "Ein Wagen fällt dort nicht der auf, da sich in der Nähe ein Mietstall befinden und dort Mangels Platz mehrere Wagen abgestellt sind. Fünf Minutenläufe vor Mitternacht sammeln wir uns am Wagen, aber bitte, macht das möglichst ungesehen, wir dürfen keine Aufmerksamkeit erregen." Dann teile Ahiko drei Minutengläser aus, eines davon behielt sie selbst. "Wenn der Sand einmal durchgelaufen ist, sind 5 Minuten rum. Falls wir getrennt werden, warum auch immer achtet darauf. Falls eine der Wache früher zurückkehrt, kann ja Jack etwas für Ablenkung sorgen, ich bin sicher, das schaffst du Jack", sie zwinkerte dem kleinen Affen kurz zu, bevor sie sich wieder zum Plan wandte. "Der Käfig, indem die Leiche uhm..aufgebahrt ist befinden sich in der Mitte des Platzes. Ich bin sicher, du kannst das Schloss mit Leichtigkeit knacken Ri-Chan. Wanijima nimmt die Leiche, während ich auf dem Dach Ausschau nach Wächtern halte. Dann geht's schnurrstraks zurück zu meinem Wagen, inden wir die Leiche legen. Hab schon Platz für drei Leute gemacht. Dort macht ihr euer Hokuspokus während ich den Wagen aus der Stadt lenke. Noch Fragen?" Ahiko blickte die beiden fragend an.

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Dez 26, 2015 4:40 pm

Der Mönch machte einen unruhigen, vielleicht sogar verstörten Eindruck. Nachvollziehbar; immerhin war er irgendwie mit dem Fluss der Begegnungen tiefer in den Sumpf geraten, als es anfangs vorgesehen war. Zunächst hatte es gar nicht so ausgesehen, als würde er großartig mit Shinobi-Dingen in Berührung kommen. Nun aber musste er seinen Haus-Kami davon abhalten, giftgefüllte Hühnereier aufzuheben, und hörte Geschichten über seltsame Yokai, und zwar von zwei Mädchen, die solche Dinge eigentlich nicht aus erster Hand erleben sollten. Am beunruhigendsten mochte wohl sein, dass diese Zwei das Erlebte auch noch überlebt hatten.
Ringo ließ ihre Arme, die einen monströsen Vorbau demonstriert hatten, wieder sinken und verzog ein wenig das Gesicht, als Wanji sie wegen der Risikofreudigkeit schalt. Respekt vor Älteren war so eine Sache, die in beiden Kasten der Gesellschaft mit geradezu religiösem Eifer gehegt wurde, und so fühlte sie sich ganz von allein ein wenig unwohl.
Ja, das wars wohl, murmelte sie leicht betreten. Sammelte das Zeug, das sie gebrauchen konnte, ein und verstaute sie in kleinen Täschchen, während der Rest - darunter das betreffende Ei, dessen Wirkung Ahiko beschrieben hatte - wieder in der Bodenluke verschwand. Was die Dunkelhaarige beschrieben hatte, gehörte nicht zu den Giften, gegen die sich Ringo bereits immunisiert hatte, folglich war es für sie selbst so gefährlich wie für den Gegner selbst. In Anbetracht dessen, wie sie diese Rauchbomben einzusetzen und vor allem bei sich zu tragen gedachte, wäre es unklug und vor allem risikofreudig.
Um Wanji willen würde sie das also lassen.
Der Mönch erinnerte nochmals an seine Auflagen. "Wie schon gesagt, wenn jemand zu Schaden kommt, ist die Sache abgeblasen."
Ringo nickte bedachtsam. Keine Toten heute nacht, erwiderte sie. Auch wenn dies eine dezent andere Interpretation von "zu Schaden kommen" war. Doch für blaue Flecken wollte sie auch nicht bürgen. Stattdessen unterstrich sie ihre Worte immerhin, indem sie sich vor dem Mönch hinstellte und tief verbeugte. Dabei tippte sie gegen ihren Wanderstab, den sie locker in der Armbeuge hielt. Schaut. Klingenlos, erklärte sie, sind die Waffen dieses Abends. Ich schwöre Euch, niemand wird heute wegen uns sterben müssen. Und falls doch... Sie hob die Hand, an der ein Stück des Kleinen Fingers fehlte. ... schneide ich mir für jeden Toten ein Fingerglied ab.
Ringo stellte dies in den Raum, als verkünde sie, heute noch ausgehen zu wollen und im Falle des Zu-spät-heim-kommens halt morgen die Küche auszufegen.
Und wenn meine nicht reichen, führte sie seelenruhig weiter aus, ihre Fingernägel eingehend betrachtend, gehts bei ihr weiter. Knapp deutete sie auf Ahiko. Die sich jedoch sicherlich keine Sorgen machen musste. Soviele Wachen konnten sie ja gar nicht auftreiben.

Nachdem die friedliche Absicht dieser Störung von Totenruhe damit hinreichend ausgedrückt war, forderte Ahiko wieder Aufmerksamkeit ein: Sie hatte sich offenbar mehr als nur gut vorbereitet und bereits weitere Strippen gezogen und Möglichkeiten ausgeschöpft. So hatte sie einen Lageplan eingezogen, Möglichkeiten zum Verbergen und Fluchtrouten aufgetan, Dienstpläne der Doshin eingetrieben.
Ringo betrachtete den Plan eingehend. Während ihre Kollegin erklärte, prägte sie sich bereits den Plan ein. Wenn sie wollte, konnte sie sich in wenigen Momenten intensiven Betrachtens ein Go-Brett voller Spielsteine anschauen, das Feld leerräumen und nach dem Essen die ganze Partie neu aufstellen. Genau so hatte ihr Sensei ihre Beobachtungsgabe geschult. Hatte sie dazu ausgebildet, Lagepläne und Karten und Dokumente zu lesen und sie sich zu merken. "Amaiko sagte, du hast ein Hirn. Benutzen wir dieses Hirn." Er hatte Go mit ihr gespielt, irgendwann mittendrin mit dem Ärmel über den Tisch gefegt und befohlen, alles wieder herzurichten.
Später hatten sie sogar mehrere Partien zugleich gespielt, ohne einen weiteren Tisch dazu zu brauchen.
Wenn Ringo an diese Zeit dachte, pochte ihr Schädel ganz von allein.
Sie nahm die Sanduhr, welche Ahiko austeilte, und nickte knapp. Gut, dass Ahiko bereits ein Zeitfenster aufgetan hatte. Zumindest für sie schien es eine gute Sache, wenn sich das Ganze um Mitternacht abspielen sollte. Wie mochte es der Mönch sehen, zur Zeit der Diebe und Betrunkenen draußen zu sein?
Ahiko teilte schließlich ihre Vorschläge mit. Sie vermutete die Leiche in einem Käfig. Ringo zeigte kurz auf. In einem der Käfige ist die Leiche nicht, entgegnete sie leise. Sie musste es wissen. Schließlich war sie da gewesen. Sie hängt in einer der Holzkonstruktionen. Wie in einem Spinnennetz. Heißt... Sie hielt kurz inne, als habe sie einen schlechten Geschmack im Mund. Heißt, dass es... das leichter macht. Kein Schloss zu knacken, um die Leiche zu bergen.
Leiche, Leiche, Leiche.
Was ich gern allein tun möchte. Sie nickte betont Wanji zu. Er muss nicht mit zum Körper. Wenn man ihn dabei sieht, ist er zu nah am Feuer. Lass ihn direkt an die Ablenkung. Damit lud sie sich viel auf; sie war keineswegs kräftig. Schaffe ich schon irgendwie.
Ist das in Ordnung, Wanji-san? Sie nickte ihm knapp zu, als sie ihm das Wort erteilte. Hoffend, er würde der Sache nicht noch misstrauischer gegenüber stehen. Immerhin wollte sie ihn in gewisser Weise "eingliedern" in ihr Kontaktnetz. Sie mochte Mönche. Mönche kamen überall hinein, wenn ein böser Geist im Hause war. Oder der Hausbesitzer Magenschmerzen hatte und einen bösen Geist vermutete. Um ihn halbwegs hilfsbereit zu stimmen, hatte sie ihm ja sogar den Oni als Leihgabe angeboten.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Mi Dez 30, 2015 5:30 pm

Je länger er Zeit mit den beiden Grazien verbrachte, desto mehr läuteten seine innerlichen Alarmglocken. Diese Zwei wurden mit jeder Erklärung gefährlicher. Das Ei schaute er noch einmal alarmiert an. Ein Lähmungspulver war darin, wenn das ding losging, dann wären sie eine Weile ausser Gefecht. Und das alles lag gut versteckt unter den Augen der Stadtwachen und aller Leute, die nichtsahnend ihrem Tag- oder Nachtwerk nachgingen. Kurz überfiel in Übelkeit. Aber nun stand er inmitten einer Planungsphase, wie man eine Leiche entführte. Der Akanomaru-Tempel bekam dadurch zwar einen wertvollen Oni bis im Frühling, aber war es das wirklich wert? Ein kleines selbstsüchtiges Stimmchen, lange hatte es geschwiegen, kam hoch und flüsterte ihm ein 'nein' zu. Wanji blinzelte, verschluckte das Gefühl des Unbehagens und konzentrierte sich auf den Plan, den Vorbau und wieder auf den Plan.
Ringo hatte versprochen, dass niemand sterben würde. Der Mönch war nicht sonderlich erpicht darauf zu sehen, wie Ringo sich finger abhacken würde, also bat er darum, dass es wirklich so funktionieren würde. "Prellungen gehören auch zum Leben, aber keine Brüche, keine bleibenden Schäden", fügte er vorsichtig an. Ahiko erläuterte den Plan und je länger sie sprach, desto tiefer wurden die Falten des alten Mannes. So war das überhaupt nicht mit Ringo abgesprochen gewesen. Mit tauben Gefühl nahm er eine der Sanduhren, die die Braunhaarige verteilte und spielte nachdenklich daran herum. Sollte er die Stimme erheben? Ausserdem, einige Details stimmten nicht. Glücklicherweise übernahm Ringo die Korrektur sogleich. Kein Käfig, sondern eine eher unschöne Art die Person vorzuzeigen war es, das überwunden werden musste. Es machte die Sache einfacher, jedoch auch auffälliger. Die blonde Halbisketanierin wollte die Leiche selber losschneiden, das war ihm gerade recht. Er wollte ihr sowieso nicht allzu nahe kommen, wenn man ihn dafür haften konnte. "Soweit ja, ausserdem war keine Rede von einer Nachtaktion. Später Abend ist in Ordnung, aber im Tempel würden sie ziemlich aufmerksam, wenn ich mitten in der Nacht eintrudeln würde. Daher wäre es mir lieber es am späten Abend, wenn nicht mehr viele Leute herum sind, aber noch keine Bettruhe ist." "Jack muss dann schlafen! Ji-Ji arbeitet!", gab der kleine Affe als Erklärung. Ob diese hilfreich war, sei dahingestellt. "Gerade was Jack anbelangt, er sollte auch nicht in der Nähe der Leiche sein." "Awww." "Und ich habe Spätschicht, wie er schon sagte. Ich kann nicht ewig wegbleiben", fügte der Glatzkopf hinzu.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Gast am Di Jan 05, 2016 9:08 am

Ahiko seufzte: "Ri-chan, kannst du mir sagen, warum ich eigentlich immer einen narrensicheren Plan mache, wenn wir uns sowieso nicht dranhalten?". Sie wollte die Karte wieder zusammen und meinte dann: "Na gut, dann machen wir eben, was wir am besten können. Improvisieren. Die Stundengläser behaltet mal, die können noch nützlich sein."

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Jan 09, 2016 12:24 pm

Wie besorgt und eifrig der Mönch doch um das Wohlergehen - nicht nur das Leben - der Stadtwachen schacherte. Ringo verengte die Augen zunächst, hob dann jedoch ergeben die Schultern und lächelte. Ich hoffe doch, Ihr seid auch so besorgt um mich, entgegnete sie. Keine Sorge. Die oberen Klassen sind doch ein zähes Spielzeug. Eine gewisse Grimmigkeit floss in der Stimme mit, ehe der Tonfall wieder in die plaudernde Ebene zurückschwenkte. Und außerdem sind wir zwei - sie deutete mit dem Stab in Ahikos Richtung - Mädchen. Wir können mit Puppen spielen, die Jungs schnell mal zerbrechen. Sie nahm den Stab wieder zurück, hielt ihn quer vor sich. Wir machen nicht kaputt - sie zog abrupt das Knie hoch und den Stab runter - was wir nicht kaputt machen wollen. Der Stab ging in zwei Hälften. Völlig geräuschlos. Ohne Splitter, ohne scharf gebrochene Spitzen. Das Knie hatte den Stab nie berührt; er war vorher durch >Holz wie Honig< auseinander geglitten, sauber in der Mitte und mit völlig stumpfen Enden.
In diesem Moment wollte Ringo angeben. Wollte zeigen, dass sie wußte, was sie machte, und dass sie konnte, womit sie prahlte. Sie ließ erst den einen Stab um die Hand wirbeln, dann den Zweiten, schob beide in lockere Schlaufen auf ihrem Rücken und zog auch diese letzten Knoten stramm.
Was den Plan anging, ging die Besprechung schnell.
"Ri-chan, kannst du mir sagen, warum ich eigentlich immer einen narrensicheren Plan mache, wenn wir uns sowieso nicht dranhalten?"
Weil, entgegnete Ringo nach einem Moment des Schweigens, du Pläne schmiedest wie Schwerter. Sie sprach nüchtern und sachlich. Soviele Dinge zu beachten. Farbe der Flammen, Farbe der Kohlen, Farbe des Metalls; wieviel von Allem und wie lange, welches Werkzeug zu welcher Zeit. Ich nehme zumindest an, dass es so geht. Sie arbeitete schließlich zwar mit Feuer, jedoch nicht mit Eisen. Egal. Menschen sind nicht wie Stahl. Menschen sind viel... Sie saugte an ihrer Unterlippe, wedelte ein wenig mit der Hand herum, als finge sie das Wort aus der Luft. ... flüchtiger. Unzuverlässiger. Je mehr Worte man für einen Plan braucht, umso weniger Menschen dürfen beteiligt sein, damit er funktioniert.
Ringo befestigte die kleine Sanduhr an einer weiteren Schlaufe. Und diesmal sind viele Menschen beteiligt. Also ja, improvisieren wir. Wir gehen jetzt. Wanijima-san und Jeek-kun lenken die Wachen ab, wie es ihnen passt und einfällt. Ahiko und ich nehmen die Dächer, schleichen zum Ziel und schneiden ihn los.
Sie klatschte einmal in die Hände.Auf. Unsere Wege trennen sich, Wanijima-san, um sich hoffentlich wieder zu kreuzen. Verriegelt die Tür hinter Euch, wenn Ihr geht; den Schlüssel hole ich später. Grinsen. Sie warf ihm den schmucklosen Schlüssel zu. So wisst Ihr auch genau, dass wir nicht einfach fortlaufen.
Damit wandte sich Ringo dem rückwärtigen Teil der Wohnung zu, öffnete den Fensterladen und blickte auf den Hinterhof hinaus. Fuhr mit den Fingerspitzen über das Fensterbrett, ertastete zwei blankpolierte Stellen auf dem Holz.
Breit genug für Füße, dachte sie. Durch Ledersohlen glatt geschmirgelt. Ihr Blick wanderte zur Dachkante. Das dürfte sein Kletterpfad sein. Ringo legte mit wenigen Handgriffen die Shuko an, derbe Lederbänder mit Nägeln darin. Sie gehörten auf die Innenflächen der Hände. Ringo winkelte die Arme an, als hielte sie ein schweres Paket, sammelte in zwei, drei tiefen Zügen Atem und brachte ihr Ki zum Drehen. Sie stellte sich einen Wirbel im Fluss vor, einen sich windenden Drachen.
Sprang ab, riss die Arme hoch und rechts und links an ihrem Kopf vorbei, dass die Nägel über die Kante hinweg ins Holz packen konnten. Zur Sonne strebender Baum. Ihr Ki hob sie an, noch während sie schwang. Das Zusammenspiel der Bewegungen brachte sie einmal komplett herum, sodass sie sich letztlich im Handstand wiederfand, auf dem Dach.
In sich horchen. Leicht beschleunigter Herzschlag. Lächeln. Hat geklappt. Sie löste ihre Nägel aus dem Holz und erhob sich, bemerkte beiläufig die Unmenge kleiner Schrammen und Löchlein in der Dachkante. Hinterlassenschaften von anderen Shuko. Totomisuke hatte den berühmten Ersten Sprung also wirklich so genommen wie sie selbst auch.
Ein letztes Mal gehen wir zusammen, dachte sie bei sich. Wenn auch zu unterschiedlichen Zeiten.
Ringo wandte sich Richtung Richtplatz und verfiel in Laufschritt.

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Mo Jan 11, 2016 12:24 pm

War er um die Wachen besorgt? Definitiv. War er um die beiden Frauen besorgt? Wohl ebenfalls. Wenn auch mehr um die Laufbahn sie sie eingeschlagen hatten. Sie wanderten auf einem gefährlichen Weg und er wurde gerade eingeladen einen Teil darauf zu besuchen. Wanji wusste nicht ob ihm das gefiel oder nicht. Neugierde sagte ja, du willst etwas über den Tellerrand hinaussehen und eine andere Welt kennenlernen. Vorsicht und Erfahrung sagte, dass er lieber bei dem bleiben sollte, was er kannte, das sei aufregend genug. "Ich hoffe einfach ihr wisst was ihr tut...", gab der Alte etwas geschlagen zur Antwort. Ringos kleine Vorstellung, wie sie den Stab halbierte war eindrucksvoll, aber Wanji war kein Jüngling mehr und hatte derlei Tricks schon zuhauf gesehen. Immerhin schien sie ein bisschen Kontrolle über dieses Talent zu haben.
Ahiko schien sich selbst auch etwas geschlagen zu fühlen als sie sich wortkarger als vorher noch bereit erklärte, dass Ringo den Plan aufstellen soll. Sie tat Wanji fast etwas Leid. Aber die Blonde hatte recht, der Plan war zu sehr zum scheitern verurteilt gewesen, brauchte zu viel Genauigkeit. Vielleicht würde es funktionieren, wenn er selbst gewusst hätte, was er genau zu tun hätte. Er würde improvisieren müssen, musste die Wachen und eventuell Zuschauer in Bann ziehen ohne dabei offensichtlich zu wirken oder eine Festnahme riskieren. Er bekam einen Schlüssel zum Raum. "Wo treffen wir uns wieder? hier?", fragte er bevor er Jack einen kleinen Stupser gab um ihn wieder aufzuwecken. Er war beim langen Reden weggedöst. "Oh, gehen wir? Baba Mädchen!", winkte der Affe den beiden zu, als Wanji durch die Tür ging. "Gut... nun abschliessen... Wo kommen die beiden überhaupt hinaus? durchs Fenster?", fragte sich der Alte etwas verwirrt. Das mentale Bild zeigte eine leicht verschobene Realität, wie die beiden aus dem Fenster auf die Strasse springen. In Ringos Fall war es nichts wildes, sie trug Hosen. Bei Ahiko wurde es wohl etwas unanständig. Mit einem Klicken war die Tür zu. Der Schlüssel verschwand in seinem Inro und er watschelte langsam davon. Es sollte ja niemand merken, dass er etwas vorhatte. Er liess ein Grinsen auf seinem Gesicht spriessen. Jeder der ihn wohl beobachtet hätte, wäre wohl zum Schluss gekommen, dass er die beiden Mädchen bezahlt hätte. Nichts ungewöhnliches, nur ein alter Sack, der nach etwas Unterhaltung gesucht hatte. So machte er sich im Schlendertempo auf zum Platz.

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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Feb 27, 2016 5:35 pm

cf: [Ring der Diener] Wege und Gassen

Sie flog förmlich durchs Fenster, schlidderte über die nackten Bodendielen und wäre fast mit dem Go-Tischchen kollidiert.
In Sarutobi Ringo brannte ein Knochenfeuer aus Wut und Enttäuschung. Die Aufgabe war schief gegangen, ihr Auftrag hatte Sand gefressen. Im Mund der Kunoichi klebte der bittere Geschmack der Niederlage. Sie riss sich die Maskierung herunter, öffnete die Bänder ihrer Ninniku Yoroi und wollte gerade buchstäblich die Hosen runterlassen, um in ihre Alltagskleidung zurückzuschlüpfen.
Warte damit noch, bis ich weg bin.
Ringo fuhr heftig zusammen. In einer Ecke der dusteren Wohnung flackerte das Licht glühender Kohlen auf. Ein kleiner, hagerer Kerl mit schwarzen Haaren, die ihm irgendwie einen Anstrich von Waldohreule oder Kauz verliehen, hatte seinen Kohlenbehälter geöffnet und zündete nun einen Kerzendocht daran an.
Kiobashi Mumon verschloss den Kairo wieder. Grüß dich, Ringo-chan.
Mumon-sensei. Ringo verzog säuerlich das Gesicht, während sie sich tief verbeugte. Ihr hier?
Ich hier. Mumon nickte knapp. Wie ist der Auftrag verlaufen? Hast du einen Oni für mich?
Ringo wurde bewusst, dass der Auftrag in der Tat eine Prüfung gewesen war. Wenn Mumon hier war, hätte er die Sache auch selbst aus der Welt schaffen wollen. Doch er hatte stattdessen die Gelegenheit für eine kleine Probe genutzt.
Der Kunoichi wurde zugleich heiß und kalt. Nicht vor Wut, wie vorhin. Eher vor Scham. Es... ging nicht gut aus.
Mumon schwieg, womit er wortlos zum Weitersprechen aufforderte. Er verzog nichtmals eine Miene, sondern saß da, mit der Kerze vor sich, als wäre er ein andächtig lauschender Zuschauer bei einem Bühnenstück.
Ich konnte den Oni nicht holen, führte Ringo weiter aus. Legte die Zögerlichkeit plötzlich ab, als es aus ihr herausbrach: Es ist wegen Ahiko! Sie ist plötzlich sentimental geworden oder irgendwas! Sie hat -...
Mumon winkte ab. Das stoppte den Wortfluss sofort. Ahiko? Ich habe Ahiko nicht geschickt. Ich habe dich, Ringo, geschickt. Was macht Ahiko in deiner Geschichte?
Verblüfft kaute Ringo auf ihrer Unterlippe. Ich... Sie...
Du hast sie angeheuert.
Habe ich.
Du hast dich über sie informiert? Über ihre... Rolle in dieser Geschichte? Mumon legte neugierig den Kopf schräg. Ich schon. Ich weiß, wie sie zu Totomisuke stand. Du auch?
Nein.
Hast einen Helfer ins Spiel gebracht, dessen Hintergrund du nicht ordentlich beleuchtet hast. Und wunderst dich nun über das Ergebnis.
Ringo sagte nichts.
Nun. Was nun?
Ringos Körper durchlief ein Zittern. Sie nahm den Stab, in dem ihr Metall-Oni saß, und warf ihn ihrem Meister zu. Mumon fing den Stab, betrachtete ihn neugierig wie ein Kunstobjekt. Zuckte mit den Schultern, blickte wieder zu Ringo. Die junge Kunoichi atmete schwer, nahm auch ihren Ring ab, in dem der Feuer-Oni steckte. Sie gab ihn ebenfalls ab. An Mumons Mimik änderte sich nichts.
Sensei... Muss ich mich etwa auch von Ikon...?
Mumon schaute unergründlich drein.
Ringo nahm ihr Messer. Betrachtete es und kämpfte aufkommende Panik herunter.
All deine Oni, brach Mumon die Stille, können den Einen, den Totomisuke besaß, nicht aufwiegen. Lass deine Haut heil, du kämst ohnehin nicht ordentlich an deinen Wasser-Oni heran. Er betrachtete müßig die besessenen Gegenstände. Diese Geister hast du von mir. Nun sind es wieder Meine. Wie kommt das?
Ringo senkte den Blick auf die Bodendielen. Ich habe die Lage nicht gut genug im Griff gehabt.
Ganz genau. Du. Niemand sonst. Wer den Auftrag annimmt, kümmert sich um sein Gefolge. Und schiebt die Verantwortung nicht ab. Mumon erhob sich. Lass dir das durch den Kopf gehen.
Jawohl, Sensei.
Fein. Der Chunin schickte sich an, die Wohnung zu verlassen. Dein Weg führt dich nach Süden. Du weißt, wohin.
Sensei, da ist diese Zeichnung, die Totomi-
Das ist nicht dein Fisch.
Jawohl, Sensei.
Benutz deinen Kopf, Langnase, sprach Mumon Ringo mit einem ungeliebten Spitznamen an, unter dem sie besonders in der Anfangszeit in Ihaigakure oft gelitten hatte.Da ist was drin. Das wissen wir alle. Wenn du die verfluchte Schatztruhe nur aufmachen würdest.
Dann war er weg. Wie ein Windhauch. Durch die Tür allerdings, wie jeder normale Mensch.
Ringo hob den Blick. Riss die Augen auf. Der Holzstab und der Ring lagen dort, wo der Shinobi gesessen hatte. Er hatte sie nicht mitgenommen. Sie ging darauf zu, bückte sich und sammelte sie fast zögerlich auf, als fürchte sie, irgendeine Schattenhand käme plötzlich aus dem Nichts und nähme ihr die beiden Gegenstände wieder weg. Als sie die Oni-Gefäße in Händen hielt und nichts passierte, drückte sie beide an ihre Brust, setzte sich hin und atmete voller Erleichterung tief durch. Ein imaginäres Bleigewicht löste sich in einem einzigen, lauten Seufzer von ihren Schultern. Sie lehnte sich zurück und ließ die Momente einfach verstreichen. Plötzlich hatte sie es nicht mehr eilig.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Sa März 26, 2016 11:22 am

cf: [Ring der Diener] Wege und Gassen

Die Morgenluft war kühl und erfrischend als Wanji aus dem Akanomaru-Tempel trat. Jack sass wie üblich auf der Schulter, auch wenn er momentan noch etwas verschlafen aussah und sich mehr schlecht als recht am Ohr des Mönchs festhielt. Sie waren auf dem Weg zu den Baracken, dem abgemachten Treffpunkt. Während die Aktion wohl für Ringo die Aktion gründlich schief lief, immerhin hatte sie den toten Körper nicht bergen können, die Wachen hatten ihn nicht mehr ausser Augen gelassen, so konnte sich Wanji nicht beklagen. Die Mönche des Tempels hatten einen Oni mehr und vorausgesetzt diese Organisation klaute ihn nicht unterwegs, so war es permanent.
Es dauerte nicht lange und die Gegend würde bekannt schäbig und nach ein oder zwei Irrläufen hatte der Alte auch das richtige Gebäude gefunden. Ganz normal betrat er das Gebäude, es wäre auffälliger, wenn er schleichen versuchte, trippelte zum entsprechenden Raum und klopfte.


Zuletzt von Rafuko Wanijima am Sa März 26, 2016 4:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa März 26, 2016 12:18 pm

Auf das Klopfen folgte ein langer Moment der Stille. Dann erklang das Tappen nackter Füße, ein Riegel knarzte, noch etwas knackte, ein Strick schabte über Holz. Etwas klapperte wie ein Beutel voller Kiesel. Die Tür ging auf, und Ringos Gesicht erschien. Sie spähte mürrisch auf den Gast und über Wanjis Glatze hinweg durch den Flur, suchend.
Wanijima-san, sprach sie schließlich lahm und öffnete die Tür ganz, trat beiseite und verbeugte sich. Treten Sie ein. Ihr Blick flackerte zur Schulter des Mönchs, wo das Äffchen saß. Jeek-kun. Eine Begrüßung wie das mutwillige Knackenlassen von Fingerknöcheln.
Ringo ließ die Gäste ein in die Wohnung, die nach wie vor im Zustand halbherziger Ordnung schwebte. Die Kunoichi hatte allerdings eine Bodenplatte bewegt und eine Kochstelle freigelegt: Eine kleine, mit Steinplatten ausgekleidete Vertiefung im Boden, in dem ein Wasserkesselchen über einer glühenden Kohlenpfanne stand und köchelte.
Tee?, fragte Ringo, nachdem sie die Tür wieder verschlossen hatte. Sie schloss ganz normal ab; es gab keine sichtbaren Anhaltspunkte mehr auf die übrigen Geräuschquellen, die das Öffnen hinausgezögert hatten. Adleraugen mochten lediglich im Boden, Rahmen und der Tür selbst Spuren erkennen, wo sich etwas wie ein Haken ins Holz gebohrt haben mochte. Frühstück? Vielleicht Reis, Obst, Kartoffeln? Unter schweren Lidern ging ihr Blick erneut zu Jack. Vogelfutter?
Ringo wirkte nicht, als hätte sie noch eine gute Restnacht gehabt. Ihr Haar war unordentlich und offen, und der schlichte, braune Kimono saß, als habe sie ihn in aller Eile übergeworfen.
Essen ist leider alles, was ich anbieten kann, sprach sie weiter, mit schlecht verborgener Misslaune. Bitte um Vergebung, Wanijima-san, dass ich Euch keinen Oni übergeben kann, wie es abgesprochen war.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Mo März 28, 2016 1:03 pm

Hinter der Türe erklangen einige Geräusche. Jemand war definitiv hier und hastete durch die Wohnung. Wahrscheinlich Ringo, mutmasste der Mönch. Sie war nicht gerade Leise in ihrem Vorgehen. Auf seiner Schulter fiepte Jack, der langsam aus der Schlafträgheit erwachte. Der Makake hatte sich seit der Bannung des Erdonis in Totomisuke nicht mehr von seiner Seite weggewagt. Wanji kraulte ihn etwas hinter den Ohren und sein Oni liess es geschehen. Nein, er würde Jack sicherlich nicht hergeben.
Dann ging die Tür auf. Ringo stand darin, sah relativ übernächtigt aus als sie in den Gang spähte. "Keine Wachen, keine Sorge", flüsterte der Mönch ihr zu. Dann öffnete sie die Tür ganz und begrüsste ihn. "Guten Morgen Ringo", grüsste er sie eindeutig besser gelaunt als die Blonde es war. Auch Jack würde begrüsst, wenn auch wie üblich etwas schneidend. Jack gab ihr nur einen muffigen Blick und murmelte schliesslich: "Morg'n." Auf ihre Einladung folgte er der jungen Shinobidame in das Apartment, welches in grösserem Chaoszustand als letztes Mal befand. Einige Ecken waren wiederum geräumt, wahrscheinlich eine letzte Sekunde-Aktion, die auch draussen hörbar gewesen war. Wanji liess sich davon nicht weiter stören. Die Kochstelle war allerdings neu, oder vorher gut versteckt gewesen. Darauf köchelte eine Kanne mit Wasser. Auf seinen Blick bot Ringo ihm auch Tee an. "Gerne." Damit würde die morgendliche Kühle auch bald wieder aus den Gliedern verschwunden sein. Wanji kniete sich hin und legte den Bo neben sich auf den Boden. Dann bot sie ihm ein Frühstück an, sein Magen machte ihm klar, dass er selbst ohne morgendliche Kraftstofflieferung aus dem Tempel gelaufen war. Also nahm er das Angebot dankend an. "Gerne etwas Reis, wenn es nichts ausmacht, und eine Frucht für Jack"
Wanji liess Ringos Aussehen unkommentiert, anscheinend war die Nacht schon haarsträubend genug für sie gewesen. Wer ahnte auch, dass einem eine Leiche wegrannte? Naja, vielleicht hätte er eine Warnung geben können, dass Erdonis besonders gut darin waren auch tote Körper irgendwie zum Laufen zu bekommen, aber in der ganzen Aufregung plötzlich Teil eines Planes zu sein, hatte er es wohl vergessen. Jedenfalls schien sie etwas betroffen zu sein, dass sie den Oni nicht abliefern konnte. "Glück im Unglück würde ich sagen. Die Wachen haben ihn erwischt und nun hat der Tempel den Oni.Falls ihr ihn stehlen wollt... wartet bitte einfach bis im nächsten Frühjahr", erklärte er ihr nun den Aufenthalt des Onis. Vielleicht hätte er einfach schweigen und ein betretenes Gesicht machen sollen. Aber er bekam es nicht über sein Herz, als er sie so niedergeschlagen und fertig aussehen sah. "Ich hoffe du hast nicht allzu sehr Ärger bekommen. Wo hast du deine Freundin gelassen?", wollte er dann wissen, als er überraschend spät bemerkte dass Ahiko nicht hier war. Vielleicht war sie auch bereits wieder auf dem Markt und bot ihre Ware feil.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Mo März 28, 2016 3:57 pm

"Keine Wachen, keine Sorge." Wanji konnte nicht wissen, nach wem Ringo in Wirklichkeit so mufflig spähte. Solang man sie dazu nicht zwang, mochte sie den Mönch aber auch nicht aufklären. So sagte sie nichts weiter, sondern ließ ihre Gäste einfach ein. Nachdem sie die kleine, bescheidene Auswahl an Speisen aufgezählt hatte, dachte sie grimmelig, dass sie Jack-kun auch Eier hätte anbieten können. Gefüllte Eier. Gefüllte Eierschalen. So als Wink, was sie dem Äffchen gern androhen wollte, nachdem er ihr vor einigen Stunden noch in die Seite gefallen war.
Die besten Sprüche und Erwiderungen fielen einem immer erst hinterher ein.
Gut, abgesehen davon hat das Äffchen herzlich wenig ausgerichtet. Das Tier für den Fehlschlag verantwortlich zu machen, wäre letztlich auch nur ein sinnloser Versuch, Schuld abzuwälzen.
Ringo ließ sich Wanji gegenüber an der Feuerstelle nieder, kniete sich dabei sogar ordentlich hin. Bei ihrer unwirschen Aufmachung wäre es wohl nicht verwunderlich gewesen, hätte sie sich einfach im Schneidersitz hingehockt. Sie hob den Deckel des Kessels an und spähte auf das Wasser, stellte zwei Schüsseln am Rande der Kochstelle auf und zog ein Säckchen Reis heran.
Der Mönch klärte sie derweil darüber auf, was im Anschluss ihres Verschwindens noch passiert war. "Glück im Unglück würde ich sagen. Die Wachen haben ihn erwischt und nun hat der Tempel den Oni. Falls ihr ihn stehlen wollt... wartet bitte einfach bis im nächsten Frühjahr."
Ringo schaute blinzelnd auf, während sie zwei Tassen zu den Schüsseln stellte. Oho, machte sie und lächelte kurz. So. Es überraschte sie nicht, dass der Oni letztlich gefasst worden war. Wie hätte er auch entkommen können. Dass der Erdgeist nun im Tempel war, erstaunte mehr, und ihre blauen Augen schauten Wanji forschend an.
"Ich hoffe du hast nicht allzu sehr Ärger bekommen. Wo hast du deine Freundin gelassen?"
Ringo verzog das Gesicht. Weiß ich nicht, wo ich sie gelassen hab, entgegnete sie grimmelig, fischte einen kleinen grünen Apfel aus einem Körbchen und streckte sich über die Kochstelle hinweg zu Wanjis Schulter. Mit spitzen Fingern reichte sie Jack den Apfel. Irgendwo. - Schau, Jack-kun, lecker sauer. Hast du dir verdient. Beim letzten Wort klang sie ein wenig, als hätte sie selbst in das Äpfelchen gebissen. So, wie ich mir den Ärger verdient habe, den ich bekam. Doch ich lebe ja noch, daher keine Sorge.
Sie fuhr mit der Zubereitung fort, indem sie Teepulver in die Tassen und Reis in die Schüsseln gab. Es fehlte lediglich noch, dass das Wasser seinen Siedepunkt erreichte.
Hoffe, es spricht nichts gegen Pulver, sagte die Kunoichi wieder unbefangen. Manche Leute halten es lieber mit ganzen Blättern. Totomisuke gehörte nicht dazu; wir haben daher nichtmals welche hier. Unvermittelt wechselte sie zum Oni zurück. Der Oni ist nun also im Tempel? Sie schaute wieder neugierig. Das ist doch Euer Verdienst, Wanijima-san?
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Rafuko Wanijima am Mi März 30, 2016 7:13 pm

Ringo sah überrascht aus, dass der Oni auch tatsächlich im Tempel angekommen war. Im Prinzip hatte Wanji auch nicht wirklich eine Wahl. Die Wachen hatten gesehen, dass ein Oni drin steckte und werden nachfragen wo er hingekommen ist. "Ach übrigens.. die Wachen werden stillschweigen über euer Auftreten wahren. Ihnen war der 'Patzer' euch nicht zu bemerken peinlich genug, dass ich das Schweigen mit einigen Münzen erkaufen konnte. Es hätte unglücklicher laufen können für euch", erklärte er, dass zumindest die Wachen nicht nach ihr suchen würden. Er hielt sich aber ab die Münzen zu fordern. Er war für seine Verhältnisse fürstlich dafür vom Tempel belohnt worden den Oni abzuliefern. Es wäre schliesslich nicht seine Pflicht gewesen ihn zu spenden.
Ringos Stimmung kippte weiter in den Keller, als er Ahiko erwähnte. Hatten sich die beiden vielleicht gestritten? Der Mönch entschloss sich nach der muffigen Antwort nicht weiter nachzuhaken. Jack bekam ebenfalls sein Fett weg, als sie ihm, saurer als jeder Apfel sein könnte, eine solche Frucht gab. Wanji nahm die Frucht entgegen und schaute sie etwas verwirrt an, während Jack sich keiner Schuld bewusst den Kopf schräg legte. "Hat er etwas angestellt?", fragte er mit einem Seitenblick zu Jack der wie ein Unschuldslamm zurückschaute. "Weiss nich. Rin sau'r. Weiss nich." Anscheinend hatte der Oni etwas unbewusst angestellt. Der Glatzköpfige nahm sein Messer heraus und begann den Pafel in Schnitze zu schneiden, klein genug, dass Jack sie problemlos packen und daran rumkauen konnte. Einen Apfelschnitz gab er auch hoch. "Dank'schön."
"Ich habe kein Problem mit Pulver. Auf den Reisen hat man auch meistens nicht viel mehr. Frische Blätter sind mitten in der Wildnis meist ein Luxus", gestand der Alte mit einem Grinsen. "Ja, wie gesagt, ansonsten könnten wohl alle Beteiligten Ärger bekommen. Wie ich schon sagte, wenn ihr den Oni unbedingt haben wollt, wartet bis Frühling, wenn die winterlichen Grippewellen abgeklungen sind. Die meisten Menschen hier haben schon nicht viel. Da sollten sie jede Hilfe bekommen können, die erhaltbar ist." Es war zumindest ein Versuch wert auf Ringos Mitgefühl zu appellieren. Oder an das ihrer Chefs, falls sie nur eine Handlangerin war. "Nun.. eure 'Organisation'... Ist diese nur hier in Akafuto tätig oder auch ausserhalb?", fragte er nun neugierig. Einen kleinen Einblick hatte er bekommen, sie waren geschickt, still und gut organisiert. Ausserdem schienen sie zu wissen wie man Sachen versteckt. Was konnte er darüber in Erfahrung bringen? Er musste es ja nicht weiter erzählen, solange sie der Bevölkerung nicht schadeten, sondern ihr halfen. Jack indessen knabberte geräuschvoll an dem Apfelstück und hörte nur halbwegs interessiert zu.
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Re: [Ring der Diener] Mietbaracken I

Beitrag von Sarutobi Ringo am Sa Apr 02, 2016 3:31 pm

Der alte Mönch war sogar so freundlich gewesen, mögliche Nachforschungen der Doshin abzuwürgen. Ringo verzog peinlich berührt das Gesicht. Sie mochte es nicht, wenn die Leute ihr halfen, ohne dass sie darum gebeten hatte. Es erschien ihr stets, als seie sie diesen Leuten dann etwas schuldig. Als hätte das Gegenüber bereits einen Vorteil in einer möglicherweise kommenden Verhandlung.
Habt Dank, entgegnete sie natürlich trotzdem und verbeugte sich dazu. Ihr Mund zeigte ein Lächeln, das ihre Augen nicht erreichte.

Ob Jack etwas angestellt hatte oder nicht, vertiefte Ringo nicht weiter. Noch nicht jedenfalls. Sie schaute nur aufmerksam zu dem Äffchen, das sich so unschuldig gab und nun sein Äpfelchen geschnitten bekam.
"Wie ich schon sagte, wenn ihr den Oni unbedingt haben wollt, wartet bis Frühling, wenn die winterlichen Grippewellen abgeklungen sind. Die meisten Menschen hier haben schon nicht viel. Da sollten sie jede Hilfe bekommen können, die erhaltbar ist."
Ringo prüfte erneut das Wasser; inzwischen gab der kleine Kessel vielversprechend zischelnde Geräusche von sich. Der Inhalt kochte, und so goss sie den kochenden Inhalt in die Schüsseln.
Wir werden den Oni nicht stehlen, erwiderte sie standfest. Nicht aus einem Tempel. Er ist Euer Verdienst, Wanijima-san. Sie nahm einen Quirl und verrührte das Teepulver, ehe sie die Tasse in huldvoller Geste herüber reichte. Wie würde einer meiner Kameraden, der viel zu gern die Würfel rollen lässt, sagen? Gut gespielt. Ihr habt gut gespielt und mehr gewonnen, als zu erwarten gewesen war. Verdient ist verdient, und Ehre wem Ehre gebührt. Ringo lächelte nun eindeutig ehrlich. Habt kein Mitleid mit mir. Immerhin ist es Leistung, die in meiner Organisation zählt. Und das war mehr, als das Gesellschaftssystem des Reiches von sich sagen konnte.
Auf Ihaigakure kam auch sogleich das Thema.
"Nun.. eure 'Organisation'... Ist diese nur hier in Akafuto tätig oder auch ausserhalb?"
Ringo schaute neugierig auf, überrascht wegen der Frage, und nachdenklich bereitete sie erst den Reis zu, ehe sie antwortete.
Auch außerhalb, entgegnete sie schließlich gleichmütig. Es gibt überall Dinge zu tun. Für den Frieden. Für die Ordnung. Sie reichte die dampfende Schale mit Reis über die Kochstelle hinweg. Und so weiter. Guten Appetit.
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